Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 43 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Wdisches Bollsökatt i ' i i. * i 1 Zur , f ' Aklehrungj und llnlcrfjttftuucj aus jüdischem Hebiele. HerauSgegebeu von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. sRo. 43. 18SSls Ben dieser Z« «ao«» t Tdlr. »Itrlsi erlchei»! »tcheaUiL »ine Nummer. Drei« de« Zadrr a a < ■ . . .. VterieltLdrlg?>/, N«r^ Uüe Bu»dandlun^«n. BoitSmier - und z«ilun-»«k»«di«o»e» oedeneo Beftellu»««» Was ist für das für« lu-enthum tat? III. am meisten zu Die heilige Schrift bat da» Eigenthüftlliche, daß sie in dem Gesichtskreise jev!eS Menschen liegt, daß in ihr der Unwissende, wie brr1- Wissensreiche, >ker Ungebildete wie der Gebildete, der ^gewöhnliche Verstand, wie der entwickelte Scharfsinn Erkenntniß und Ve^tlänbniß. Nahrung für Geist und Gemuth sinken. In ilx ist das Ideal deS Menschen und de-, LibenS auigesteUk. aber um dieses Ideal herum legt sich da^ Leben in seiner ganzen Wirklichkeit, mit seinen Höhe« und Tiefen, 'nir semem Licht und Schauen; dagemeiae Wesen lind <llk Erbabsnten de- Geiste-, die niedrige Leidenschaft und die Begeisterung und Entzückung sinken gleicher Weise ihre! Zeichnung und ihre Stätten; der Werth heweltlichen Lebens und fein wahrhafter Inhalt, die Nichtigkeit reS Irdischen uftd dessen steter Wandel, eben i'o wie die Gottähnlichkeir und Hei' ligung veS Menschen iverden mit den lebhaftesten Farben und in vollendeter Wahrheit dargesteltt. Ss siebt man in ihr Himmel unv Erde! und den Horizifttt in beide sich vermahlen. Sie bat ternir das Eigenthn^iliche. daß in ihr Alleauf daS Individuum zulriffk, vaß^ es als solches sich gewürdigt, beachtet u^d versorgt fühlt, und daß es wiederum dennoch als Glied eines großen, Ganzen. bald einer Volkseinheit. bald her ganzen Menschheit sich bewußt wird. Rechnet man! hinzu-, daß die kindliche Er-! zählung neben der glühendsten Beredsamkeit, düS klarste ' Wort neben rem hinreißenden poetischen stjjlde, der ein fache Spruch neben dem tiefsinnigsten Gedanken. die bit. irrste Klage de- Wehes rieben dem jubelnden Hymnus sich findet, so begreift,mati, wie dieses Blich, abgesehen von seiner Autorität an sich, da- Buch all^r Zeiter, aller Völker, aller Stände war.^isi und fein wird, und wie, wer einmal feiner Lektüre sich ergeben, niemals wieder loökommt. i I Charakteristik der drei großen Bölkerstämme. Der Engländer Layar grabungen in Nineveh leiten» und dabei Jahre lang mir den verschiedenen Dölkerscha genven zu schaffen gehabt welcher die englischen Allsten jener tnnerasiaiischen Ge. überhaupt eine lange Zeit im Oriente in manmchfaltigen - itellungen verbrachte, versucht in seinem Werke „Nineveh und feine Ueberreste, deutsch von Meißner, Leipzig 1854'' S. 314 eine Charakteristik h der drei großen Völkerstämme, welche darum größeren Werrh bar, weil sie nicht blo» au» dem ^christthüm, sondern au» persönlicher Anschauung und Erfahrung gezogen ist.! Die eigenrhümlichrn charakteristischen Merkmale der drei größer» Völker, welche zu verschiedenen Zeiten den Orient beherrschten, müssen jedem nachdenkendest Reisenden auffallen. Die Verschiedenheit zwischen ibnenj tft so bezeichnend unv bi» zum heutigen Tage so vollkommen klar, daß sie mebr als zufällig zu sein und auf geiwissen Gesetzen zu beruhen, auf gewisse physikalische Ursachen. *urückführbar zu sein scheint. Denn erstlich habsn wir'den Semiten^ sei.rr.Hebräer, Araber ödest Syrer, mir feiner,'.glänzenden Einbildungskraft, seiner schnellen Fassung-kraft und seinem Widerwille» gegen jede ^Einschränkung. die die Freiheit seiner Person oder seine» Der» sianoe» berühren könnte. Er saßt natürlich schöne Formen quf. mögen sie nun in seinen Worteft oder Werken verkörpert sein; sie zeichne» seine Poesie au» und zeigen sich sogar in der Form seiner Hausgerätho. Diese» Stawmrolk besitzt da» im höchsten Grade, wa» wir Einbildungskraft nenne». Der arme, unwissende Arabet. sowohl der Wüste, wie der Stadt, macht die Krüge für feine täglichen Bedürfnisse au- Tbon. in einer Form!, au» der sich die elegantesten Vafey R-om» und Griechen land» nachweifrn lassen, und, wa» nicht weniger merkwürdig, identisch mir denen, dir aus den t^r 3000 I^re» von ft inen Voreltern erbauten Monumenten därgestellt sind. Sebald er syyichr, zeigt er eine prompte Bevedfamkett, seine Worte sind glühend und paffend, seine Beschreibungen wahr und brillant, seine Gleichnisse richtig. Allerhöchst phantastisch. "Diese bohen Eigenschaften scheinest ihm angeboren zu seiy. er giellt sich keine MÜHt. sie ^u coltiviren oder höhe, auSzubilden; er weiß nicht» davon, sie auf eine gewisse Regel zurückzufübren. oder nach irtzstnd einem Maßstabe zu messen. Wie e» mit ihm steht, so bat e» seil undenklichen Zeilen mir denen, die soor ihstr waren, gestanden: wenig Veränderung — gar kein Fortschritt hat stattgefuaben. Man betrachte nun andrerseits die sogenanntte indoeuropäische Rayr. —. die Griechen und stk^mer: sie nehmen von Andern die schösisten Formen aa^ e» ist jedoch zweifelhaft, ob sie selbst irgend eine erfunden haben. Eie forschen aber nach der Ursache der Schönheit: sie führen sie durch Analyse und Schlüffe auf Regeln zurück; sie fügen hinzu und lassen hinweg — verbessern da», wa» sie entlehnt hoben,§ und verändern e» bei dem damit