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Jüdisches Volksblatt · 1856-01-01 · 18 (1856) · p. Seite 71

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
18 (1856)
Date
1856-01-01
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
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71 sr eintrug. Ihre richtete gern Schönen, und vollendet batte, afa" befttelr. rS später! ihre wie das von Abwechselung e fie ihre Ta» erfüllte, und unv mir stoivon Polstern rjiffen. die Fell halten; versuch zur Anfeuerung für : unsere v,urschen Glauben Sgenossinnen dienen! Grace Aguilar. die einzige Tochter de« Emanuel und der Sarah Aguilar, ward in Hackney (England) im Juni beS Jahre- 1816 geboren. Sie war von so zarter und gebrechlicher Natur, daß ihre Elteri? sie an die See n«dL Hastingbrachten, als fie hier Jahr alt w-r. Das!öefen lernte fie fast von selbst, Und wenn fie fiil ein Geschenk wählte, zog fie stetS ein Bffch vor. Don i »rem siebenten Jahr an sühne dies außerordentliche Mädö en ein Tagebuch, worin fie AlleS. was fie sah. hörie u,d dachte mir ver strengsten Berücksichtigung der Wahrheit Mutter, eine hochgebildete und begabte Kra^, ihrer Tochter Geist auf vaS Studium alles Wahren. Ehe diese ihr zwölftes Jahr schrieb sie ein kleines Drama. „Gustav ES war dies eine Hinweisung auf VaS. w herrschende Leidenschaft wurde. Ein Leben, Grace Aguilar/bieret wenig Ereignisse und Var; es ist lediglich ein Bericht darüber. w> lente hoch auSbilvete, ihre Pflichten liebevol wie fie später einen großen Vorsatz faßte, scher Entschlossenheit dabei .bebarrie, bis st unterstützt und von heftiges, Schmerzen erg der nicht mehr in den zitttrnden Fingern mochek: f. Durch den Rath einer Freundin ange während fie die' mannichfaltigen Talente deS chenS bewunderte, einsah, daß, um einem g genügen, diese Talente coNcentrin werden Grace Aguilar inbrünstig zu Gott, daß Stand setzen möchte, etwazu leisten, r Ebarakter ibreS Volkes!in de» Augen Welt und. waS noch wichtiger war und ist genen Schätzung erheben Könnte. Sie ver ihren Glaubensgenossen die „Urkunden Jftaie cords of Israel) vor Auäen zu führen ur Israels" (Thewomen olj Israel), jene Frauen, auf die jede Nation mit Recht sto>z ihrer Bewunderung vorzuh^ltn. Daü junge chen, mit wenig oder gar eii er literarischen kaum lviffend. wie fie die Dinge anS Tag sollte, hielt ihre Absicht ein, Zeirlang verborge sie dann der Mutter mit,, ron der sie mit terstützung in Mem, waö hehr und heilig durfte. Zuerst übersetzte te1 ein kleines Französischen unter dem Titel: .„Israel (Israel defended); im „Zauberkranz" Wreath) versuchte sie ihre poetischen Flügel, stige Krat't fühlend, schwän, sie" sich aufwärts ihres Volkes; sie schrieb d n „Einfluß d (Uorne tnllueriee) und de« „Geist, des 3 (The Spirit of Judaisme). Der kriumpdirenh jedoch bald durch des Korbers Schwäche Frühling des Jahres 1838 wurde sie vo ergriffen, unv von dieser St kommen genesen. Bald si ,g sie vas Werl allein hinreichend ist, ihren nen — sie schrieb: „Die of Israel). Aber während men, erlitt sie wiederholte '.lnfälle von kkrper ajikheil ist sie n Ruf zu begründje Zcauen Israels ihre geistigen pornt. welche, jungen Mävoßen Zweck zu nützten, flehte er sie in den odurch sie den »er christlichen in feiner eiangte danach. lS" (The llev die „Frauen i elvenmüthigen sein würde, jüdische Mäb- Bekanntschasl, Slicht bringen » und lheilte c Sicherheit Unvar, erwarten Äöerk auS dem ertb ei digr" (The tyagic und ihri qei» in der Sache s Ha ufe S" ventbumS" e Geist wurde ^ehrmntt. Im i ven Masern e wieder rollan, welches n unv zu krö» (The women Kräfte zunahlicher Krankheit. und ihre einst volle junö anmuthige Gestalt war nur noch ein Schatten. Der >Arzt empfahl Veränderung der Luft und der Gegend; zujveilen raffte sie sich wieder aiy, dennoch stellte sich keine! bleibende Besserung ein. Die Musik war noch immer^ ^vie von je her, ihr Tfoft und ihr Ergötzen; allein sie mußte ihr Harfenspiel gufgehen und durfte ihre Stimme stur selten üben; trotz. allede^n aber rief ihr Geif^: „Vorwärts, riorwärrS.' ' und jede Stunde, die ihr zst Gebote stand, warb der Fedeic gewidmet.— Die ..Urkunden Israels," die „Frauen Israels" und' der „jüdische Glaubes' (The Jewish Failb) beweisen, wie sehr si, mit Herz und Liebe in der Sache,! die sie mit fo vieler Kraft zu ihrer eigenen gemacht, Arbeitete. Joc erstes Werk, welches ihr eigenes Volk so besonders betrifft, wurde vofl den englischen Juden nur (fall ausgenommen; hingegew in Amerika (wo di, Joden ihrem christlichen Äitöürgern vollkommen gleichgestellt sind) begrüßte -man diesen ausgehenden Stern mit Freuden und erwartete mit Sehnsucht, ihn im Höhepunkt seines Glanze-zu sehen. Briefe und Glückwünsche kamen zzr ihr über das Atlantische Meer, und'.selbst die, welche nur -chrt flüchtigen Skizzen gelesen hatten, .bewunderten Ven edler/Eifer und die fromme Energie, welche fie beseelte, wenn sie über die Juden schrieb. Eine kleine „Geschichte der englischen Juden" (History of the English'Jews) mitgetheilt in „Lbarnders dliscelkavies," übertrifft vielleicht ihre anderen Schriften an Styl unv Vollendung — die Sätze find mehr zusammengedrängt, die Belehrung reiches an Interesse. Es war. wie wir glauben, ihr^ letzte Arbeit. und sie hakte große Freude an deren Verösienüichung. »Nach Beendigung dieses Werkehatte sie beschlossen, die deutschen Bäder zu besuchen, und, soweit eihre zunehmende Schwäche gestatten würde, die Gesellschaft ihreältesten 'Bruders, welcher damals in Frankfurt die Mustk (eine Kunst,! in der er jetzt ausgezeichnet ist), studirte, zu genießen. »Bor ihrer Abrxise fühlte sie zuweile,,, baß ihre Tage gezählt seien; dieses Gefühl verbarg sie jedoch vor ihrer Mutter, fie ertrug ihre Leiden mir der stillen und heiteren Geduld, welche den Genuß erhöhete, ße zu sehen und sprechen zu hören.' ' Zuweilen glaubte fie wirklich, ihr Leben dürfte noch ejn wenig länger verschont bseihen, uin ihre »Mutter zu trösten, um Zeuge der AuSzsichmmg zu sein, welche ihren »Bruder'gewiß noch belohnen müsse, und den »Ruf zu genießen, der ihr jetzt, besonder- »on Seiten ihres eigenen Volkes, sowohl in England, alb in Ame^ rika zu Tbejl wurde. Ihren Freunden tzen ergeben, bedauerte sie, .nicht von »Allen Abschied nehmen zu können: allein ihre Schn'äche nahm immer mehr überhand; von »Polstern unterstützt, fuhr sie noch täglich fort zu schrei, ben, bis jbre Aerzre ihr ausdrücklich befahlen, sich dieses. ibreS „größten und letzten Genusses" zu enthalten. Als die Zeis ihrer Abreise nach Deutschland herangekom-, men war. fanden ihre'Freunde es schwer, von ihr Abschied zu nehmen, venu sie glaubten, es würde das letzte Mal sein, diiß sie hjese zarte, abgemagerte Hand drücke»: 'dürften; jevoch ihre hellstrahlenden »Augen und ihr hoffnungsvolles Lache!»» ließen keine Verstimmung qufkommen. Sie verließ Engla.nv.. am 16. Juyi 1847, verweilte einige Wochen in Frankfurt und reiste kann in die Bäder von Langensckwalbach. Doch weder »Bäder noch »Mineralwasser brachten ibr-Erleichterung; einst in der Nachje-rvsirde fie

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