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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 21 (1856) · p. Seite 84

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
21 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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84 Standeist-- unv zu welchem, außer dein BunveStagS- Gesändten, auch die hpckgestelllesten Männer geladen waren, die sich zur Zeit in Frankfurt a^M. aufhielterr. Als der alte Rothschild nach dem Diner einen Theil der j@esellschafk, ju der auch ich gehörte. Lie prachtvoll eingerichteten Gemacher, den schönen Garrm mit Treibhäusern, worin sich die selkenlien Pflanzen der Welk befanden, seine großartigen Stallungen und ^dre kostbarsten Pferde und Eauipagen gezeigt Hane, ging er noch mir mir im Garten spazieren. Ich konnte nicht unterlassen, meine Der« wunverung über alle die Herrlichkeiten auszusprechen, die wir so fben gesehen batten, und den Mann glücklich zu preisen, dem es ein Leichtes ist, dies Alles, und, wenn er will, auch noch mehr, anzuschaffen. Da antwortete mir der alte Rothschild: Sie find noch ein junger Mann, der, wie es mir scheint, leicht durch äußeren tzttanz zu verblenden ist. und daher will ich zu Ihrer Belehrung offen mit Ihnen, sprechen. — Sie haben meine Hauser gesehen und die großartigen Räume, sowie die kostbare Einrichtung derselben bewundert — ich habe dies Alles so einrichlen lassen. um meine Gäste ihrer würdig darin' empfangen zu können; was mich berrrffl, rer ich nicht von Jugend an daran gewöhnt bin. mich darin zu bewegen, so suhlte ich »Nlch wohler in unserem bescheidenen Kamrlimbause in der JuVcngaffe.'— Sie fanden meinen Garten schön, ich-habe aber wenig Muße, ihn zu genießen. Sie staunten' über die Pracht meiner Pferde, ich benutze sie nicht, sie sind nur da für meine Neffen, wenn die mich besuchen; ich würde berunterfallen, wenn ich jetzt erst versuchen wollig zu reiten. * Meine Equipagen waren ebenfalls ein Gegenstand Ihrer Bewunderung — i<bhalte sie. weil ein Rothschild sie halten muß, benutze sie aber wenig, da ich, in meiner Jugend nicht an Fahren gewöhnt, stets ein gewisse- Un-> behagen empfinde, wenn ick fahre. — Ich habe Ihnen brure ein Diner gegeben, wo ich meinen Gästen da- Seltenste von dem vorqesctzl habe, was verschiedene Weltrheile produciren und die besten Köche zu bereiten verstehen; ich fühlte mich glücklich, wenn Etwadavon beifällig ausgenommen wurde und so hohe Gäste befriedigte; ich weiß aber nicht, ob Sie bemerkt haben, daß sämmtliche mir dargrreichte Gerichte unangerührt wieder forrgenommen wurden,,während ich, als strenggläubiger Jude, nur eine einzige von meiner alten jüdischen äkochin kauscher bereitete Speise genoß, unv meiner Gesundheit wegen auch nicht ein Glas von den seltenen Weinen trank, die ich auS der besten Q-uelle, aus allen Ländern der Erbe für meine Freunde unv Gönner beziehe. Endlich aber, junger Mann, muß ich Ihnen noch eine Sache mittheilen; — und dleS sprach'er mu bewegter und zitternder Stimme, Sie kennen meine Krau, es ist die vorttefflichste Fraudie ein Mann auf Erden finden kann, mein seliger-'Vater hatte sie für mich bestimmt und gewollt, daß ich sie heirathne. — .wenn auch kinderlos, war meine Ehe eine glückliche, eine sehr glückliche, und ich preise memen Baker, daß er diese Heirath gewollt hak. obgleich ich damals anders darüber dachte, ich liebte eine Andere und eS war nicht die Frau meiner Wadi. <3«r.) Fenien. Nach dein Hebräischen des Al-Charisi. Lew Rabbiner irbreutheil. An den falschen Freund. Manna schien mir Deine Liebe, Manna. süßeS Himmelsbrvt: Wollt' sie wahren, daß sie bliebe Mir rin köstliches Kleinod; Ja! mit Manna, wie ick meine, War die Aebnlichkeir so groß. Daß wie Mann' im Sonnenscheine " Deine Lieb' in Nicktzerstoß. — Trauer. Dorr in fernen wetten Reichen Leben Völkerschaften wild. Denen als der Trauer Zeichen. Nur die weiße Farbe Hilt. llm der Jugend kurze Freuden Klag' auch ich als früher Greis, Und in Trauerfarbe kleiden Drum sich meine Haare weiß. An den Wein. Süß und lieblich gilt im Leben, Was vom Iugendglanz umgeben, Doch die Sinne all' erkalten Wohl beim Anblick alle- Alten. Du nur, Wein, kannst Reiz bewahren, Spon'st al- Alter noch dem Neuen; Erst wenn reich Du bist an Jahren, Kannst die Herzen Du-erfreuen. — An ein gefangenes Böglern. Vöglein Du in enger Schlinge. ~ Ach! wie Dich die Fessel drückt, l Schnell erlahmt ist Deine Schwinge. So Dein Fuß vom Netz umstrickt. — Sohn der Erd', mit Deinen Schätzen Gleichst dem armen Vöglein Du, Mußt dem Stteben Grenzen setzen. So twyr Tod Dich schickt zur Ruh'. — Allgemeine Zeitung de« Judeuthum«. Ro. 7. <886. Leitende Artikel: Die Zeichen der Zeit von Bunsen. l. — Der Tagener'lche Antrag im vreußischeu Abgeordnetenhanse. — Der Verein zur Unterstützung jüdischer LrhrM in Preußen. (Fetts.).— Charleston. Süd-Caroliua. — ZettNachrichten: Deutschland: Ulm. ans WüMemberg. aus Wütttemberg. Oldenburg. Preuße»: au« der Provinz Posen. Oesterreichischer Kaiserstaät: Wien. Wien, Avostag. Agragr. — Ein letzter Brief von Reggio. /* Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Luchbaud» luug. Jährlich 3 Tbalrr. vierteljährig */« Tbaler. Berautmottlicher Redattenr: A. Rabe. Veriaz *»:, i v ■ Uuib.sn&Wna tu Sirtrjig. — Crutf *ra Alexander Wiede in

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