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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 43 (1856) · p. Seite 166

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
43 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 166 (sequence 2)
Language
German
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170 vcrgenommewen Prpceffe so sehr, daß man -eS nicht mehr a!S dasselbe erkennen kann. Was dem Tinen natürlich erscheinen würde, würde dem Andern alS Resultat tiefen Nachdenken- und Forschenerscheinen. Man lasse einen Ungebildeten! auS dieseai Dölkerstamme eine Vase model» Uren oder ÄeineSzleichen anreden. so wird dieS in den rohesten oder barbarischste» Formen geschehen, oder während er ungebildet und ohne vorheriges Nacdbenkm spricht, wird er dielgemeinsten Bilder anwenden. Zunächst ist der Mongole, ob Scdthe, Türke, oder Tarlqr — ohne Einbildungskraft und ohne große. Fädigkeit zur Erkenntnißcntwickelung — unerschrocken in Gefahren, ausdauernd in seinen Absichten: allen Widerstand überwindend, Seinesgleichen verachtend, ein großer Eroberer'. So »st sein Charakter gewesen, so lange die Geschichte feinen Namen ausgezeichnet bat; er scheint zum Befehlen und Unterdrücken geboren zu sein. Wir finden ihn sowohl >zur Zeit der Kindheit des Menschengeschlechts, als iw späten Perioden, wie er aus feinen weit entfernten Bergen' berabsteigt*. aus den großen Wüsten CenrralasienS hervorkommt und die weichsten, mächtigsten und civilisiftesten Nationen stürzt. Er übt Gewalt, als sein eigenthümlicheS Privilegium und Reckt auS. Der einzelne türkische Gouverneur herrscht über eine ganze Provinz, deren Bewohner ibn als einen Eindringling und Barbaren Haffen und koch vor seinem Winke.zittern. DieS » ist schon seinen Kindern angeboren — der siebenjährige Knabe ha^ schon die ganze Würde und daS Selbstvcr» »rauen deS-Herrscher-, welches den Mann charakrerisirt. Der Mongole muß gegen die Civilisatiog Europaum ihren Erfindungen und HülsSguellen zurückrreten; aber wer kann sagen, ob er nicht wieder die anderen Dölker? stämme unter die Füße treten wird, wie er eS in Zwi- ,'Lcnräumej, seit den entferntesten JabrbundeSten schon getbau bar?. Man beachte aber, daß ihm alle inreüektuellen Fähigkeiten abgeben. ^welche den Semiten und- IndoeuropLer auSzeichnen Würden die. mongolt». ickeu Nationen vom Angesichte der Erde verschwinden, so hUebe von! ihnen kein Monument nach, - daS ibre frühere Cristen; eriwähnen könnte, sie haben keine Literatur, keine Gesetze. Seine Kunst gehabt, an die ihr Name geknüptt ist. Wenn, sie Gebäude errichtet haben, so folgten sie , knechtisch ijkren Vorgängern, oder denen, die sie unterl worfen ballten. Sie haben entvölkert und nicht bevölkert. Mag eyun die scythiscke Invasion sein. die Herodol ausgezeichstct hat. oder der Zug deS Timurleng. so nuten wir dieselben Blurspuren. dieselbe Wüste hinterlassen, aber kein großes Monument, kein großes Werk. DieS mögen nur Theorien sein; doch der Beweis, den der comparaliioe 'Zustand dieser drei Ra^en bis auf den heutigen Tag qiebt. ist nicht zurückzuweifen. In keinem Theile der Well ist aber der Connast, den die besondern Eigenschaften , ktvjr jeden derselben bieten, ^auffallender dargestellt, als. im Oriente, wo sie alle drei in unmittelbarer Berührung mir einander gebracht sind, und mit einander vermischt, obgleich durch Herkunft geschieden, die Bevölkerung deS Landes bilden. Die Tharfachen find zu leicht, bemerkb«. als daß sie dem oberflächlichsten Beobachter entgehen sollten; täglich kommen sie den unter diesem Volke Lebenden vor. und wahrend der Araber, der Griech-e und T ü!rk e sogleich an ihren Zügen erkannt werden, sind sie durch ihren Charaker und ihr Thun und Treiben nicht weniger verschieden bezeichnet. Hierzu macht Layard sülzende Bemerkung: Dr. Prichard in seinen werthvolle» und gelebnen „Untersuchungen über die physikalische G^chichle deS Menschengeschlechts" hat die eigentbümlichen charakteristischen Merkmale einedieser großen Zweige deS Menschengeschlechtes auseinandergesetzt. „Die svro - a ra bi sch e n Nationen." sagt .er, „gehören zu den Menschenstämmeu. welche die physikalisch vollkommenste Ausbildung haben.Ein wohlbekannter moderner Schriftsteller, welcher auSgebreilete Gelegenheit batte, über anatomische und andere körperliche Eigenschaf» ken verschiedener Nationen Untersuchungen anzustellen, hat behauptet, „daß der . Körperbau der svro-arubischen Stamme eine vollkommenen Entwickelung reS organischen Baues der den geistigen Fähigkeiten dienenden Theile zeigt, als man sie bei ankern Ziveigen deS Menschengeschlechtes find«. ES ist ausgemacht, daß die Geisteskräfte des syro» arabischen Volkes in allen Jahrhunderten den höchsten Grad der menschlichen Fädigkeiten erreichten." (Bd. 4. S. 548). Und ferner: „Merkwürdig ist eS, daß die drei großei» Svsteme des Deismus , welche die civilisirre Well tbeilren, vcM Nationen semitischen Ursprungs kamen, unter denen Priester und Propheten aller dieser Nationen, welche an der Etnbeic GorteS festhalken, aufstanden." (Bd. 4. 2, 549.) Wenn dies von den so r o - a ra bisch en oder semitischen Stämmen wabr ist. so können wir ohne Widerspruch ähnliche charakteristische Merkmale bei andern Zweigen der Menschenrannlie suchen; und eine forgsälrige Untersuchung dieses Gegenstandes wird, wie ich glaube, zeigen, daß die Geschichte und Zustände dieser drei großen Memchenra<-en die im Tefte gemachten Bemerkungen rechtfertigen werden." — j Es ist ersichtlich, daß Dr. Prichard unter diesen syroargdischen Nationen insbesondere die Juden versteht, unv wenn wir nun di^ obige Charakteristik auch deS semitischen Stammes vollständig accepliren: so darf man. nicht außer Acht lassen, daß ein großer Theil der Juden seit fast zwei Jahrtausenden unter den Indo» Germanen (Europäern) leben. und daß. wenn sie sowohl durch ihre Schritten, als auch durch ihre industrielle Thaligkeit auf jene außerordentlich eingewirkt haben., sie im Gegentheil von Indo-Germanen außerordentlich beeinflußt werken. Es. ist daher für die Juden zu einem großen Vorzüge vor ihren semitischen Stammgenoffen geworken. daß sie die großen natürlichen Srammanlagen unter der Einwirkung der indo»germanischen Emlvickelung culiiviren konnten unv können. Es wäre eines tüchtigen Denker- und. Forschers wohl würdig, diese Cemplicaüon im jüdischen Wesen einer genauern.Untersuchung zu unterwerfen. Das bunte Haus*). Den Wilhelm Frei in Wien. Der Titel dieser folgenden Erzählung wird euch, meine lieben Freunde, zu verschiedenen Mutbmaßunzen Beran- •) Probe and einem bald erscheinenden Bande..Erzählungen für die reifere Jugend."

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