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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 34 (1856) · p. Seite 134

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
34 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 134 (sequence 2)
Language
German
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Schutze der Gesellschaft und unter Aussicht ein,- aus ihrer Mitte zu erwählenden Au-schuffegeschehen möge. Ter ,,Stbt“, ohne da- Unternehmen durch eigene Geldbeiträge zu unterstützen (wie die» bei dessen günstigen Umständen leicht hätte geschehen können), hat sich einfach darauf beschränkt, zu diesem Zwecke an alle vaterländischen Lesever« eine PrLnumeration-bogen nuf Rözfav ö lg vj'S Gesammt« Tonwerke in 10 Heften - zu versenden — u. f. J* „Der Besitz von R.'S sämmtlichen Tonwerken ist ein wahrhafter Nationalschatz; denn seine Schöpfungen tragen alle da- Gepräge höhern Tickitergeiste-. reinen eigenthümlichen Natioaalcharakrer-, tiefinniger Empfindung, meisterschaftlicher Vollendung — an itST; und daist es eben, waS unS seine, auf mehr als 200 gieren sich be« lausenden. ungarischen Originalcompesttionen, so lieb und wertb macht." — . Aufgeforvert von einem großen Theil seiner alten Verehrer, noch einmal seine Geige im Vaterlande erklingen zu lassen, raffle der Grei» seine schwache Kraft von Neuem auf, um im ungarischen Tbeater Pesth'S am 25 Februar J845 jenedenkwürdige AbschiedSconcert zu geben, daS noch heute hie und da in treuer Erinnerung fortlebe. In der Lbat war fein Spiel an diesem Abend von äußerst ungewöhnlicher Einwirkung. Viele Ohrenzeugen wollen noch jetzt behauptenderHabe auf der Geize förmlich ge« sprachen; sie hätU^Lie Worte klar und deutlich ver« nommen! . . . " Und so mährchenbaft auch immerhin diese Dolk-kritik über R.'s damalige Geigensprache klingen möge, ist doch auihr so viel zu entnehmen, daß diekeine jener kal« ten Dirtuosen-Producrionen gewesen; sondern der rixnnmge Abschied trruliebender Herzen — die sich gegenseitig verstehen. Da--Volk empfand, waS er spielte, und er spielte, wada- Volk empfand. Der greise Künstler» Samson schien, hier noch einmal seine alte Heldenkraft bewahren zu wollen — und indem er kräftig in die Sailen griff, ries er die Erinnerung, und mit ibr die Theil» nahme und Freundschaft aller Anwesenden aufs neue wach. SämmtUche ungarische Journale besprachen diese» Eon» cert mit einer Art Pietät, wovon wir folgende Zeilen al- Muster anführen: - -».De, alte Tonkünstler ließ sich — bevor er seine letzte Kunstreift tm Heimathlandi vollziehe — vor Allem aus unserer Nationalbühne bören und zwar ausschließlich in Stücken seiner eigenen Compontion. Da konnte jeder-unbefangene Hörer mit patriotischer Freude wahrnehmen, wie sehr der greise Tontünstler und Eompositeür noch heule mächtiger Herr seiner Geige ist, wie er selbe jetzt noch so. einfach schon, und rein, und waS eigentlich noch mehr ist: so ergreifend und in so wahrhaft magyarischem Geiste zu spielen vermag, wie ebei unS nur selten zu dören ist. Der gleichsam seinen Schwanengesanz anstimmenve Künstler.Vekcran wurde eineherzlichen Beifall- und oftmals lebhaften Hervorrufengewürdigt, und kaum war emöglich. ihn ohne Rührung zu sehen und jene Natioaalkfänge zu vernehmen, die im Tempel unserevaterländischen Ruhmeewigen Nachhall finden werden." .... Abermalergingen damal-, wie in guter alter Zeit, die schmeichelbafteste« Einladungen an ihn, denen nachzu» kemmen er sich willfährig anschickle — al» sein Sohn, Dr. Leop. R. in Szivatz, bei dem er, in der Durchreise begriffen, sich aufhielt, die ersten Symptome einer tövtlichen Krankheit bei ihm bemerkte. Aus den Rath seine- Kindetrat er nun schnell die Rückreise an, um im Schoße seiner Familie die angehofft« Gesundheit zu erlangen. Leider nahm aber die Krankheit während der Reise solch' einen au-geprägten Charakter an, daß Professor Dr. Ba« lassa, der in den ersten Tagett zu Rathe gezogen wurde, der bestürzten Familie offen erklärte: jede Hoffnung auf Genesung sei vergeben-, da eine nicht zu beseitigende Krebswunde bereitedlere Organe ergriffen habe. — Und so war eauch in der Thal. Achtzehn volle Monate w^rte die hartnäckige Krankheit, in Begleitung unsäglicher Schmerzen, in die er sich jedoch mit wahrhaft frommer Ergebenheit fügte, stet- Trost und Linderung in seiner Kunst suchend. Wenn edie Schmerzen nur einigermaßen erlaubten, wurde die Violine hervorgebolt, die allein im Stande war, wenigstenauf Augenblicke den bereitgeschwächten Körper aufzur richten — un» selchen kostbaren Augenblicken verdanken viele Compositionen ihre Entstehung, deren Lebendigkeit und jugendliche Frische Niemanden ahnen lassen, daß sie devt Gemüthe einesterbenden Künstlerentquollen, dessen gram« erfüllte Seele sich bald zu jenen Räumen emporschwingen sollte, wo in höhern Notenzeichen dagroße Weltrnlied tröstend und versöhnend aus davergängliche Erdenlriv herniederschaut! Am 23. Januar 1848 war er von feinen Leiden erlöst, eine trostlose Witwe hinterlaffend und drei Kinder: Leop. R.. 'Regierung»« und Lecalarzt zu Szivatz, Julius R., Kunst- und Musikalienhändler in Pesth, und Babette, verehelichte Granichstädten, welche letztere ibrem frommen Barer bald nachfolgre. Kurz nach seinem Tode bildete sich eine Gesellschaft von Freunden, zu dem Zwecke, dem edlen Hingeschiedenen ein würdige- Denkmal errichten zu lassen; da iadeß die Wirren de» Jabre- 1848 diesen Plan vereitelten, so ließ ihm sein Sohn I. einen Grabstein aoferligen, der durch seine 'ekle, geschmackvolle Einfachheit (eine bekränzte Apollo«Leier und eine Notenrolle zeigend) eine Zierde de- Pesther lsraeliiisch.n Friedhöfeist. „RÖZSAVÖLGYI MARK.“ „Meglialt eleleoek 66-ik evebeo Januarius' 23-ikan 1848." lautet die einfache Inschrift desselben. Seine zahlreich hinterlassenen Manuscripte werden gegenwärtig gesammelt, um sie vollständig im Druck er« scheinen zu lassen. Die Veredlung der ungarischen Musik ist großentheikseinem Streben zu verdanken, indem er stc»S bemüht war, der Nationalmufik einen höhern Standpunkt zu geben, als sie zu Anfänge diese- Jahrhundert» hatte, wo sie fast nur in den Bauern-Wirth-häusern heimisch war. Eben so waren edie Zigeuner, auf deren Civilisirung er fein Hauptaugenmerk richtete. Keine Hü^^ar ihm zu schlecht, um sich darin wochenlang aufzuhglWM— wenn egalt, einem talenrirten Zigeunerknaben dle praktischen Begriffe der Narionalmusik beizubrinzea. und verehren diese allei» n'gen Hauptnäger der magyarischen Musik in ihm heute

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