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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 48 (1857) · p. Seite 192

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
48 (1857)
Date
1857-01-01
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
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192 r ton ifcttm Kapitale zebren, vorberzusagen. daß sie es nie zu egnem tinabbängiaen vermögen briugen werken. Man» ner und grauen, die gewöhnt sind, jede Laune und jeden! Wun'ck ut befriedige». werden es anfangs darr, finden, j il'ic -verschiedenen unnörbigen Ausgaben zu unterdrücken, unk werden es für eine große Selbstoerleugntmg batten, in einem kleineren Hause zu leben. alS sie gewöhnt waren. mit weniger kostbarer Klekdung. weniger Lallen, Lbeater-Gesuchen. Spazierfahrten. Ausflügen u. fl w». indefl werden sie. sofern sie es nur versuchen. ein „Nestel" I zurückzulegen, d. b.' etwas Geld, nach Bestreitung aller \ AuSgabeil sich über das Vergnügen wundern, das ne empfinden, wenn sie den kleinen Haufen immer mehr an-; wackien uiik damit ibre Gewohnheit zur Sparsamkeit fester und lobnenkcr scben. Der alte Rock, das alle Kleid mit ' - klm Hule kann noch einmal mitgcbcn. Klares Brun- . ncnwaf^r schmeckt besser als Ebampaguer. ein frischer j t Spaziergang belebt mehr als eine Zahn in der schönsten > Earosse. rin gksellschastliches Zusammensihen. eine Abend- : lenürc oder eine Stunde „ Blindekuh " unk „fcet FmchS! gebt herum" rpird viel mehr Unterhaltung gewähren. alS'* ' eine fünfzig oder fünfhundert Dollars-Partie, wenn man. einmal gewöhnt ist, die Kosten zu herecknen und in dem ' Ersparen tcrfclben Vergnügen zll finden. Lausende bleiben-ar,u und werten'es, wenn sie genug erworben habcsi. um anständig leben zu-könne», weil'sie ibre Lebensweise zu loslspicliq. einrichlcn.' Einige Famiricn bier brauchen 20.1)00 Dollars jährlich und würden ' sich kaum^urcckr finden, wenn sie güt weniger auskommen-j sclttcn. - - Glück ist eine diel schwerere Versuchung als Unglück. j namentlich rlötzlicheS Glück. Leicht gewonnen, leicht zrr^ lomifii! ist ein alttS und wahres Sprüchwort. .Stolz, wen» er zur Hcrrschan gelangt, ist der Krebsschaden, der ’ Lines Mannes Vermögen auffrißt, gleichviel ob groß oder; Nein, irttk-Heute fangen kaum an zu erwerben, so er-! laüben sie sich 'oglrich LurusauSgaben. bis in Kurzem die i 'Ausgaben das Vermögen ^ufzchren unk sie in ibren lächerlichen Versuchen. „den Schein' zu retten" und „Eindruck :u machen", zu tzlrunde geben, - . Ich kenne einen vermögenden Herrn, der erzählte, daß \ ferne Frau in de^ Zeit, wo er angefangen zu erwerben, | ein neues Sopba gewünscht habe. ., Dieses Sopba", > sagte er. „kostet mich. 30.600 Dollars." Das Rätbscl ' löste er, wie folgt: \ „AlS das Söpba in'S Haus kam.' waren Stühle nötbig, die 1ä;u paßten, dann Pfeilertifche, Teppiche rc., . die ganze Eiittichkung durch. Dann schien das Haus zu . klein und nlchr fasbionable genug für die schönen Möbel, , es mußte ein neues gebaut werten, kurz, rie Ausgaben * fcelieftn sich auf.30,000 Dollars, und das Alles wegen; eines neuen Sopba's! Während wir zebn Jahre früher ' kaum so viel^Hundene brauchten, um mit mebr Eom- »on. weil mit weniger Sorge zu -leben„ Die Wabrbcil ul", fügte-er bei, „daß dieses Sopba mich zum Bankerott - gebracht hätte, wäre ich nicht in Allem übermäßig vom Glück begünstigt gewesen." 10. Mache Dich nicht von Ander-en abhängig. Dein Erfolg muß von Dir allein abhängen. Verlasse Dick nicht auf die Hülfe von Freunden. „Feder muß seines eigenen Glückes Schmied sein." . Bei richtiger Befolgung vorstehender Regeln und mit Benutzung solcher Erfahrungen, die em vernünftiger Mann selbst mackst, wird der Weg zum Wohlstände, denke ufr, gewöhnlich nicht schwierig befunden werden. M r s c e l l e. Unter den vielen langweiligen Reden, welche bei den iknigsten Verhandlungen über den englischen Parlamentseid gehalten wurden, zeichnete sich die des Herrn Drumond durch das Burleske ihres Inhaltes und ihrer Form aus: Er sagte rlnter Anderem: er sei gegen die Bill nicht aus Furcht vor Entchristlichung des HauseS, da sich das Hans -längst dadurch cntchristlichk habe, daß es eine Discussion der Iudenbill rulicß. Die Kirche selbst sei schiffbrüchig. St. Pauls und Westminsier Abtei stünden leer, und die Bischöfe predigten in einem ungeweibten Concertsaale (Ererer Hall), hätten aber dabei die Stirn, mit den Dissenters wegen ungeweihtcr Begrabnißstatten zu hadern. In einer evangelischen Kirchenzeitung habe er sogar ein gereimtes Gebet gelesen, worin Gott utn Begnadigung r»S Teufels angeflebt wird. Ob der moderne Liberalismus eine ubsttieulicherc Amnestie ersinnen könnte? WaS die Juden betrifft, sobeschäme ihre Rechtgläubigkeit den Skeptizismus der Ebristen — es ist wenigstens brav von dem Engländer: daß er nicht, was in Deutschland sicher der Fall gewesen wäre, die Juden als die Ursache des Mangels an Kirchlichkeit ausgab. . ' l Aphorismen. Bon Dr. Wabl in Koblenz. Die Wissenschaft bat die Hobe Sendung, an den Zweigen des Aberglaubens-, die an dem Goltesbaum der Religion üppig cmporwuchcrn und ihm den Nahrunzssafr entziehen, das Messer anzusetzen. Gebrauche Deine Worte, wie der Held sein Schwert. daS er nur zur rechten ^Zeir und am rechten Ort aus der Scheide zieht. Allgemeine Zeitung deS IuteutbumS. No. AI. 18Ü7. Leitende Artikel: Die Vorgänge in England. Eine Warnung an die sogenannten orthodoxen Rabbiner in Preußen. Vom Institute zur Förderung der israel. Literatur. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten. Deutschland: Kaiserslautern. Dresden. Dresden. Preußen: Vom Rbein. Berlin. Steele. Oesterreichischer Kaiscrstaat: Prag.^Horic. Nacbet. Großbritannien: London. Kalifornien: San Francisco. Rußland: St. Petersburg. jfg* Au bezieben durch jede» Postamt und jede Buchbandkunz. Jährlich 3 Tbaler. rieNeljäbrig */« Tbaler. . Lerantwcnlicher Redakteur: K. Näbe. SkrJaa pp»? a u m int r < Loch:aakluns m vt'ivzig. — t.-u>r.rcn Ä-tkapttr Dirt« in Veirn«.

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