Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 45 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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über die Rabbiner, hatte der! Resch-Glutha, R. Saadiah unterstellt warj Da ereignet« ibm einst der Resch-Glutha die Zumuthunx Zustimmung zu einer RechtS-Entfcheidung R. Saadiah mit gutem Gewissen nicht killigen konnte OrffrniUchkekt. Eine Parte und sohin ablehnte.! Der Aesch-Glutha — gewohnt — drobte!. Der gewissenhafte trotzdem standhaft bei seiner Weigerung; der sprach den Bann aus. Ga« diah verharrte »nbeuqfam bei seiner Ansicht und schleudert! den Bann zurück. Da kündigte ihm, wie vorauSzufehei, der mächtige berief ein anderes Schulobe chaupt an fein:r Statt. R. Saadiah mußte fliehen und sich 7 volle Jahre vor seines Gegners Nachstellung in verborgener Einsan keit sicher halten. Ein unerwarteter Ztsfall rief ihn Wieder an di« 179 dem also auch eS sich, daß machte, seine zu geben, die so was nicht Rabbiner blieb Resch-Glutha hatte ihn närrlicb bei einer Rechtssache, zum Schiedsrichter gewählt, did Gegenpartei wählte den ,Resch-Glutha. AIS dieser von >der Wahl deS Saadiah horte. gcrieth er i i solch' wüthenhe Erbitterung, daß er sofort dessen Wähler vor sich laden! und von sei nein Diener so hart geißeln ließ, daß seine Kleider zerrissen und in solchem Zusta >de der Gemeinde da- Erlittene mit den schwärmst,n Farben mittheilte.! Ein angesehener Mann legte sich ins Mittel, um da- Murren der aufgeregten Gemeinde zu beschwichtigen. Et lud den R. . ...7 Saadiah und den Resch-Glutha zc, gegenseitiger in seinen begeisterten GefichtSzügen von!dem Geiste deS Versöhnung zu einem Gastmable ein. 'Die Versöhnung kam zu Stande, und schon! den nächsten Tag. an einem Purim, wollten sich beide Herren vereint bei dev Mahlzeit sehen. DaS bisherige Bl nehmen deS Sfl uloberhaupteö Halle aber dem Rcsch-Glu ba solchen Respect vor dem selben eingeflößt, daß er z, m Zeichen der Ebenbürtigkeit nur durch das Loos entscheiden lassen wolte. wer von Beiden den Andern als Gift laden sollte. DaS LooS entschied^zu Gunsten deS krilfürsten, und dieser bewirthete den Lehrer mir solche» Aufmerksamkeil, daß er zwei volle Tage bei ihm blieb lind sich erst am dritten fteudigen und fröhlichen HerzenS verabschiedete. Charakterfestigkeit und merschütterliche Gerechtigkeitliebe erzwingt selbst die Achtung der Feinde und erreichen immer ven Sieg. Eine Gruppe vom gend im Gerste für den Sieg seine- Dosse-, im Begriff, den Arm Gottesegnend auf dasselbe herastzuziehest. 'Wenngleich der Heroismus durchaus nur Hanstlungestbedingt, so giebt auch diese Auffassung de- Mostder stüahrheit im weitesten Ginn die Ehre, indem hier her Pro!pyet nach einem ergreifenden tagelangen Gebete zuh Lenkung einer Schlacht seinen Beruf thaksächlich vollziehst und hii originale Intention, nach welcher Rauch die Aufgabe! he- Religiöfen in seine, Kunst löset, nämlich! den gfchaltigen Propheten in diesem Geiste heroisch darzststellen, j erscheint unals Vorwurf für die Kunst, einetz mythologischen TvPuS der historischen Figur anzülegen, als genügend ge. rechtfertigt.! Die Gruppe b'astrt sich in ihrer Anordnung.! dem geschichtlichen Hergang, gemäß, auf einem Hügel. Most« fitzt zwischen Aaron und Hur, welche unterhalb seiner Arme stehen, auf einem Steine, fein-Oberkörper ist. en^aS vor» gebeugt, der Kopf emporgerichtet. die vor» Gewände entblößten Ä^me sind auSgebreitet erhoben. Die lisike Hand umfaßt einen kurzen Stiab, den Stab Gottes. Die Hingebung deS inbrünstigsten Gebete-, daS glühende!Erflehen einegnadesreicbeü sichtbaren Eingreifend der Göttlichen Macht in den Irdischen Kampf, erfüllt sich für! die Anschauung in -Vieser Bewegung de- Oberkörperergreifender Darstellung; danach oben gekehrtte Haupt strahlt Moses im Gebete während der Schlacht wider die ArraleÄter. Professor Chr. Rcsuch. Sicherlich interessirt es >uch unsere Leser! daß der ehr. würdige Meister Rauch zu Berlin die Darstellung einer solchen Gruppe unternommen hat, zu welcher da- Modell jetzt ausgestellt, dessen Ausführung in Maimor aber der König jetzt angeordnet hak.. Aueinem Berichte in der Voss. Zeitung heben wir folgende Stellen hervor: Die Auffassung de- Rau h'fchen Moses ist ihrem durchgreifenden Charakter nach ine Verkörperung de- Geistigen in antiker Bildung; ec erscheint'unihn dieser Aufführung nicht als der ergre ste Heerführer. Üer Weltweise, der Gesetzgeber seiner Ratio,, wir erblicken tbn alS einen Heroen seine- VolkeS und zivar in dem erhabensten Momente, welcher feine göttlichen Eigenschaften am maßgebendsten in ihm vereinigt, im Gebete mit )ehovah, rin- Betenden. von dem gewaltigen Seelenfchtvunge zu Gott, welchem sich MoseS in diesem Moment völlig hmgegeben fühlt. Auge und Lippe bebt'und arhmel!dehimmlischen Drangevoll, mit welchem Moseim bohren Vertrauen zum Heile seine- Volkein da- Auge des Allerhöchsten schaut...Die strahl,nartige Aureole ist aun seinem Haupte verfinnbildlicht, 'wallende-,lange- Haar umkränzt das leuchtende Antlitz ins den. lebendigsten Formen. Die Schulter Derartig hrappirend, fallt rjom Htzupte. der der sich an der linken -stufte n^ch vorn anter^dem gefälligsten Falvenwurf hinglei- -der Gestalt schl Mantel herab, durchzieht und tend daS Unter zewand und die. mit Sand!alen^ bekleideten Füße sichtbar verden läßt. Zur linken jSeite Mose am Hügel auf de-! linken Knie ruhend, stjhr der Priester Auron. Seine Rechte dient dem Arme die- Bruderzur sichern Stütze, der andere Arm Aaron-I, des Priestergeistige Spannung durch eine psychologisch^ Bewegung sehr fein nüancirend, streift den Körper de- Artenden. Der^ Kopf Aaronerscheint im Profil, geneigt, feinem Ausdrucke nach im! Anschauen deS Betenden versunken. Die hohe Stirn ist von einem Faltenpaar purchzogen, der Scheitel vom Haar entblößt.. Die Anlaste dieser Figur ist in der Plastik von außerordentlichem Erfolg durch ihre Naturwahrheit, durch die feine Charakteristik deam Gebete hängenden Priester-. Don dem erhabenen Einflüsse de- Gebetdurchdrungen, tragen die Züste Aarbnüber ein Ermessen de- Au-gangzugleich den sorgenvollen Ab» druck de- Gelingens. DaS geschichtliche Interesse! ist durch die Konsequenz de- Priester-., welche auf! den Zweck der Darstellung hinweist, wieder lebhaft hervergeruftn. Die Gewandung besteht ebenfalls aueinem Mstntel und einem Unierkleide, welchedie Arme unbedeckt l«|§t. Pie dritte Figur zur rechten Seite ist die d,S Hur, ist» Unttrgewanv und Mantel, außerdem mir einem Panzerhemd bekleidet. Die Erscheinung dieser Gestalt vervollständigt den histo-