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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 24 (1856) · p. Seite 96

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
24 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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Vor Alle» niederstürzead hiagestreckt, Ausmaß mit Küßen tt getreten werde. Doch Keiner thats, denn Zeder wich erschreck» Zur Seite, daden Starren er vermeide. Den erst der letzten Schritte Hall erweckt. Sin Pole rüüßt er sein »ach seinem Kleide, Doch haben, die ihn sprachen, -»-gesagt, Daß ihn die deutsche Mundan unterscheide. Rach seinem Namen haben sie gefragt. Worauf er seufzend Antwort nicht gegeben; Sie haben mehr zu fragen nicht gewagt. Da trat, wie so die Schüler sprachen, eben Der Preis herein, dem Winter zu vergleichen Pom jugendlichen Frühling-reiumgeben. ES sah'n die ring- Verstummenden ihn schleichen Dem-fetzten Platze zu. um den er bat. 3H« sollte da der Lehre Wort erreichen. Und der Rabbiner sich erhebend »rat "Mit ernsten Worten zu dem seinen Gast: „Hier giebt e< auSzustreuen gute Saat. Die Du i» Tempel Dich betragen hast. Erscheint vielleicht in zweifelhaftem Lichte Dem. der den Gang de- Lebennicht erfaßt; Was aber Dich bewogen, dass^berichte Du Diesen hier, damit auch sie es wissen; Zch sord re Deine düstere Geschichte. Gar Mancher ist der Weisheit nicht bestiffen. Der wahrlich anderwürde fein, verstund' er Den Ernst der Thar i« strafenden Gewissen." — „Ich bin ein Baal Teschuba. bin ein Sünder, Der wallend durch das Elend Buße thut, Und jetzt, der eig nen Miffetha» Verkünder. Rach meinem Namen forschet nicht, der ruht Bei meinen Hinrerlaff'nen, Weib' und Kindern, Und liegt bei Hau- und Hof und Hab' und Gut. Zch handelte, geehrt und reich, mit Rindern Und sah mit Stolz auf weine- Hause- Flor. Der sollte jähen Sturzebald sich mindern. Zch stand indeß dem Ehrenamte, vor, Die Spenden der Gemeinde darzureichen Den fremden Armen vor de- Tempel- Thor. Ein Weib, ihr Bild will nimmer vonmir weichen. Ein schwang're- Weib schalt' einst «ich einen Wicht. Und zankte,, schrie und schmähte sondergleichen. Da faßte mich der Zorv, ich hielt mich nichts 3ch hob die Hand zu unheilvoller Stunde Und schlug die Keiferin in'- Angesicht. Do- Won nstarb in ihrem blaffen Munde. Sie wankte, fiel, da lag--., scharfe Scherben — Equell ihr Blut aueiner tiefen Wunde. Zch sah dagrüne Grasich purpurn färben. Sah krampfhaft st, noch zucken eine Zeit, Dann starr gestreckt zu meinen Füßen sterben. Nicht in die Hände der Gerechtigkeit Geliefert hätte mich die Brüderschaft. Zch war von jeder äußern Furcht befreit; Doch einen Richter giebt'S, der Räche schafft, Sewiffen beißet, der die scharfen Krallen 3n'S Herz mir eingertffea voller Krast. Und ich erkor, ein Frageuder, zu wallen Zu einem frommen Greife: Rabbi fhrich; Wie büß' ich, der ick so in Schuld gefallen? Und harter Bußen viele lud auf mich Der strenge Man» mit Beten. Baden, Fasten, Rur eine, eine nur war fürchterlich. Mit einem Fluche sollt' ich mich belasten, .3»'- Glend willig geh'n am Bettelstäbe, Und sieben Jahre nicht auf Erden rasten. Ich dab'- gethan, ein Baal Teschuba habe Sech- Jahr' ich schon von Mitleid-brol gezehrt, Sech- Jahre mich genähert meinem Grade. Die Helmath zu betreten man verwehrt; Ich habe mich, zu machtvoll angezogen. In immer eng'ren Kreisen mich genäh'r». Und einst, da stand ich vor de- Thore- Bogen. Der Vaterstadt, da stand ich, wie gebannt. Mit au-gestreLen Armen vorgebogen. Ich hätte fliehen sollen, übermannt Don namenloser Sehnsucht trat ich ein, — Wie selbst so fremd! Wie Alleso bekannt! Delaugen Haupt- und Barlhaar- Silberschein. Der Stirne Furchen und die fremde Tracht — Ich mochte Zedem wohl unkenntlich sein. Wie schlag da- Herz mir in der Brust mit Macht! Zch schlich daher, so wie der Sünder schleicht. Und wo die Straß' am Markt die Biegung macht — Gott Israel-! Mein Hau-! — Ein Kind — vielleicht Mein eigne- Kind! — ein Mädchen tritt herau-, — Har Rahel solch' ein Alter wohl erreicht? — Der Ew'ge segne Dich und dleses Hau-, Mein süße- Kind, ein Bettler ruft Dich an, AuS bitt'ren Elendnamenlosem GrauS. Sie sah mich freundlich an und schritt sodann In s Hauzurück und kam nach kurzer Frist. „Die Mutter schickt Dir da-. Du armer Mann." ES war ein Kreuzer nur. Die Mutter!? Ist Bekannt auch Deiner Mutter, daß so klein Die Gift sie einem Baal Teschuba mißt? Sie sah mich staunend an und ging hinein, Und kam sogleich auch wieder her zu wir: Die Mutter sagt: Es kann nicht andersein. Sie hat - jetzt nicht, denn Vater ist gleich Dir Ein Baal Teschuba; würdest mehr bekommen. War' unser armer, guter Vater hier." Nun hakt' ich'- ja auihrem Mund vernomme»! Ich habe schluchzend schnell mich abgewandt Und nicht mein Kind an meine Brust genommen, In'- Elend Hab' ich mich zurück gebannt."" Allge«eta« Zeitung de- Judeuthams. Ro. 10. 188-. Leitend« Artikel: Adressen an He. Majestät de» Kaiser der Frauzoseu. Napoleon III. — DiePetittoue» derjäd. Gemeinde» ge» ge» de» Wage»« sche» Antrag.— Der L»»»iffkousbericht Über de» Wage»er'sch«u A»trag. — Z» den gegenwärtige» L«ha»dlu»-ea t» Preuße».— Ze1t»»g«»achrtchte»: Deutschland: Wor»-. Preußen: Sollnp. Dreschen. Rnßlrnb: Petersburg. 3t3T 3* beziehe» durch jede- Postamt anb jede V»chha»dr l»ng. Jährlich 3 Thaler. vierteljährig •/« Thaler. Verantwortlich« Aedacteur: JL Hilf. 9<rlaa Mn Qa > w gir tat t '• 9i4Aaa»bt*| t, Leipzig. — Dnuk een »lerander Wiede tn retpiig.

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