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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 48 (1856) · p. Seite 191

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
48 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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baue, die ihm einige Z!cir merkliche Erleichterung gewährte. Zm Frühjahr 1 qroßrr Heftigkeit auf, ut Aufenthalt in re in.er G 855 trat seine! Krankheit mit d die Aerzte reihen ihm den birg-luft. Dechzufolge zog er »ach Löwenberg. um audi die Nähe seinqr dort wohnenden liebenden Verwandlest zu genießen. Doch auch hier verbesserte sich sein Zustaiv keineswegs. Im Gegentheil traten alle Symptome sein >r baldigen Auflösung ein. Diese erfolgte in dem viel zu frit »rit, noch nicht vollendeten Alter von 44 3ahren. in ruhig« r Ergebung in den Willen der nnersorschlichen Vorsebunc. Er ruht aus dem GotleSacker zu Löchrnberg. Sein Grabstein enthält eine vo Grabschrift in hebräischer feyung: i einem seiner Freunde verfaßte Sprache und deutscher lieber-- . '7222 Tf-r rpp: 2 «2 *rrr ‘"'PN T^K TU! 3TF* DTIT fV“ , ’2-'-NC2 77p r:r' TOT Ö2n . ':rec b« t*h npb! nfrst ..Hingeraffk bist, Freund, Du in der Blüthe Teints Leb, 0 Biedermann! für diese Welt von ul«» geschieden. Ein leuchtend Vorbild Deinen Brüdern, voll deS edlen StrebenS. Nahm Gon Dick von uns weg. Du rpeilst nicht mehr hiniehen." Friede seiner Asche.'' Cosel. Mose.» Ring. Briefe aus Bad Homburg. III. Bon L. Lehmann. Unser Homburg liegt in der,nächsten Rühe Frankfurts, m einer Gegend, wo die Natur Alles aufbttlet. um Einem r-aS Leben' angenehm zu machen. In des Mitte dieses Homburgs. vaS ich «o sehr liebe, liegt die Iuvengaffe. scheidend die Air- und die Neustadls in ihr wohnten früher alle hier ansäffigtn Juden, aber seit üngefähr zwölf Jahren, seitdem unser Städtchen so herrlich als Badeplatz emporblüht, waaderttn viele, viele hinauf und mancher fremde, hier Bürger geworbene Jude gesellte sich dazu, und sic haben Häuser sind Läden binqestell» die der Stadt zu wahrhafter Zierde gereichen. — Aber wenn der Sam»- rag berannabt. da wird die Judengasse, die übrigens zu den schönsten und regelmäßigsten Straßen hier zählt, von Alle» ausgesucht: m ibr steht die Svnagoce, unv zu-ihr wandern Alle. Wir treten ein. unv ein Gebäude empfängt nnS, dem wir im ersten Augenblicks ansehen, daß es nickt würdig ist für eine Gemeinde von ca. 100 Fa-, mitten.' Jede» Plätzchen ist hier benutzt, lein Raum für rie Gemeinde, für den Chor, geschweige denn für die vielen hierber kommenden Fremden und liurgäste. Der übrigens befriedigende Vorsänger ist Mb« fertig. so eilt man hinaus, um frische Luft zu schöpfen, der Hitze loS zu werden, die hier den Synagogenbeftch zum Opfer stempelt. Warum übrigens aus dem projectirten Synagogenneubau bis jetzt nicht» geworden, da» «st leicht zu errathen. denn fo lange nicht der nach einem würdigeren Gotl,»dienst rc. verlangenden Partei Bürgschaften geboten sind, daß für Synagoge, Schule und sonstige iJnstttutionen eine andre Richtung eingeschlagen werdet so lange wird sich diese nicht bereit finden lassen, Tempel und Schulen bauen zu helfen. — Aber ich habe in Ihrer ebenso gediegenen als geschätzten ..Zeitung" in 3hreim Berichte „aus der Reise" einen so schönen Satz gesundest, den ich - mir, wie so manches Andre, gemerkt habe; Sie sagten nämlich darin: „ES giebt Dinge, über welche'man ,am ‘ liebsten, am bequemsten und mir dem größten Rechte nickt» sagt," — unh darum will ick hiermit abbrechin und mit | etwa» Schönerem fortfahren. — Nachdem min nun zu 1 HauS angekommen, und die Annehmlichkeiten jüdischen Freitag»Abend» genossen, eilr^man im Sommer noch 'ein wenig aus die. sehr belebten Straßen und Spftziecgänge, zum schön erleuchteten Kurgarren. zur Terrasse! de» Jtui* hause», wo man von apßen lwenn'S innen zwtiheuer ist) manch' herrlichen Sänger und Sängerin recht gut höre« kann, oder man geht oder setzt stch „unter die Orangen", ' die die vordere Seile deS Kurhauses einnehmen. 3m Winter ist diefeS anders, da werden Familientusammen» künste gehalten, oder man geht zu B.. wo rund um den Tisch eine Gesellschaft Play nimmt, die recht lebhaft und gediegen die politischen und religiösen Ereignisse der Woche bespricht, oder in den Concertsaal des Kurhaus«», wo ein rübmlichst bekannte» Orchester dem Hörer die! Stunden vergessen macht. WaS Wunder, daß man recht erquickt dann schlafen geht, dem großen Gotte dankend, dev seinem Volke Israel auf seiner Pilgerschast den Sabbath a!» Erquickung gegeben. Am Morgen ein andre» Bild. Man erbebt ffch vom Lager; derjenige,'der e» frühe chut. um zum^Curbrunnen zq gehen, kann erst den im Interesse det Curgäste eingerichteten FrühgotteSdienst (masisn) besuchen, und nachdem derselbe geendigt, gehst er zu den Quellen,. wo ein herrliche» Schauspiel dem entzückten Auge sich, darbietet. In den schönen und breit angelegten Alleen. Promenaden und Gängen dränge» sich die Menschen, besonder» jetzt, auf dem Höhepunkt der Cur, wo ca. 4000 Menschen die Quellen besuchen, vom.nahen Pavillon ertönt die Musik, brginnenv mir einem herrlichen Morgen - Lboral, i und „da» Auge wird nicht satt vom Sehen, da» Ohr dom Hören! ".Man steht hier meistenfröhliche Gesichter, selten einen Leidenden, denn die Meisten kommen hierher, um in ein Bad zu gehen, der Mode wegen. Rund um die Quellen da ist da» größte Gedränge, neben des« beweg.-» lichen Franzosen steht der kalte und gemessene Engländer, neben dem Fürsten der Bürger, neben der Pritzzesstn die einfachste Frau, und Geistliche von vgkschiedenen Eonsessionen, sie alle warten hier, um stch. wre unsre Patriarchen, von den hier Wasser spendenden Mädchen bedienen jirlaffen. Unter den hier anwesenden, in größeren Kreisen bekannten Persönlichkeiten^ nenne ich Ihnen den Oberrab» - Sinti Dr. Adler voq London, vr. I. Mi Jost au» Frankfurt a. M, Krei-rabbiner Goldman» ans Eschwege, und Wetzlar au» GudenSberg. Al» Passanten nenqe ich den Oberrabbiner Weil au» Algier, der vor zwei Jahren eine längere Zeit al» Eurgast stch hier aufhielt; dei kftben»- würdtge Obrrrabbiner Klein au» Colmar wird' noch al» regelmäßig wiederkchrender Badegast erwartet, Ebenso dey /

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