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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 41 (1856) · p. Seite 163

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
41 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
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ten trauert der überlebende Theill. Schwarz ist v e Trauer färbe. Die Trauerzeil dauert , in Jahr für fine, Bruder eine Mutter, eine Gattin, einet Mann, ufid srchS Mo> nate für Kinder.! Wenn ein Karait seinen La er-over seine Mutter verloren bat, ist eS Sitte, daß >r einen Monat nach der Beerdigung bei sich seine Bern andten und stre inde versammelt, die Gebete für die Rche der Seeh d,ffen. der uicbt mebr ist, verrichten. In len Synagogfu I eiet man zwei Mal täglich und besonder? am Sonnaben» fftr die Seelen der Dabingeschievenen. Wenn der Todte ein durch Lugend und Ta enr ausgezeichneter Mann war. bringt man ihn vor?er Bost ziehung der Beerdigung auf der» Kirchhofe tjit die Synagoge und belobt ihn der Khrakcm, indem ^er! dei Himmel anrufk. Dieselben Eeremonien finden bei der Beetdigüng einer Frau statt, nur wird der Leichn im von Frauen gereinigt Die Karaiten Pfijegen ein Mal im Jahre die Gräber ihrer verstorbenen Verwandten <u besuchen. Sie vergegenwärtigen daS 2 »denken an Personen, die ihnen theuer find, durch Jnschri'ten, welche fie aus Steine eingraben, die auf die Stelle, wo jene liegen, gesetzt werden. Das Grab, welches ste auS! öllen, hat nur csnen Me ker Tiefe. Die Selbstmörder werden nicht auf dem Blase im Kirchhofe, der für ihre Glaubensgenossen bestimm ist, de graben; ste haben einen besondern Winkel, aber Selbstmord sind fast zu sagen imbekannt. Die Karaiten sind in versck edenen Gegenden man findet welche in Konstantinopel, im südlichen Ruß land und in der Krim. Keiner bat mir auf eine sichere Art sagen durch welche Folge von Ereignissen die Israel Tauris gekonimen sind. Die Eißen würden über die Andern über Asten, Einige j mit den Frankes: gekom men sein. i Ein Grabstein, der eine Inschrift tragt, ist Zu Lnan- .-aub Kaleh gefüllten worden; dieser bewirkt den Glauben, daß die Karaiten feil mehr plS 800 Jahres in der Krim find. j Wahrend die Franken das!Land besetzten, haben die Juden, mit ihrer Bewilligung, in folgenden hie; verzeich- ,»eien Ortschaften gewohnt, nämlich, Mangaub-Kale, TcherlöS-Kermen, Jnkerman, Tepö-jKermen, Tchou^out-Kalv Sah-Kermen hnahe an dem grMen französischen Generalguarlicr) und die Küsten der Rhede von Sebassopol. die unter dem Namen Kadi-Liman bekannt sind. Sie waren unterworfen des Conseguenz her Ideen, welche zur damaligen Zeit unt r den westlichen Völkern gegen die Juden herrschten. Als die muselmännische Heirschaft sich die jtrim uit» terwarf, ward die Stellung der Juden keine erbaten und erhielten die Erlaubnis, -in Tchou^otN^Kal« zu bleiben. Dies war der einzige Ausenthaltsoift, der ib „en zugestanden war. j Im Allgemeinen spielten sie, eine passive Rolle bei den Ereignissen, die in der Krim v^rgekommen find!; als vie Russen gekommen waren, um;biefe Gegend zü erobern, haben jene diesen geholfen, indem sie ihnen die wichtigen Falle von zerstreut, können, ten nach Europa. 63 - 1 Persönlichkeiten bezeichneten « welche man gewinnen mußte und indem sie ihnen biej Verbindungen mit ihnen erleichterten. Gedrückt von einem schwer^ Joche, wünschten sie einen andern Herrn. ' I \ Die Russen haben ihnen srecg,stellt, ihren CtliuS ouszuüben, aber sie haben ste unter dieselbe I adminsstra« live Ueberwachung gestellt, als die Tataren;! sie haben nur einen Beamten von librer Religion,-daS i t der Agent der Municipal-Volizei, welcher die Befeble veössentltcht. Ter Hanptrabbiner der karaitischen Juden befindet fick in Eupatoria. Er ist frl'r. reich und von ftinen Glaubensgenossen sehr gefürchtet. Man zahlt zu Baktshi-Gerai 50 karailisch' Famslien. .. .. zu Kassa 401 „ zu Pörecop 50 .. Es giebt auch welche in der Stadt Eupatjoria. Es eristiren in der Krim ebenfalls andere! Juden als vie Karaiten. Die. obigen Einzelnheiten find ohne Zweisjel sehr! unvollständig. Man hätte sich nach Baktshi-Sevai^.be«ben. müssen, um Documenie» über vie israelitische Sectr zu haben. Die Karaiten haben Bücher; man findet welch^ in Konstantinopel bei einigen von ihnen, die geneigt seht würden, ne zu verkaufen.! ' I Der Land^srabbiner. Von Spanien, dem schönen Paierlanve. Fiph Simon. Rabbi Zemach'S großer Sohn. Gegeben von der Pfaffe»-Mörderbande, Dieziraflos würgt — ste nennt'l "— auS Religion Fast glich er selbst dem auSgelöschteu Brandes j Dem Scheiterhaufen nur mit Nyth entflob^..^. j! Er wandte sich.von EdomS LiebeSschaaren ' > Nach Algier hin, zu JSmaelS Barbaren. Die Glaubendbrüber freuen sich des frommen, DeS guten Mann's, den längst-sie hochgest sätzt; Daß er, der Kühne, glücklich noch littfomurri ' Der blutigen Verfolgung unverletzt.! „Bei unS wirst ^Du als Rabbi aufgenomann „Des Landes- — wie der Fürst es angesetz^, „Um unS und unsre Weisen hochzuehren --•» „Wir wollen eifrig Deine hehre» hören!" — Der Rabbi spricht mit milden, ernsten Mierfen: „WaS ich nur weiß und kann, dalehr' ich gern,; „Doch nicht um Ehre, wie üe euch geschielte» —' „Ihr wählt die Hülse und verliert den Kern. i ..Der Unterthan wird treu dem Fürsten dienen; I „Im Glauben aber dien' ich nur dem Hmtn, „Dem Schöpfer aller Wesen, aller Welten <— „Da darf unS nicht der eitle Scheinprunk gelten. . „Verlockend ist zwar süß der Schwachen M^nge „Der eitlen Ehre falscher Zauberschyll; i 1 „Geblendet wird ihr Aug' von dem Gepränge, ' «Dem sie, getäuscht, ihr Leben täuschend weib'n. -I-

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