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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 21 (1856) · p. Seite 83

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
21 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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83 RifibiS erhielt, di« rtnJ zahlreiche jüoischr Gemei»de harr«. Später aber, als fäm^rliwe Verwandte deS Königsich zum Iudenthum öffentlich bekannten, zettelten einige adiabenifche Große eine Verschwörung gegen ihn an und forderten den Araberkönij Abia heimlich auf. Jzatemit Krieg zu überziehen. '! dieser ging darauf ein und »achte einen Einfall in Adialene. Biele adiabenische. Krieger gingen in entscheidenden Augenblicke zu > ihm übet. Den» noch wurde sein Heer von.Jzkuebesiegt, und Abia nahm fich auS Verzweiflung d »rüber da- Leben. Darauf stachelten die adiabenischen H-oßen den Panherkönig BologeseS zum Kriege gegen ihren der Religion der Vater abtrünnigen König auf. Dieser Krieg hätte fflr Jzateverderblich werden können. we> n nicht DologeseS vor-der Schlacht plötzlich die Nachricht erhalten, daß einige wilde.Horden sein Land verheerten, und er dadurch gezwungen war. den Krieg aufzugeben. 5m dieser Zeit blieb Jzate» Regierung, die vier und ziranrig Jabre dauerte, biZ a«S Ende ungetrübt'). Ob auch e nige seiner Unnrthanen dem Beispiele deS Königfolgtm und sich zum Zudenthume bekannten, wird nicht .berü hlet. > Wie groß die Anhänglichkeit deadiabenischen Haufean da- Iudenthum war. bezeugt der Umstand, daß Helene eine Sehnsucht hatte', Jerusalem zu sehen; von ihrem Sohne unterstützt trat stk die weite Reise an. Sie hatte sich die schwere Eniballsamkeit de- Nßfiräerlebinfür sieben Jahre aufgelegt ind sie wollte in'Jerusalem ihr Gelübde erfüllen. Jzateschickte auch fünf von seinen vier und zwanzig Söhne« nach Jerusalem, um sie m der jüdischen Religion und bti, hebräischen Sprache unterrichten zu lasten*). Welch ein Hochgefühl muffe» nicht die Jerusalemer empfunden haben, alsie eine Königin eiaziehen sahen, welche vom sernm Osten gekommen war, ihrem Gotte und ihrem Gesetze >wit aufrichtiges Gemüth zu huldigen. Hatte sich nicht vor ihren Augen das prophetische Wort ganz erfüllt, daß der zweite Tempel größer sein werde als rer erste, . indem die Heiden in demselben den einen Gott anbeten werden? Bald hatte ^uch Helene Gelegenheit. sich al- Wohtthäierin de» Volkezu zeigen. Eine schwere Hunger-notb Hane während! ihrer Anwesenheit unter der armer« Claffe viele hiagevafft, sie ließ in Alerandrien Getreide, in Cvpern Feige» aufkaufen und vertheilte All,- unter die Bedürftigen (tju 46). Jzategewährte ibr reichliche Mittel, ihre freigebige Neigung zu befriedigen *). Den Tempel beschenkte sie königlich mit einer goldenen Ampel fü^ den Eingang iit da- Heilrgthum (llechal) und einer goldenen Tafel 4), um den Gesetze-ab» fchnitt darin einzugraben, welcher bei« Verfahren gegen eine de- Ehebruchverdächtige Frau gebraucht wurde. Die Natioit bewahrte der Vrofelhtin Helfne wegen ihrer Frömmigkeit und Wohlrhärigkeit ein dankbare- Andenken*). Sie überlebte noch ihren Sohn ^zates, der im' Alter von fünf und fünfzig Jahren sta»b (um 60) und nächst vier unv zwanzig Söhnen eben so viele Töchtez hinterlaffen haben s-ll. Ihm folgte auf den adiabenischen Thron sein älterer Bruder Mouobaz II., der eine nicht Minder innige ') Josevbu» das. 3. 3-*; 4, I—?. *) Da«, r. 5; 3. 4. I ») Das * 6; 5. i. *) Miscbna Joma 3, >0. *) Das. Anhänglichkeit an ba< Iudenthum an dm Tag legte. Alauch Helene gestorben'war, ließ Mvnvbaz chre Ge. beine, sowie die seine» Bruder-,' nach Jerusalem führen und sie in dagroßartige Grabmal -eisetzen» welche- Helene während ihrer Anwesenheit dort hatte bauen lassen. , Diese- Mausoleum Helene'-, drei Stadien (1800 Schritt) nördlich von Jerusalem, galt al» eia Kunstwerk und war durch drei Pyramiden oder Säulen von weiten» durchsich»_ tigem Marmor6) kenntlich. > Daeigentliche Grabmal war unterirdisch au- Steinn»! gehauen, ebenso die Lingang-thüre, welche durch «inen 'künstlichen Mechanitmusich einmal im'Iaihre.zu einer bestimmten Stunde von selbst, geöffnet und dann wieder geschloffen haben soll*). Alwenn diese kluge Königin ' geahnt hält«, daß Jerusalem in die Hände eine» schonungslosen Feindefallen werde, wollte sie die Gebeine ihrer Familie durch die Erschwerung de» Zugänge» schsi» tzen. Noch jetzt sind die Trümmer de» Grabdenkmalvorhanden . aber unter dem falschen Namen „König-gröber". Man sieht not eine Felsenvertiefung mit mehreren unterirdischen Räuqzen, Hallen und Nischen, mir Svuren von Sarkophagen, Säulen und zierlichen Äsidhaurrwerken von Weintrauben. Blumen und Kränzen, welche der zer» störenden Zeit getrotzt haben. Diese Grabestrümmrr find di« Ittinab« zwriiausendjähngen Zeugen von der Anziehungskraft, welche da- Iudenthum für hochgestellte und gebildete Heiden gehabt hat. Daadlabenijche Königsgeschlecht bewährte ffeme Anhänglichkeit an Jerusalem durch Bauten und Geschenk,. Helene hatte einen Palast in der Unterstadt, und ihre Enkelin, tote Prinzessin Grapte, einen andern ln dem Stadttheile Ophla baue» lasten *). Monobaz ließ die Handgriffe aller TempelgHiße, die am Dersöhnung-tage gebraucht wurden, au» Gold'anfertigen*). Die Adiabeaer. hielten, treu zur jüdischen Nation und stan-1 ven ihr in der Noth kräftig bei. — Aus dem Leben M. A. v. Rothschild'-. Al» ich neulich fern vom deutschen Vaterland«-die Nachricht vom Tode de» alten Meyer Anselm von Rothschild in Frankfurt a. M. bekam, de» ältesten der Gebrüder und Gründer de» größten Bankhause», welche» die Welt feit den Fugger» gekannt hat. da fiel mir eine Unterhaltung ein, die ich mit diesem merkwürdjgen Manne vor einer Langen Reihe von Jahren gchabr habe und di» allen Denen al» brachten-werthe Lehre dien« kann, welche glauben, daß Reichthum allein hinreicht, um glücklich zu machen. — Al» ich im Jahre 1821 den Minister R. auf einer Reife nach London begleitete, kamen wir durch Frankfurt a. M„ wo wir un» einige Tage aufbielren. — Rothschild gab de« Minister zu Ehren in seinem neu eingerichteten Landhaus«, vor dem Bockeoheimerrh«re, eine» jener Diner», welche» nur ein Rothschild z» geben im •) Josevb,» Allertb. XX. 4. 3. Susebin» KircheN-rsch. II. 1». ’) Piusi»ia» VIII. 46. Die Beschreib,»- Abbild,»- der so-enaiutte, K-,i-»-rSder t» ftebgrfon ,»b Smith Pa'ä» ftiua II. 183. ff. •) Jofevb»» j-d. Krieg IV. 9# 11; VI. 6. 3^ *) Joma 3, 40.

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