Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 34 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. 33elefjning Zur und Unlerhattung auf jüdischem Heraus-egede» »o» Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. He iete. [9to. A4. 185«.] Ben Wer ifteiHArffi erscheint »SchenUi» «in« «uanur. Preis de» Jahrgang« 1 X». 8iertel|l»rig 7% Jtgr. »de *ndri»anMungen. P»ßL«ter rI«» geiinngsnk-editwnen nedmen ve«,II»n,ea an. I3.Zahrs.3.«war1<1^ Ein jüdischer BWauer und ein jüdischer Mnfler. j (Schluß.» - 91.; der sich auch jfn der Hauptstadt keine bleibende Stätte verschaffen konnje, mußte daher abermals zum Wanderstabe greifen. 2M Kaschau und Eperje« begann er nun einen neuen Cyklu» seiner Concerte. „Da hörte ich ihn zu« ersten Male'^— schreibt unser Gewährsmann (&. V. —,>unb jener seine, prteise und herzergreifende, künstlerische Bortrag, äepaart mit jene« eigenchümlichen Nationalcharakter, welcher sein damalige- Spiel so auf. fallend kennzeichnet«, erfüllte meine Seele mit Bewunderung; denn solch markig« Ungar. Musik voll höheren Geiste« hat mein Ohr bisher nie und nimmer vernommen.'' — Später gab unftd Künstler auch j zu Papa, Raab, Stei«,»a»g»r «•* «M*t« ah alle«halben mit größter Auszeichnung empfangen. In Ü)apa 'wählte man ihn zum Ehrenmitgliedlde« Casino, wo Dr. CsereSnyeS' kunstverständige Behandlung unfern augenkranken MufikuS vor gänzlicher Erblindung rettete. Seit 1840 gab der greife Künstler keine öffentlichen Concerte weiter, und Zeichnete sich vielmehr durch feine Composttionen, als durch fein Spiel asis. Obgleich aber sein Vortrag in Folge Meinet AlterS Abbruch erlitten; so erlosch doch nimmermehd in seiner schmerzensreichen Künstlerbrust jener Gotte-fuyke, der ihn mir unerschöpflicher Kraft zur Componirunfl der schönsten und großartigsten ungarischen Tonstücke a iff neue stetbelebte. — Ehrend für den da aalin außerstrt Dürftigkeit lebenden jüd. Künstler, wir für seinen chsistl. Freund sind die tiefgefühlten Worte mit welchen letzterer die Lebenslage deffelben schildert und die wohl verdienen, daß wir sie hiermit in ihrer ganzen Ausführlichkeit wiedrirgeben. „Wenn er kein andere- Verdienst hätte" —heißt e« im „Divatlap" 1844 *- „als daßer unsere National, mustt zu einem höheren Stadium befördert, sie dem Zeitgeiste gemäß veredelt und für diesen vernachiäffigten Kunstzweig im In» und einigermaßen auch jlm AuSlande*) größere- Interesse und! gesteigerte Aufmerksamkeit erwirkt hat; so wäre dem allem zufolge der, ich Dienste der Na¬ •) Sogar an« 3taf| ». de« Laterland« der Rnstk vnd der Grsanae». erzäbll ein^M chterftatter dess. Blatt«» (8. Ja». <848), daß dir ungar. Tonstii« «.'» sich der böchiste» Beifall» erfrr»e». und von den dasige» Mil rär.Mnstkcapt.llc, »tt alle« Eifer ein. stndlrt'werdr». tion, wie de- GesammwaterlandeS ergraute R.. würdig gewesen, daß jetzt in seine« alten Tagen Wohlstand und ein sorgenfreie« Leben der Lohn feine« mühevollen Streben« seien. Anstatt dessen ist Roth fein Loo«, drück» ein sorgen« »nd kummervolle« Leben de« Grei« vollend« nieder; und jener Künstle«, »er einst mir seiner Geige die glänzendsten Triumphe gefeiert, lebt nun von elendlichew Unterrichtsstunden und bon jenen kärglichen Spenden, die ihm die und da für diez Widmung feiner Werke von Seiten edler Gbnner und Freunde der heimatblichen Künsten Theil werden! — „Seinen ganzen Ersatz, seine alleinige Freude findet nun der greise Künstler..in Gesellicknü *oa ihn» so betitelten: „guten Leutchvn" unr^llenen ich als Pflicht erachte. Hrn. Advocatey und ComitatS-Afftssor Sam. v. Nsmethy obenan zst erwähnen. Dieser edelgesinnte Menschen- und Knnstfreflnd wende» znr Auf-Lift- und Erheiterung der Lebensnetg» diesearmen Greis,- alle- Mögliche an — und ist er gleich nicht im Stande, ihn sammt Familie mit allen Unentbehrlichkeiten zu versehen; so verdankt unser R. diesem hochherzigen Gönner dennoch recht Diele-. Auch mein, gegenwärtig da- Au-land bereifender Freund Erdvlyi, gilt de« edlen Greife als wichtige Pert söniichkejt, so wie ich sesbst stolz darauf bin. daß er mich zu seinen „guten Leutchen" zählte Za sichtlich werde ich, wie bisher, auch fernerhin mein MbglichßeS für ihn ausbieten; weil ich hierdurch als treuer Sohn des Vater« lande- «ine meiner heiligsten Pflichten gegen jenen Mann äbzutragen glaube, der nicht nur die Hochachtung Einz-z-e ner, sondern die der gesamwten Nation teaiw spruchen darf. — ■ ' ij „Noch muß ich erwähnen, daß die edelgßstpnte k. u« garische Leibgarde unsery R. für sein „(-sechaba betitelte-, herrliche- Tctnftück mit einer sehr werthvollen Geige beschenkt hat, wflche er alheilige Rtliquie aufl> bewahrt und auf der er bloS an Festtagen zu spielen pflegt.^ „Zun» stör» wie zu» Tsrfalgo.Tavz verfertigte e r di« erste und beste Masik —^ wa« aber leider dem Armen meistennur wenig oder gar keinen Nutzen gewährt; indeß Andere mit Hülfe seiner, herrlichen Tasistücke sich bereichern, ohne ihm auch nur den > geringsten Dank dafür zu wissen." „Dr. Dirnau, ebenfalls al« einer seiner eifrigsten Gönner bekannt, hat zu Anfänge diese« Zahre« im „Nemzeti Kör" (Rationalgesestschafl) die Herau-gabe sämmtli» cher Tonwerke R.'S mit den innigsten und nachdrücklichsten Worten beantragt vnb zwar so, daß die« unter dem