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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 7 (1856) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1856-1857)
Issue
7 (1856)
Date
1856-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. * Zur! I Zielehrung und -Unterhaltung auf jüdischem Gebiete. Herau-gegebea von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. ' fRo. 7. 1856 ] Pon eif(er ajeufdirlfi »rfdxint «SäitnUt» ein» Stummer. Prell tk» Jade« »»ng« > LdH. PierieltLdrig 7'/, Par. SU« t'u<bbanfcluoj»n. P»K2«ier mb grliungsekvrditronen atbmen tTftfQangfn »». Ewarlil.! Laß Dein Kind unterweisen in der Religion Israels! In Nancy (Frankreich) giebt «S seit mehreren Jahren keine jüdische Elementarschule mehr. Die Kinder besuchen die städtischen Anstalten. DaS Couststbnum richtete ein, städtische Religionsschule ein, aber der Besuch war mangelhaft, und die Schüler zeigten wenig Lust und wenig Fleiß. An dem Tage, wo, nach französischer Güte. Preise an die besten. Schüler vertheitt werden sollten, konnten keine verliehen werden, sondern mußten vielmehr strenge Mahnungen an die Schüler gerichtet werden. Am verflossenen Sabbath wurde diese Sitzung gehalten, und in derselben hielt ein Mitglied der Schul-Commisston, Her Levv-Bing*), eine Anrede an die versammelte Jugend, welche wir hier in wortgetreuer Uebersetzung wieder geben, eine Rede, welche sich dem Besten, wa« über diesen Gegenstand gesprochen worden, anreibk. ,6r sagte: „Theure Jugend.' * .Mit wahrhafter Besriedigung sehen wir euch die ös- 'tätlichen Schulen besuchen; ihr nehmet frühzeitig die Gewohnheit an, alle Kinder anderer ReligionSgenossen- ,'Lasten als eure Brüder zu betrachten! Da ihr alle dazu "ken seid, Theile derselben Gesellschaft auSzumachrn, i. zusammen erzogen zu werden. Dadurch lernt inen, achten, untereinander lieben und befolget ne Kinder, jenes erhabene/über den Eingang 'S geschriebene Gesetz: „Du sollst lieben den n Gott, von ganzem Herzen, von ganzer tem Vermögen, und deinen Nächsten wie - Bande, in der Jugend geknüpft, find schließen sich nur immer fester, in dem im Leben vorrückt nnd auf diese Welse tbeile, von denen wir so viel zu leiden jurzel zerstört. ■ muß sich in diese Wohlthat bitteres Verhehlen wir eunö nicht: die reunter unS sehr' vernachlässigt woreciell jüdische Schule nicht mehr eriwo wir euch i|m unS versammeln, euch zu beglückwünschen, euch zu betag Ist der geistvolle Ue^rfttzer unsrer nlwiSclung der teltal^-Ldee t« Jnnud Islam." Kedact. lohnen, sondern euch zu mahnen, daß eS rufe“erste Pflicht ist, die Religion eurer Bäter kennen zu fontn^ „Indessen, iudem wir.^ch aussprechen, waS eure religiösen .Studien zu wünschey übrig lassen, macht eS.unS Freude, anzuerkennm, daß! ihr den Nämpn.„Jude" nach außen zu Ehren gebracht habt; wir kenckdn die Erfolge, die ihr inmitten eurer Kameraden erlangtf habt, und beglückwünschen euch deshalb! mit vollem Herzen. „Aber wir beschwören ^euch, theure Jugend, vergesset nicht die heftige Sache, dep ihr angehört; und, wenn es wahr ist, daß man bei unsren Kindern ausgezeichnete intellektuelle und moralische Fähigkeiten bemerkt, müssen wir gedenken, daß wir diesen Vorzug dem Berufe, dessen un- Goit gewürdigt, den Kämpfen, di» unsre Vorfahren so tapfer bestanden, und den Prüfungen, die ste mit so großem Mmbe und Ergebung erlitten, zu danken haben. ..Um' einer so edlen Abstammung würdig zu sein, um unS auf der Höbe unsrer Ausgabe, die unS in der Welt zu erfüllen bleibt, zu erhalten, bedarf eS. daß Jeder von unS in der Religionsgeschichte, als wie in seiner eignen, zu lesen verstehe, und um'dieS zu erreichen, wo gäbe ,S «in anderes Mfttel, als immer und ohne Unterlaß ZftS beilige Buch, die Bibel, die der Schatz der ganzen Menschheit geworden ist. zu lesen? MoseS, die Propheten, die .heiligen Scribenlen. heißt eS nicht, sich mit ihnen einigermaßen idenrificiren, wenn wir ibren Worten lauschen? Aber um die ganze Schönheit dieses Wortes zu empfinden, um euch ganz von seinem Geiste durchdringen zu las«, sen, müßt ihr eS nicht in einer blaffen Uebersetzung. aber wohl in der Sprache unsrer Väter, in der Sprache, die Torr selbst zu ihnen geredet, lesen. „UnS verdankt die Melodie Aufbewahrung diesekostbaren TerteS, von dem man eines TageS «och mehr die ungebeure Bedeutung erkennen wird; dieses TerreS, der -an Schönheit, Energie alle bekannten Sprachen überragt, der für unS d«S mächtigste religiöse Baad ist. und der auS allen über den Erdball zerstreuten Israeliten nur ein einziges Volk macht. „Ihr seid noch zu jung, meine Freunde, um die ganze^ Größe der Aufgabe, welche die.Vorsehung unserm Stamme aulerlegt, zu begreifen. Aber wisset, daß die! Sendung Israels nicht beendigt ist. daß wir immer das Werkzeug Gottes inmitten der Völker find. Wenn Gott'gewollt hat, daß wir mit den übrigen Völkern der Erdmischt wurden, wenn er gewollt, daß wir ihren Arbeiten, all?n ihren Demühun Fortschritten, ihren Gefahren, sowi

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