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Jüdisches Volksblatt · 1857-01-01 · 46 (1857) · p. Seite 182

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
46 (1857)
Date
1857-01-01
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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springen. wo es galt. soviel Menschen wie möglich auf dem kleinsten Raum zusammenzupferchen. um diesen Raum mit Mauel und Graben und Verkheidigern leichter um» geben;ir fcntun, da kein anderer Wall verbanden. Ge» walt. Raub und Mord abzuwehren. Wie in solchen * Städten nicht blos das Albmen der Menschen, sondern auch Freudigkeit. Tugend und reger Zinn möglich waren, laßt sich kaum begreifen. Dabin zeige manjenes abenteuerlichen freunde des Mittelalters, welche die'großen Elgenichaften dieser srcvelvollen -Zeit nicht genug rübmen können Man müßte ne lebenslänglich in solche Gassen cinsrcrren -^der koch so lange, bis sie ibren Wahnwitz gründlich ableugnen. Man vergleiche damit die bellen breiten Straßen der neuen Sr»tt. deren geschmackvoll« Häuser in lichten Farben prangen, um der Reuzeit ihre Würdigung zu ertbeilcn. w» nicht die Macht, sondern das Recht, nicht die- Verdummung, sondern der GeniuS tii* .Herrschaft r'übrr. Minen in ,enem. alten Stadtcheile liegen kenn auch die Plätze unk Gebäude, welche geschichtlich merkwürdig und. der Römer mit dem Marktplätze. wo die Krönung deutscher Kaiser gefeiert wurde, der Doin. wo ste üanfank — allein diese erschienen uns vielleicht weil die Erwartung durch Goelbe's bekannte Darstellung zu bock gespannt war., so kleinlich, daß wir die l'urt verloren, sie im Innern zu beschauen. da unS vielmcbr taS berrlichc Wenn in s Freie lockte. -Ankers freilich war unser Student gesonnen: er eilte in den Dom. um den Tburn» U> ersteigen und die Runkückt zu genleßeri. -dann in den Römer, um die Kaiserbilder zu mustern, während wir nach rem Maine eilten. Nnv bald in schattigen Baumgangen der Maienlust, der berrlichen Küble und der Aussicht über den Fluß uns erfreuten. In den schönen Arkaden/dieseS Vergnügungsortes nabmen wir trefflichen Salm zum Frübftück ein und wattdrenunS darauf nach einem anderen Eradttbeile. um in die Villa und den Garten des Herrn von Bcibmann zu gelangen. In dem kleinen Museum dieser prächtigen Villa war uns abermals ein auffallender Gegensatz beschieden. dieser Saal war es. wöbin der gräßlich verstümmelte Fürst Felir Licknowstv im Iabre zuerst gebracht worden;' der Kastellan, rer uns berumtubike. baue ikm die erste bülfreiche Hand gelieden: all' dies trA in einer großen Lirbegrapl'ie. auf welcher auch der Kastellan portraitirk war. targestellk. und rer Kopf des Fürsten in Gvps abgeknickt. Während wir noch in das Beschauen dieser Stücke, in die Erinnerung jener wildbewegten Zeit, die auch an uns uzit so vielem Sturm unk Web vorüberge. gangen, versunken waren, baue der Kastellan einen langen grünen Vorbang zurückgezogen', und winkte unS an eine Barre, hinter welcher in einer 'geräumigen dUstbe — die Ariadne auf Rares ausgestellt war. Die Sonnenstrablen fielen durch das rosenkarbige GlaS, welches das Dach der Rische bildet, und gossen einen rostgen . Schimmer über den weißen Marmor. Die plastische Schönbeil, die Bewegung m der Rübe, welche dieses Meisterwerk Dauneckcrs äuSzeichnen.' flößten uns Bewunderung ein. So trafen hier die Grauen einer jüngsten Vergangenheit mit der Majestät der Kunst ganz nabe für uns zusammen, und bewegten uns durch ibren Gegensatz um so tiefer. Wir durchstreiften alsdann den Park, der auf einem «ngen Terrain mit belkunterungswürdiger Geschicklichkeit die verschiedenartigsten Anlagen vereinigt, und bei dem herrlichen Weiter durch die Abwechselung deS Lichtes und der dunklen Schatten mannichtackes Ergötzen bervorricf. Wir ließen uns mitten ' in wohlriechendsten Gebüschen auf eine Stunde nieder, und batten bier auch da-Vergnügen, den Herrn Studenten, und zwar scbr ermüdet, zu unS stoßen zu sehen. Run noch einen Gang nach Emmerichs (Koscher-) Hotel, dem Nachfolger des bekannten -Hecht, wo wir ein ziemlich gutes Mabb einnahmen und kann zur Eisenbahn, um des Abends noch nach Heidelberg' zu gelangen. Die Bahn fübrt. wenn auch in einiger Entfernung. . der, sogenannten Bergstraße entlang. Das Wener war l überaus günstig. Die Sonne lag auf den grünen Höhe».! die bald zu Bergen, anwuchsen, deren Gipfel oft mit i Kirchen. Schlössern oder Ruinen gekrönt waren. Hier nnv j kort eröffnet«: sich ein tieferer Blick in die Thäler und! Berge des Odenwaldcs. Die Ebene bis an den Fuß der i Berge war mit Obstgarten. Städten und Dörfern bedeckt: und bei dem Vollgenuß dieses reizenden Anblicks stimmte 7 uns nur das Eine unangencbm, daß das Dampfroß so! schnell an Allem diesem vorübersäbrk, daß der rasche Zug ' der Bilder kaum mebr als eine Erinnerung an das Ganze! ohne bleibenden Eindruck der Einzelheiten zurückläßt, i Wir waren in Heidelberg. Wir hauen unS vorgenommen.! noch einen reckt vergnügten Tag mitsammen zu verbringen, s-denn in Heidelberg schlug auch r'ür u»S die Stunde der Trennung: Sie wissen, daß mein Schwiegervater nach Paris zu reisen hat. um ein ibm fatales Geschäft zu ordne», daß mein jüngerer Bruder der Student eine Tour durch die Schweiz machen will und daß ick in Begleitung meiner Frau nickt te^ Eur wegen, sonvern einer böbcren Mission zu genügen. vorerst nack Wiesbaden, kann nach Aachen geben werde. «Schluß folgt.) Rabbi Äsmael den Elisa, der Märtyrer. Von M. Hertz welk. «Aus.dem Holländischen nach den Xred isr. de Fr.) (•? .1lu ) „Himmlisches Wesen. 'Du willst Dein väterliches Hau», alle Freuden der Irgend verlassen, um mick dem Tode zu entreißen, mick. einen Unbekannten, einen Feind Deines Glauben«! Rie werde ich dies Anerbieten annehmen, und dann." fuhr er fort, indem er einen Blick aut seine Fesseln warf. ..hat man' mir auch die Flucht unmöglich gemacht. Aber weinet nicht, boldes Kind. Ibr sehet eS. ick bin ruhig und ergeben, mein Gott bar eS | so besohlen. was Sv thu» ist wohlgethan und was Er i bestehlt ist reckt. Wenn auch der Sterbliche nur Finster-; niß und Geheimniß sieht, droben ist Alles Klarheit! Ich! boffe. baß eines Tages meine Augen offen sein werden, und was mein Geist jetzt nicht begreift, wird klar und unversckleiert vor mir liegen. Der Glaube ist im Glück eine Quelle der Freude und Dankbarkeit, im Mißgeschick eine Stütze, welche auf dem dornigen Wege des Lebens erhält, besonderaber wenn man sich dem Grabe nähert." „Ack." ries schluchzend daS junge Mädchen. ,.fo ist denn

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