Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 24 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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95 haben nicht amgehört, mit alle« gesetzlichen Mitten auch hiergegen zu kämpfen. Am 5. März werden die Debatten beginnen. Die Gei reinden forderten auch db betr. Abgeordneten ihre» Krei eS auf. dagegen zu stimmen, und Diele, selbst von der Richten, sprachen di!e Meinung au», daß der Antrag fallen »'erde. Wir werdkn sehen. Wenn unsere Leser diese» Blatt in Händen haben werdend ist die Sache entschieden. ' I I Mag nun ater die Entscheidung au-follen, bie fie wolle — e» muß dieser venkwürdige Kowchf verewigt werden. Der Redakteur diese» Blatte» hat folgende»'Gltcu* lair den 264 peiitionirei den Gemeinden übersandt: M agdeburg, den 26. Februar. Löblicher Borstan»! Die Thatsache, daß l innen 14 Lagen 264 Paktionen jüdischer Gemeinden gegm den Wagener'schen-Antrag beim Hause der Abgeord reten eingelaufen, ist so rühme»« würdig und von so großer Bedeutung für die allgemeine Sache der Gewissensfreiheit wie für die besondere de» Judenthum», daß die gan je wichtige Angelegenheit dadurch einen noch böhern,. einen wahrhaft geschichtlichen T arakter erhält. E» darf daher der ganze Vorgang nicht mi Stillschweigen begraben werd« u. E» muß de« Mit» un > Nachwelt, e» muß unsren Ncchkommen bewiese« werde», wie die preußischen Juden auf allen gesetzlichen Wegei angekämpft haben. Jene Peiitiouen dürfen nicht dem Staube der Vergessenheit überlas en werden. Auf vielseitige Auffo derung bin ich daher e ltschlos« sen. gleich nach Beendig» ng der de-fallfigen Verhan llungen erscheine» zu lassen: Mtmpf der «»-»Gische» i Q«de« fflt die | Sache der Gewissensfreiheit. Da» Werk soll «ntb« lten: 1. Eine geschichtliche Einleitung. 2. Die sämmtlHI en Petitionen der jüdischen Gemeinden.! 3. Anderweitige documente, Aeußerungen der Abgeordnete» •«. 4. Den Eounniff -»»bericht — mit Anmerkungen. 5. Die Berhand! ongen nach dem stenographischen Berichte. 6. Schlußwort. Da» Werk mup wol l in jedem Archiv der 264 Oe» meinden al» ein Denkm il für die Nachwelt niedergelegr werden. Ich ersuche daher lb »licken Vorstand: 1. mir umgehend» eine deutliche Abschrift Ihrer Petition gefälligst zuzufenden, so wie alle etwaige Mltth« lnngen, die Sie über dea beregten Oegenstaid zu machen Hütten;*) ~ 2. mir anzugebei», wie vlele Exemplare de» beabsichtigten Werke» Sie für Jbr Archiv, für die Mitglieder de» Vorstände», oder auch fur Mitglieder Ihrer Gemeinde, dir e» befitzew wollen, wünschen, — indem ich i« Dorau» J ZHne« de» «»glichst geringsten Drei» (nach Berhältntß de» Umfang») zustchere. die Sache eilt, so bitte ich, möglichst, schuell zu verfahren, uttb bin überzeugt, daß Ihnen diese» Unternehmen eben so gerechtfertigt wie nolhwendig erscheine, und daß Sie bereitwilligst auch hierin die Hand bieieM werden Ihrem x. Dr. Ludwig Phillppfon. Witze de- Kladderadatsch auf den Wageuer'f scheu Antrag. Antwort de» Patriarchen"*) Wagener an de» Dr. Phillppfon. „Thot Nicht» — der Jude wird verbrannt." Ich erkläre mir mit die Ansicht der Commission i» der Kgmmer, daß die Jüdische Ration nur äw Jast der Christ,nbelt zu betrachten sei. jinzlich einverstanden. Wir haben fie aber in die letzten tausend Jahre gut tractir U Sckultze, traileur chritien. \| *) 9t« beute (3. März > fern Stale Folge nelritzet. Sege durch jede vuchba» «Lisch tu Magdeburg geschehe»', da die Zahl der Le», in Kurzem bestimmt «rd. bade» scho» viele Gemeinde» die- Da» Buch ist auf buchhLudlerifche» tüuua. bet der Vnchhandlnng Sebr. m bestelle». S« muß die« über bald Sxemvlar«. die abgezogen werbe» sol» Die Juden blo» Jastr! Nanu j» e» mir llar> warumL, ste nie die Rechnung ohne den Wirth machen. ]! Pannftuann. E» ist ei» schlimmer Gast, der den Wirth vertreibt? Fould, franzöfischer Premier. Je später der Abend, je schöner di, Säfte! Rothschlld, Gebrüder. Dör Ausschuß für Streuchung de- Artiklel» 12 vür^ Dörfassung meunt ün seunem Berücht^ ...Dü Juden ft'md nur al» Säfte dör Chrüfteuheur ßu betrachten." Lxudet können wür un» über d»r LübenSwürdigkeut unferrr Würtb» nücht beklagen. ’.j Dör bekannter Gast dör! Ehrüstenheut. 1 Girr Baal Tefchrcka**) von Adalbert ttek Ehmuiffo. 1 Noch hatte der Rabbiner nicht begonnen Zu unterrichten, imgedrängten Kreise Der Schüler hatte fich Gespräch entspanne«, j GestrrLch von jenem rätselhaften Greise, Der in die Synagoge war gekommen. Fast eigenthümlich schauerlicher Weise; Der auf der Trauerbank den Platz genommen. Dem Strästing gleich, andächtig immerdar, Ein Vorbild der Erbauung allen Frommen, Und wie da» Schlußgebtt gesprochen war. Aufspringend mit befremdlicher Gekrve, Sein Haupt verhüllt im faltigen Talar, Sich quer am Eingang auf die haue Ertr: *) Der Patriarch au« Rathau d.:m Weifen, des durchan« de» Ratban verbräme, lassen will. •*) Ein Büßender.