Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 45 (1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 3)
- Language
- German
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179 fang- Sic nfanntcn ihre Sünde». bete en den Ewigen an. den sie einst verlassen batten. venan melken sich mir mehr Eiker in ihrer Verbannung. ib-.e>. Zerstreuung, als ehedem in den Tagen deS Glücket res.j treten- und der Frcibelk. als Jerusalem noch die Köingli, d r Städte heißen konnte und der Tempel noch niavtt.ini* a,f Zion fronte. Ueberall bilderen sich kleine '^emeinren mir Rabbinen an lbrer Spitzt, die ihnen ein BkNriel und Tugend gaben: unter rbrcr Leu,:- g u 'nblie sich das Volk tvcnigcr wie Boten teS Himmels, «: 'o Vorschriften mit Pünkrlickke.t i.. 'er Frömmigkeit k ihrem Schutze eö verehrte sie :lneiir (besetzen und;.rbc blieb rö dem Einig-Einzigen ireai. trotz aller Anstrcn gingen. eS zur Abgötterei zu verleiten. Wollte man vollständig die Juden unterdrücken, ibncn jede Host'nung d r Wicdcrberstellung rauben? Blau mußrr sic der moralischen Stütze, die sie in ibren Geistlichen kanten, beraubet. Lbnk Tcnipcl. um ibren» Gotte zu dienen, obne Rabbiner zur Erklärung des Gesetzes, würde da-Volk »ach und nach einer rieten Unwissenheit erliegen, es würde sie? mit den Heiden vermischen unk sein Name würte keir c Spur lassen. 41,'cbr als ein Rabbiner wurde das O-'fee dieser Verfolgung. aber ibre Schüler ließen sich d iturck nicht ab» schrecken von der Erfüllung ihrebimtuliscken Berufe-: ne vollbrachten mit E'nlbustaSmuS die ibneu auferlegte Aufgabe und empsingen die Krone des Rart'.'rthums anz. Ende ibrcr mübsamcn Laufbahn. Einer unter ibneu war Rabbi Isina l ben Elisa. Er b.inc mit Liebe da- Volk iinrerrichrek. er »rar berübmt durch' seiuc Frömmigkeit, seine Uneigenn ltzigkrit und seine Gerechtigkeit: aber diese Tugenden wäret eS. welche ibn den Tbraunen verhaßt und verdächtig nir»leu und bald wurde er in einest riefen Kerker gewortea. DaS Unglück batte diesen Mann von seiner Geburt an verfolgt; er war kein Fremdling im Gckangniß. e, batte schon als Kind darin gelebt, in so zartem Alter, daß er sich noch keine Vorstellung von der heiligen Sa»?, für die erlitt, machen konnte und sein emsiges Verbuchen war seine Abftanlistnng gewesen. Er war dieser ersten Gefangeni'chast entrönnen, aber die Freiheit war kur ibn niftt' die Freude unk das Glück geworden. Innrer batte er die Leiden seines Volkes vor den Augen, er tbeilre feine Leiten, suchte cs zu stützen und dränget seine wkisbeitsunt glaubcnsvollcn Reden in daS Her; seiner Bruder. Er sübric jeden Ungläubigen zun» Glarben »ltrück. jeden Sünder zur Reue und er süblte die Wirte seines Lcbrerö rn Erfüllung geben: „Ismael ben Elisa wird eine- Tages ein großer Mann werden'." DaS Gefüb feiner Sendung, die Verehrung, die ibni von allen Seitin zu Tbeil wurde, hauen ihn für viele Leiden entschädigen können; ein einziger Schlag aber traf ibn zu tief; IaÜre waren seitdem vergangen, aber immer blutete die Wunde, die man dem Herzen des Vaters bcigfbracht, indem man ibn seine beiden Kinder, seinen einzigen Schatz, entriß. EbemalS hatte er.im Tumulte deS täglichen Lebens, in der Erfüllung seiner Pflichten alS Richter, als Rabbiner, als Israelit die Beruhigung, die augenblickliche Vmgeffcnbeit, wenn nicht die Tröstung seiner Leiden gefunden; jetzt war er allein, verlassen, z« trauriger Unthätigken verdammt. Die lüstern Bilder der Vergangenheit erholen sich deutlicher vor ihm und er fühlte sich von schreck! cher Ungewißheit!.d von bimmlischem zfen sie. wir sind fest komme,". lief Be» finstrer Kerker war gequält; waS war aus seine» Kindcrll geworden? trugen sie noch das Joch der. Knechtschaft;odsr gar. schrecklicher Gedanke-! hatten sie ibren Gott verleugnet? Nein, sie konnten cs nicht, die religiösen Grnnidsätze, die er ihnen seit ibrer zartesten Kiffvbeit. cingeyfla^tj daS Andenken ib'rer Vorfabren, die Alle Priester im Heiligtbum deS Herrn gewesen waren, mußten sie tfor dem Abfall bewahren. Aber obgleich er dieser l^rberzengung leben wollte, war doch' Rabbi Ismael nicht iüberzeugt und ms* brachte seine Tage in Schmer; und seiuc Rächte in Schlaflosigkeit. Einmal jedoch siegte die Erschöpfung des Körpers. sein Haupt sank herab und er "schlief. Ein reizender Traum fesselte seine Sinne, er sab seinen Svbn und seine Tochter zu sich herabsteigen, stuhlei Lichte. „Vater, weine nickt mcbr. ri in unfernr Glauben gewesen.-wir kosen jetzt die Seligkeit der Frommen, wir erwarten Dick in diesen himmlischen H,pbiren." „Ich komme. ick Elisa, und erwachte. Aber wie. fei»; von einer Fackel erleuchtet.' eine liebenswürdige Erscheinung beugte sich über sein elende- Bett. War' eS-, Wahrheit? jiand er noch, unter dem Einflüsse des Trau-* mes? Rabbi Ismael erbob sich s» w, it es ibin seine Fesseln gestautsten. Eines Tage:- war «r ei» schöner Mann gewesen, aber der Schmer; batte sine Haare gebleicht, sein Gesicht gefurcht und er glich einem ehrwürdigen Greise. ' ' „Wer sttd ihr?" fragte er mit ei stauntem Tone. | „Seid ruhig." antwortete eine fünfte -Stimme, „verrathct mich nickt;,ick bin Lucia, di« Tochter des Ruws, des. LandpflegerS von Palästina." Zudem sie diese Worte sprach, erhob ne den dichten Schle-icr. der ibre Zuge bedeckte unk zeigte ein so giunutbigeöso von himmlischer Unschuld strahlendes Gesicht, daß dap Auge davon überrascht und gefesselt wurde. Bein» J^rmen RllsuS fühlte der Gefaiigene einen Sckatrer feine Glieder durcheilen, dieser Name rief ibm alle Leiden seiner GlaubcnsbTüdcr zurück. 'R^lfuS»' der Elöuverneur, t^ar grausamer, unmenschlicher als sein Kaiser Hadrian, Sein unersättlicher Blutdurst batte unzählige Opfer gestjürsi. auf seinen Befcl't war der Pstrrg über den, heiligen Berg gegangen, damit auch die geringste S^r tet j frühen» Herrlichkeit verwischt würde-, das letzte Zeichen! der ans immer 'vernichtetet^ Größe Israels. „WaS führj rie Tuchler de- AlufnS in mein Gefängniü?" fragte Rabbi Ismael. indem er voll Vrrwunternüg daS schöne junge Mädchen astsah. ,,Die List und daS Gold haben mir den Weg zu - Euch gebahnt, ich will Ellch von eitzem schrecklichen Tote retten. Mein .Vater ist streng in! seinen Aussprücken. - unerbittlich in seinen Strafen; cs Klebt nur ein Mittel seinen Zorn zu stillen und Euch kille glückliche Zukunft zu versichern; wr»llt Ibr meine Bitw hörtn? sagte sie mit verführerischem Tone, nur einem Ohscr unterwerfet Euch und..." - - 1 Rabbj.Ismael gestattete ihr nicht. auSzusprechen. die Entrüstung glühte in feinen Augell und seine Stimme zitterte vor Zorn, indem er sagte:! „Ach, das. verschafft mir die Ehre Eure- Besuche--, Idr battet Euch diese )(v Versül Mübe sparen können. ick kann d rsührung Eurer