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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 47 (1857) · p. Seite 186

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
47 (1857)
Date
1857-01-01
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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186 tucldu’ in einem testen Winkel zusammenstießen: sie »raren von r'otbem* Sandstein aalfgetübn unk die Außen, wanke mir prächtiger Stuckaturarbeit unk Bildsäulen verziert : die Berdälinisse waren nobel unk einfach. - Jetzt schaur krr blaue Himmel, in die weiten leeren Raume, die unk da bängt noch ein Stück schöngebilteter Dachrinnen derab und auf einem der Gesimse ragt noch eine der Statuen doch in kie- Luft hinaus. Tie anderen beiden Seiten deS Vierecks »raren von anderweitigen Ge- »banden. gefüllt, deren Reste znm Tbeil ein böheres Alter rerrittben als das oben beschriebene O<ws>s-<1e-Io§is. Tic Außcnwerke zeigen am meisten die Hand des -verwüstenden Belagerers. Riesenmauern, die tief in die Tbal'ole.binuntersteigen, und in großen Massen zusammcngestürrt. zerrissen unblzerklüftetz man siebt in halbzerstörte Hallen uird Treppenhäuserhinein. und begrelst kaum, »rie dies Alles den Stürmen der Zeit uilt des Wetters widersteht. wenn man nicht die ungeheuren Werkstücke und den außerordentlich, festen Mörtel betrachtet, der das Mauerwerk selbst in schiefer unv bangender .Lage zufammenhält. Was auch hier wieder den Gegensatz der Vernichtung und teü LebenS in ftcundlict'ster Weile -vernrinelr. ist der uralte Exbeu. der dicht die Wände keS Schlosses. bekleidet und über die Spitzen der Ruinen seine Ranken zum Spiel der Winde binaust'chielt. Wir bedauerten Eines: auf dieser Trüminersi.ule nicht eine Vcllmoudnacht erleben zu können, wenn der silberne (Mcfut'Ue unseres Erdballs seine Strahlen durch die osscnen Hallen gießt und feinen Schinuner über die arüncn Baume breitet, welche durch die bohlen Fenster bineinichauen. und ihr Geflüster im Abentwinde durch die Sale feckdcn. »reiche ebrmals das Rauschender Musik null der Glanz der Höftinge füllten. Aber diese leuchtenden Ruinen stehen mitten in einem .ru<terrollen Parke mit schartigen Alleen uralter Bäume, mit köstlichen 'Gängen durch dichtes Gebüsch und Laub- »rcrt. Nachdem wir diesen 'immer wiederbolt durchstreift bauen, nabmcn wir unter einem. Zelte des Kaffetiers Plav. unk erfrischten uns an woblbereitetem Kassee. Es Nossen im traulichsten Gespräche uns, von dem zauberischen Playc entzückt, die Stunden schnell bin.') Heselberg besitzt neben diesen Herrlichkeiten noch den l^l'arakler einer Universitätsstadt. Erwarten Sie keine Schilderung von dieser ihrer letzteren Eigenschaft. Ich batte keine Zeit, damit Bekanntschaft zu machen, und die -Studenten, dieich in Gruppen unk einzeln umberrennen sab. schienen mir gerade nicht der wissenschaftlichste Theil davon zu sein. Im Grunde genommen, verdenke ich eS der Iugenh nicht, wenn.sie vier während deS SommerS von der Anmulh der Umgebung, von der Nähe so vieler berühmter Gegenden und von dem Beispiel der zahllosen Fremden, welche durch Heidelberg strömen, verlockt? mehr in^die Nabe linfc Ferne würfln, alS hinter den B.ückcrn sitzt. Meine Frau ries aus: .;Hier muß jeder Jüngling "> Als ein Euriomm bemerke ich Jbnen noch. daß neben dem Hauvivortat auf dem Sckloßbofe eine Marmorvlatte eingelassen ist. auf welche lewebl in bebräischer al« in lateinischer Sprache unk Slbrift det Psalmver« eingegrabeui »Die« ist die Pforte rum Herrn. Gerechte gehen da hinein." zum Dichter werden!" Dies wäre freilich das größte Unglück. Am anderen Morgen trennten »vir unS und Jeder zog feines Weges. , i)r. Elias Rosst. Biographische Skizze von Prof, dclla Torrc. ^siach den ärcd. tsr. de Fr.) - - Herr Finzi. ein berühmter Arzt in Ferrara hat vor einigen Monaten eine Biographie seines Zeit- und ReligionSgenossen. des Donor EliaS 4Rofft herausgegeben, welcher Leibarzt Halim Pascha s war. Indem ich mich dieser interessanten -Brochüre. welche dem Schriftsteller ^nichr weniger Ehre als dem Menschen und Gelehrten macht, anschließt, werde ich hier eine kurze Skizze von dem Leben dieses merkwürdigen Mannes geben. . EliaS Rosst wurde zu Ferrara am 27. Oktober 1816 in einer achtungswerthon Familie geboren, welche durch Unglücksfälle in Armuth versunken' war. Schon im zartesten After zeigte er glückliche Anlagen zum Studium, welche ihm jedoch nichts genützt hätten, »venn eine edle Seele ihm nicht zu Hülfe gekommen wäre. Sein Vater, dem das ftühkeimende Talent des lhcuern Kindes mit Freude hätte erfüllen sollen, betrauerte feine Unmachl, ihn nicht auf die wissenschaftliche Bahn leiten zu können, auf die ibn eine entschiedene Neigung ver»vieS. In feinem Schmerz entdeckte er seinen Kummer dem Herrn Finzi, der davon ganz bewegt wurde, und durch sein humanes und mitfühlende- Her; getrieben, die Erziehung deS jungen Elias übernahm. „Am folgenden Tage." sagt der Biograph, „brachte mir der glückliche Vater seinen Sohn, der kaum dreizehn Iabre alt »var. .und mich von da an nicht mehr verließ. Er war schön, heiter und freundlich, er hatte ein lebhaftes Auge, eine breite Stirn, .eine zuvorkommende Miene, in der sich die Güte seines Herzens und die Schönheit seines Talentes spiegelten. Die freimüthigen und schnellen Antworten, die er mir auf einige an ihn gerichtete Fragen gab. weissagten mir seineglänzende Zukunft." Herr Finzi hielt Wort. Er ging gleich an s Werk unv beschäftigte sich zuerst mit der literarischen Erziehung feines Schülers, indem er die leichtesten Methoden befolgte: die Sprachen, die Muttersprache vor Allem, die Geschichte, die Poesie, die Philosophie, die Elemente der Wissenschaften, nichtwurde vernachlässigt. Besonders aber mußte sich sein junger Zögling des Studiumder Bibel befleißigen, denn vor Allem suchte er das religiöse und moralische Gefühl in seinem- Herzen zu entwickeln. Begabt mit einem wunderbaren Gevächtniß, mit einer feurigen Seele, einem lebhaften. Gefühl, einem gesunden 1) Biografia di S. E. il signor dottor Elia Rossi bi Ferrara, ora in Egitto, Kaimacan-Bey. membro di molte Academie scientificbe e letterarie e medico personale di 8. A. R. il principe Halim-Pascia, gorematore generale tlel Sennar, scritta dal dott. Mos« Leone Finzi. Rovigo, MineHi, 18B6, 76 Seiten in 8. Diese Broch üre ist im AuSlaude gedruckt, weil in den römischen Staaten die Presse für die Juten stumm i»'r.

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