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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 45 (1856) · p. Seite 180

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
45 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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ltu Priest» und -rischen Eindruck. Hur, im prüfenden Ausschauen dem Kampfgewükl zuzewender. dar sein Haupt von dem Betenden abgench et und blickt über den rechten Arm. mit welchem er den erhobenen deS Mose stützt, in daS Thal hinab. Er dient ii der geistigen Harmonie der Gruppe seiaen persönlichen Eigenschaften nach, als daS handelnde Princip. neben oelchem sich das moralische und seelische in dem im Gipfelpunkte durch den Propheten rhythmisch scenire t. Hur ist durch männliche Kraft charakkerissrt,'s.in he rlicker muskulöser Brustbau hebt sich hervor, er stützt daS linke Änie gegen den Fell, der rechte Kuß siebt im Loritte zurück und ist Lurch dieses Motiv seine Gestalt'in iner markirenden Bewegung erhalten; hierzu rügt sich k e lebendige Trapper» des Mantel-, welcher vom Winde bewegt, ist. Mit dem linken Arme unter den Manrel M> seS greifend, har er den Betenden ihn umschlingend ü feinen Schutzgenommen. Tje Ge kalten deS Aaron und res Hur find die Träger einebegeisterten Propderen, beide stehen mir den Küßen im irvi chen Kampfer» Well, aus welcher ker-Wehrus erschallt den Mescs im heiligsten Esser, als der Held einxS religi >''en Epos, gleichsam alS Gebet in fich verkörpernd, v r dem Allerhöchsten erbebt. In der Gesammtmoffe der < truppe überragt eie Gestalt MoseS, der künstlerischen A »sturung gemäß, die beiden andern Glieder. Jede der i lestalten tragt im Geiste der Auffassung daS individuelle Gepräge in sich, durch ihre Situationen sind sie mit ibr n Motiven. Vorder« und Seitenansichten in die Harmon e deS Zusammenhanges aufs Innigste verwebt. Die schwirr H.e- Kreuzung der sechs Arme über dem Auge deS Beschau exs ist durch ibre Gliederung so glücklich tompo nirt, daß ri Wirkung derselben an sich eia imposanreS, architektonisches keit deS Mi iineament bildet. Wenngleich in der Figürlich seS bei einem mächtigeren Brustbau die Gestalt äußerlich nd& an Majestät gewinnen dürste, so., waltet die- Meisterhanl und Forme, alS envaS Schöne'un men. — Da nar! gestellt wer e Gipsabguss wäre. Kraa Di« « rätbiu San lt ragenden S die «reise Baude der sucht es Trauerftier de, z« «tue spätere d r so sichtbar in allen Situationen, Bewegungen hervor, daß dem Auge die Ermittlung technischer Lchwierigkt ren ganz entrückt wird, indem Auge und Gefühl Invermeidliches das vorschwebenve Natürliche, Empfundene selbstverständlich in sich aumebihrer Vollendung die Gruppe in Sansouci aufm soll, wäre es zu wünschen, daß zur Zeit durch die Verallgemeinerung des Kunstwerks möglich cheime <kommerziearäthia Caro liae Meyer. El« Won der Erinnerung. H. d. M. verstorbene Frau Geheime bommerzlznue Mevn. grd. Hirschfeld, verdient ibrer hervor« geaschaften «ege« rin ehrendes Andenken auch über > inauS, i» denen ne i» Leben gewandelt. Durch die iielär zu der „umebr DerNaNe» htngezoge», vor- Unterzeichnete, um» dem Eindruck der erasteu voriäusig uur ein skizzenbaftr« Bild von ihrem Seetfeu. eineausführliche Beschrribuug desselben für Zeit in Aussicht stellend. Frau Caroline Mever wurde am <3. Decbr. 4£oo in Brrliu geboren. Sie erhielt eine den damalige« Zeitverhältniffrn augemess«»« Erziehung und zeigte!fchoa früb glänzende Anlagen, welche in ihrer spater» Entwickelung wir ihrer Frömmigkeit. Milde. Sauflmuth und Herzensgüte im schöostru Einklänge standen. Don Pietät zu ihren Elkens erfüll«, war sie nicht nur bemüht, sich deren Liebe zu erwerbe^. sondern auch zu verdienen. Zur Jungfrau deraugewachsen. bewabNe und psiegte sie jene kindliche Gesinnung nod arbeitete bis zur letzten Stunde ihre« Gon geweihten Leben« an ihrer Seldstveredlung. Dab» war und blieb jie auch in allen LebrnSstadieu «nie Feindin von eitler Prunksucht und eine» boffärtigeu Lebe». An ihrem iS. Geburtstage vermählte sie sich mit de« von desetzt regierende« König» Majestak zum Geheime« Eommerzieurath ernannten Herrn Joel Wolff Meyer, mit dem sie 38 Zabre in^ber glücklichsten Ebe lebte, b>» der unerbittliche Tod ihrem-schösle« Leben auf dem Höhepunkt deS irdischen Glückes und' Glanze« im Aller von beinabe 56 Zabre» eia Ziel setzte. Diese ihrer Neigung und ihre« Herzen ealsvrechtllte Wabl übte einen wesentlichen Einfluß auf bei» Adel ihrer Gesinnung nnd die Größe ihre« Eharakter». Dem Glück begünstigt, welche« sie überhaupt auf ihrem qanzen Lebenswege begleitetekann ibr «deklcheS Leben mit Rrä l als Zdeal ausgestellt werden, denn, um mit den Worten des Dichtere zu sprechen. „Beschreiben kann ick S nicht, wir feblen W»rt und Zeichen. Dergleichen nicht, nie sah 'ck ihre« Gleichen!" Zvre Ebe war wir 9 Kindern gesegnet, welche sämmllich. bi«-auf des jüngsten Sohn, welcher gegenwärtig am 3. juristischen Examen arbeitet, ebenfalls glücklich verbeiralhet sind. Auf di« Erziebuvg idrer Amt» verwandte sie eine in der Tbat erstauueusweribe Tdatigkeit. Znte« sie jene als ein von Gott ihr anvertraule» Kleinod betrachtete, dem sie sie daher erziehen müsse, flößte ne lbuen schon in zartester! Zugeud Liebe zu unsrer beiligeu-Religion ein. deren wahre Pflege sie al« das höchste Problem der Erziehung betrachtete, weil lg ihrem Besitze der Mensch vor Irrwegen bewahrt bleibe und ebne dieselbe ein glückliche« Leben im Bereich der Unmöglichkeit ließe. Die Spalten dieser Zeitung würde« aber kaum b'inreicheo. wenn wir ihr segenSreicke« Wirke« zu» Wohie der Nolbletveodea auch nur einer oberflächlichen Erwähnung unterziehe» wollten. Sie liebte e«. um eS gleich an die -spitze zu stellen, Werke vier Siebe stet« in geräuschloser Still« zu tbun: sie verfchmäbete e« nicht, sich in die Wohnungen der Hülssbedürstigen zu begebenj. sich durch eigene Anschauung und Prüfung von der Roth der Hülfesnchenden zu überzeugen, »m so erfolgreich» und wirksamer die Spenden zu verrheilen. Die Thränen der Armen zu irostneu. gewährte ihr eine herzinnig« Freude, und i» ibre« Gesichrezügen sprach es sich unumwunden au«, wenn eS ibr gelustzen war, die Kette ihrer frommen Handlungen auch nur um ein Glied zu vermehren. Dabei machte sie in ihr» Bescheidenheit nie Ansprüche auf Anerkennung. sondern ibr genügte da« Lewu-lseiu, ein frommes, gute« Werk vollführt zu baden. Nie übermüthig im Glücke, obwobl auf dem Gipfel desselben sich besindrnd. erfüllte die Kunde von ibrer Austösnug alle Kreis« der Gesellschaft mit tiefer Wehmulh. So ist nun die Residenz einer ibrer edelsten weiblichen Eharkter«, die Gemeinde einer ihrer hervortageutstrn Zierden beraubt. Sit ei terra levis. Dr. Kirschstein. Allgemein« Zeitung de« )udeutbu«S. No. 3t. «826. Leitende Artikel:- Die Gewissensfreiheit al« Sacke des Zlldenthnms. M. — Rußland! Ueber die Lage der rnssischpolnischeu Juden. Wiener Briefe. Don H. Zirndorf Hl. — Zeitung« nachr Ickten: Dritschiand: Worm«. Oeüerreichischer Katserstaat: Wien. Wien. Frankreich: Paris. Großbritannien: London, London. Holland: Aozfterdam. Zu beziebea durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Tbaler, vierteljährig */« Thal». D»autwortttcher Redakteur: K. Rabe. Verla, v»n Vau« gärtnert Vn-bandlon, in Seirjig. — Druck von Alrrankrr Diebe in Ürtvit,.

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