Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 48 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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190 / entfiedert ptei die Wunder deS Moses babe leugnen wollen". eine Rcchlfertigunz. die mir nicht sehr aufrichtig erscheint, der er wenigstens selbst widerspricht. Das mir seltsam erscheint, ist die Erklärung Finzi's (Seite 50 und 51) ..daß er sich in dieser Beziehung »eder Bemerkung -»lbalre!'. -denn .'-sagt-er. ^dic göttlichen Wege sind gebe l m ni p<' o l l, undurchdringlich rmd riet und bei Gegenständen ron Vieser Wickrizkeil halte ich mich an die elassischen (sie) Worte unseres großen Poeten:'Bete an unk schweige."^) Das Iutenrbum bar keine Mvsterieo, es rwinzt den Glauben nicht auf. eS beneblr die Er- 'kcnntniß. deren Product wir glauben und nickt einen Minden, stummen Glauben. Unser Glaube an die Gött». Uchteil deS Pentareucks schließt den Glauben an die Wunder .e»n, wir glauben daran, weil sie durck das ehrwürdige Buck vertreten werden, von dem sie nicht zu trennen unk. wie man schon versucht bat: wir glauben daran, weil sie absolut vurck die Rothwendigkeit bedingt wurden. Was liegt auck Absurdes in diesem Glauben? WaL übernatürlich ist. unk dessen ist so oid in der Welt, ist nickt widernatürlich, nickt unmöglich, nickt dem Beistand zuwider; die Rationalisten, welche die Wunder auf die Ra- -tuxgeseye zurückrührcn wollen, sind oft genug hinreichend widerlegt. Ich komme auf Rosst zurück. Rack der Geschickte der Pest begann er ein Werk über ..Medicinische Geographie von .Aegypten", von der einige Stückein dem Spettatore egiziano veröstenrltckr wurden, welcher in Cairo erscheint und von der er einer der Cberredacreure ist; die italienischen und fremden Journale spendeten ihm unbedingtes Lob. Ich übergehe, erne sRenge Auftatze lind Berichte, die wir von ibm besitzen und die seine unermüdliche Tbätigkeir und seinen Eiftr für k<n Fortschritt der Wissenschaft be-- »v-ni'en. < und deren Gegenstände ''eine Arbeiten für die meklciniscke Akademie in Paris, die damals ernstlich stck mir der Pest beschäftigte, dann der Beistand, den er den» von der russtscken Regierung rur Erforschung dieser rödllicken Xrankbeil abgefankteu Aerrre leistete. daun der Eiydruet. den sc»ne. Scheinen auf t:e mekicini''che Commission auSubten, »raren,;j Im Iabre 1844 war er nach Aeqvplen ruruckgekebrr; da cs an einer onciien Stelle fehlte, so ernannte man ibn für s Erste nun Ar;k in einem InranttEegiment. später in einem Arnllerieregiment-, aber .bald tbeilre »nan ibn der Polizei zu undernannte ihn z»r»n Pbosikus. einen» ncuerschancnen Amte, zu welchem der SanitLtsrarb ibn dem Minister des Innern als den fähigsten und treuesten Arzt bezeicknete. Er übte zu gleicher Zeit die Funcrioucn eines Sekundär- und später Primararztes am Eivtlbowital aus. Als die Cbolera »m Iabre 1848 Eairv'verbtertt. gab er neue Proben^seiner I eirunderungswürtigen Entschlossenheit und Menschlichkeit; beim letzten Ausbruch der Krankheit. welcke täglich dreibuntertfünfzig "Opfer binwegrasste, bat er den Fürsten. <». Salumon Fiorentino in dem berühmten Sonnet Xrenne, i»iz»-tt'Ni'!tl>ili. ^1-okomP'. tao eine Antwort aus ein anderer Sonnet der Eonlla ist, dis tbn aussordcrre. Pbrift ui werten. Und Frost bar tiefe Antwort nir Lrnst geballen! bereitet, wie man sagt. eicke sebr interessante Arbeit d»e Sitten unk Gewobnbeiten ter alten und modernen Aegvvter nnt ^ru.!' eine afrikanische Flora vor. dtssen Leibarzt er geworden war, ihn in Cairo zur Behanvlu»»g der Kranken zu lassen, und erst als die Epidemie aufgebört batte, reiste er ibm nach Beirut nach. Im Iabre 1849, als Abbas-Pascka seinem Vater folgte, entließ er Rosst und mehrere andere europäische Aerzte, die Mebemer AU Irr seinem Dienst grbabt batte, denn es war keine gute Empfehlung, von den» alten Vicokonig geliebt und beschützt worden zu sein. So »var denn Rosst aut die Privatpraris beschrankt, aber seine glücklichen Euren, seine Menschenfreundlichkeit, seine Güte für die Armen, die auch .von ter ägyptischen, philanthropischen Gesellschaft anerkannt »vurden. gewannen ibm schnell allgemeine Achtung und in kurzer Zeit sah er seinen Ruf wachsen und seine Kundschaft größer »verden. Im Jahre 1852 fesselte ibn Halim Pascha, der Sobn Mebemer Ali'.S, Bruder Said Pascha s, der jetzige Vicekönig von Aegvpten, an seine Person und überhäufte ibn mir Gunst und als er 1856 das Generalgouvernement von Sennaar erhielt, folgte ibm Rosst mit einer wissenschaftlichen Commission dabin, nacktem die ägyptische Regierung ibm den Titel Ka7man-'Bev verlieben batte, den höchsten, den ein Europäer in Aegypten erlangen kann. Was Rosst besonders ebrt, ist seine zarre Liebe für seine Familie, von der er zu jeder Zeit die lebbaftesten Beweise gab. Sei»» liebenswürdiger Cbarakrer, und seine Bescheidenheit erwarben ihn» viele Freunde selbst unter den.bedeutendsten Männern in Italien und in der Fremde. Und wie innig gedenkt er seiner Vaterstadt! Die beträchtlichen Gaben, die er von Zeit zu Zeit seinen Landsleuten und den wifsenschaftlichen Instituten von Ferrara sendete, beweisen eS; unter andern schickte er eine schöne Giraffe, einen Koran in» Manuskript. den er in Medina fand, ein sebr kostbares Buck über Pferdebeilkunde aus den Zeiten Saladins. sebr seltene mediciniscke Pflanzen, die er erpreß in Habessinien suchci: ließ; einige Nil- -schlangen. eine Menge Fische aus tiefem Flusse, ein monströses Küchlein rc. Run/ und dock recknct die »nediciniscke Akademie in Ferrara ibn nicht zu ihren Mitgliedern! Er ist Jude, die Gefttze gestatten eö nickt, man bat vergaffen, daß ein jütischer Arzt, der Dector Bvndy, einer der Stifter tiefer Akademie trar.8) Rosst kann kiese Ebre entbehren, die mediciniscke Gesellschaft in Livorno. die Egyptian litterary association, daö bomöovathiscke Institut, die ägyptische literarische Socieläl und in letzter Zeit die berühmtesten wissenschaftlichen Instil»»te von Europa haben ibn in ibre Milte aufgenoinmen. Rosst hat die Tochter des Donor Dovignau geheirather, eineisraelitischen Arztes, Lberstlieurenants, Mitglieds deS Sanitärsrarbes und Commandeurs des St. Sranislausordens. Er laßt seine Kinder in Triest erziehen. Ebre dem Rossh» der so viel Hindernisse zu besiegen wußte und der durch seine Talente und seine ehrenhafte Aufführungsich eine so glänzende Carriöre gebahnt hat! 8. Es »ft jedoch gerect't binzuurtüzen. daß Finz» ^um wirk« licken Mjtgliebe dieser Akademie ernannt wurde und trätet sogar Sccrerär derselben wurde; das geschab jedoch >848.