Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 4 (1856-1857)
- Issue
- 7 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
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26 nehmen sollten, so ist es, -aß er mit uns große Absichten hat. Za, glaubet nur, daß die wunderbare Erhaltung deS DolkoS Gottes idren Grund, daß Israel eine glorreiche Zukunft vor sich hak. Hütet also wachsam daS heilige Vermacktniß,. das unsre Väter uns überliefert haben, damit wir unsrerseits dasselbe unberührt demjenigen, die nach uns kommen, über» liefern.'und daß die religiöse Idee am Ende in der zanken Welt rum Liege gelange. „Fchhn fort', meine Linker, euch unter euren Mitschülern aus;u;erch»en. aber vergesset mcht, daß ihr Israrlticn seid. Werder würdig, eines TageS französische Bürger >u fein, aber «Vir;u gleicher Zeit fiel; aue diese anrere Nationalität. die ftir 4 Zabrrausenden rarirr. an euch. rbeure Mitbürger, an ruck, ibr Eltern rer Zöglinge, wenden wir un*.. Leid ja recht ron rer No'rkwenrigkeir rer religiösen Studien vurckrrungen; unterhaltet bäusig eure Kinder von rer Vergangen, beit ibres Siayimes, von ibren Pnichren in der Jevrzeir und een Honnungen rer Zutuns. Wir müssen nickt beitänvig die Interessen ces Tages im Äuge bähen; es in nicht binreichcird zu wissen, was dazu gehört,. um mir b'bren daS Q^rcc res Leibes zu gewinnen, eS giebt. auch ein Bror rer Lecke, ras man zu erlangen versteb.n muß; unv riew geistige Nabrung, wo ist ne zu sinken, wenu Nicht in unsren beiligen Sckpjften? ■ Spornet eure Kitt, cer an. zeiget für die ^'raelitischc Lckule dieselbe Sorg- - Jalt, alS füc rie allgemeine: die eine ist nicht weniger unentbrbrlich, als rie andere. Begreifet dieses selbst uns ibr werdet es euren Kindern begreiflich machen." — 'Abgesehen von rem Wcrrhe dieser Rede, ist cS außerdem bemerkenswert!'^ daß sie ihrer"ganzen Länge nach von einem.polnischen tranz.) Blatte gegeben werden. Der Tchlüffel. Erzählung von Dilbelm r<i*. .tfiiif geraume Zeit, mehr denn drei Menschenalter, liegen vor rem Tage — fast, glaube ich, war es der 13. Lewes —' vor rem Tage, an dem sich die Begebenheit zuirug, ric ich in Folgendem;u erzählen im Begriffe bin.' Stünde-ein Jude der damaligen Zeit aus feinem Grabe auf und sabe ras 'Treiben seiner Ur- und;llnu* enkel recht gründlich an. er würde unutulbig ^lack^ftinem Grabe sich zurückfthnen und bekümmert ausrufen: -Heuie braucht Hub den Schlüssel nicht lange zu suchen, er bangt - ganz richtig an seinem Nagel. Denn vor diesen drei Menschenalkern — ob's noch zwanzig oder dreißig Zabre darüber waren. kann ich nicht verbürgen — awr riefen drei Menschenalkern also waren die Juden in L. noch sekr fromm, d. b. ne besuchten daS Gotresbaus —<in Jeder von ihnen — regelmäßig zwei Mal res Tages und zur OmerSzeir —-zwischen Bestach und Schewnot — auch drei Mal. Keiner fehlte; und bäne man ihnen damals gesagt. baß eine Zeit koulme» werde, wo inan mir Mühe nur ein einfaches Minchan zusammenbringe, oder gar-eine Ze«'r, wo mrae Diesen und Jenen bezahlen müsse, um seines Tempelbe- ‘ -u fein, diese Juden hätten den Propheten ficherabun lassen^ Za. was noch mehr! Wab- jüdischest Frauen in L..— mit Aus- ' nähme der Festtage nur am SckabbeS nach ibrem „Aufstand" in den Tempel gehen, scheuten jene des älteren Geschlechtes weder Schnee noch Regen, sie kannten kein. Früh, kein Spät, wenn der Schames ein Mal geklopft hatte. Und wenn man es nicht verlangen kann, daß eine HauSfrau täglich in die „Schul" gehe, zumal des Morgens, wo so viele dringend, Geschäfte ihrer sorglichen Hand warten, so muß eS doppelt in die Wage fallen, wenn sie — diese ehemaligen Frauen nämlich — wenigstens Montags und Donnerstags nicht fehlten, und cs cabei um das Haus» doch nicht schlechter bestellt war, kenn beute Dem Gesagten^ zufolge darf es meine freundlichen Leser nickr wundern, wenn an diesem 13. Tewes — es war ein kalter, sebr kalter Tag — wenn alio an diesem 13. TeweS — einem gewöhnlichen Wcrkelragsabende — viele Menschen zum Tempel -eilten. Mehr 'wundern muß es n:;S. daß riefe vielen Leute nicht in den Tempel gingen. sondern 'Alle — Männer. Frauen und Kinder, im bunten Gemisch vcr demselben steben blieben und sich nach und nach zu euiein gewaltigen Knäuel anschaarten. Unk warum tbalcu sie also? Keineswegs, um sich durch die strenge Kalte abzubarien, sondern einfach darum, weil dev Scbames den Schulschküssel noch nicht gebracht. Allmälig wurden die Naien blau und die Hände starr, eie -Väter mußten für die jungen Herrn beständig das Taschentuch in Wer/ setzen. kein Arg also riesen Leuten, wenn ihre Geduld :u unken begann. Und devl Reb Salme, dem Schames mochte eS — wo er auch immer war -— unaufhörlich im Ohr^ gellen, und zwar im linkendenn man sprach eben nickt daS Schönste von ihm und feiner Amtslhärigkeit. „Wir sollen warten; va warten," sprach jetzt ein Manncken von mittkern Zähren ^ind sichtlich erregbare Gemürbe, — wir sollen da warttn, aus der freien G in aller Kälte?! Der ist der «err, ich oder er? . a uns lebt er! " . ..Recht Hai er." murmelten Andere dazwischen. „Wenn er ScknapS trinken will, soll er zu einem Branntweinbrenner in die Lehr' geh'n, braucht er chames;« sein,"' sprach wiederum das hitzige 9*" . ..Ganz in der Ordnung," stüsterlen wied rurernd und klappernd. ..Kbolußstven," fuhr rer Zornige, vurck men der klebrigen immer gereizter fort, sag' ick, und einen andern SckameS eins ist nickt auf Reb Salme gebaut. Was und trinken und scklasen. Har'S Einer wie er? Kbolußsiven!" ..DaS sind übertriebene Sachen," ' ein Nachbar in ric Rede, „wegen d- Khol nickt sitzen, wenn man's Rcb S.- wird rr'S daS andre Mal nickt hast-" „Glaubst tu?" unterbrach dep een. „Du rcd'st für den Schames. n Mincka immer weckt. G'rad so neu-n Lehrer: weil er den ganzen T dern und'ihnen in die Ohren t ti^et Lehre,. *Vinn fr j-^on fejnfn t IttiV S nicht a,.- „h „reine oder a« t