Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 15 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
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»8 f - A nerika - — da erhob stch ein furchtbar,r Sturm. d,r unser Schiff unaufhaltsam in die Brandung. auf eilte der Sandbank, trieb, welch, den Eingang zum Hafen von New-Aork so sch,»i<rlg machen. 34 umfaßt, mein Weib mit dei Reckten, in der "Tasche hakte ich mein Portefeuille festzenäht. worin mein Vermögen, in Wenhpavierea — so empfahlen wir unin Gottes Hände, entschlossen, mit einander ünkerzugehen. ' Die Schrecken des SchiffbruLs waren groß. 'Aber wir konnten unS in dagroße Post retten. Mit übermenschlicher Kräft hatte ich mein betäubte-. besinnungslose-- Weib vom Schiff berunteezebrvcht. Wir landeten, da» Wetter war vorüber, wir knieelen ans dem Ufer unsre» neuen Vaterland,- nieder •4Ut& priesen den Herrn — als wir unS erhoben, gewahrte ich, daß ich in der Befürchtung, .daß wir unschwimmend retten müßten, in der Verwirrung meinen Oberrock, worin mein Portefeuille, von mir geworfen,, daß Alleeine Beute de- Meeregeworden. Wir waren ruhig. Der unau- Feuer und Waffer gerettet, aus Ihn stand unser' Vertrauen. Za einem Gürtel um. den Leib trug ich noch einige hundert Thaler in Gold, die schützten vor Notb. Hatte ich dock jetzt Alles, waS mir versagt gewesen— ein Vaterland, Selbstständigkeit. meine Elise! ... Damals war die Zahl meiner Glaubensgenossen noch nicht allzugroß in, Rew-Uork. Dest^-! fester hielten sie noch zusammen. Eine Gesellschaft nabm sich der Ankömmlinge an. Zch ward mit Rath und Tbat unterstützt. Bald fuhren wir den Strom binan, ließen Uriin einer eben gegründeten Stadt niedrr. Ick' ergriff dasehr beschwerliche, aber kehr nutzenbringende Geschäft einewandernden Krämers, so weit es geht zu Wagen, dann durch die Wälder zu Fuß. Ein halb,- Iadt.zu Hause, wo wir den Anban betrieben, ein halbes Iabr auf dem Geschäft. So vergingen fünfzehn Habre des böch«' sten, ungetrübtesten Glücke-. Meine Elfte ball mein Hau-wesen wie eine gewissenhafte Israelitin. Zwei Kuab»n und zzvei Mädchen, gesund an Geist und Körper, legte Gott in unsre Arme. Wir haben Vermögen, erwor-: bftt, ein große- Vermögen, und eben bin ich aus meiner letzten Reise beznffen. Der Bündel. den Sie bier sehen, esttbält Geschenke für meme Kunden zum Abschied, dafür k»ffire ich meine Schulden ein. Zehn englische Nellen : vbn bier hält mein Wagen mir meinem ältesten Knaben iü Sdew-Orkord. 34 wollte noch zu meinem . besten freunde,' dem Hinterwäldler B.. noch drei englische Meilen v.on bler. als mich da-' Wetter überraschte. DaS habe ich gelitten um meine- Glauben? willen, aber Alle- -wamir um^seinetwillen versagt wurde, babe ich errungen. Mr -da» näiste Jahr bin ich sogar züm Sheriff der Eountv ehwählk." — — ✓ Der Po e batte aufmerksam zugebörl; seine Theilnabme gab sich oft durch seine Gebersen kund. . Änveß war er still, nachdenkend geworden. Während der Erzählung batie sich der Sturm gelegt. Die drei Reisenden suchten ihre Lagerstätten. Da- Feuer verglimmte. Aldie Sonne ihren ersten Strahl in die Höhle wart, standen die drei Männer bereugerüstet, der Ebippewaier. der Pole, >ber Jude. Da trat der Jude zu dem Chippewaier und sprach: „Mein rotber Bruder irrt sich, wenn er seinen ganzen Stamm unkergegangen glaubt." Er stüstexre ihm leise ein fremdartige- Wort in da- Ohe. und der Indianer sprang hoch auf. ..Und wie gelange ich da, hin. weißer Bruder mit den schwarzen Augen, die durch die Wälder dringen — Du hast mir Großegerhan!?" David beschrieb ihm einen langen Weg über Ströme und Felsen. Roch aber hatte dieser daletzte Wort nicht ausgesprochen, als jener verschwunden war. „Sie sagten mir." wandte sich der Jude jetzt zum Polen, ,.daß Sie Arbeit suchen, da 3br Geld zu Ende, daß Sie Brot und Frieden in diesen Wäldern suchen? Wohl, ich kann Ihnen mehr verheißen. Begleiten Sie mich zu .Meinem Freunde B.. von dem ich Ihnen gesprochen. Es m die edelste, offenste Seele von der Welt. nur Einenl ist er aus- Gehässigste feind, dem Müffiggänger. Kommen Sie. mein Won schafft Ihnen die freundlichste Aufnahme. Er bedarf einetreuen Gebülfen. denn Diener giebt es in seinem Hause nicht. Er hat eine einzige Tochter. eine Menschenblütbe, wie nur diese Wälder sie ersprießen machen, voller Liebe und Sanftmuth, gepaart mit Kraft unv Einsicht. Wer weiß, welch' Glück Ihnen in dieser Abgeschiedenheit aufbewahrt ist!'' Der Pole drückte ihm die Hand. Er: litt nicht, daß David den ganzen Bündel auf sich nahm, sondern erklärte fest, ihm nur zu folgen, wenn er ihm mindestendie Hälfte zu tragen gebe. David willigte ein. Noch; eiuiqe Minuten., unv die Höhle war wieder den Schlingpstanzen und dem Gewürm allein, überlaffen. Die Sonne lag hell auf dem grünen Rasen der Lichtung, wo die verkohlten Reste de- Blockhauses standen. Sie betraten den dunkeln Piad de- Walde- .... David hat später die Erzählung diese- Abenteuers niedergcschrieben. Er fügte zum Schluffe hinzu: „Der Indiane^ ist unkergegangen. weil der rohe und unbetäbigte Stamm untergeben muß vor der siegreichen Gewalt der Civilisation. der er sich nicht beugen will, die er zu bekämpfen wagt. Der Pole ist unkergegangen. weil er einen Staat wieder Herstellen will, der zu pen verlebten gehört, den er selbst verrathen und verkauft batte. Aber der Jude besteht auf immer, weil er keinen Staat und keinen Stand, weil er nichtwill, alseinen Glauben bewahren, diesen frei bekennen, üben und lehren in der Mitte der Völker — weil er da- Göttliche will, dafür alle Menschen!" Bilder aus dem Hegyalja- oder Tokayer- Gebirge. Von I. Rosenmever in 2. a. Ujbelv. II. (2. 1 d. SU „Scklase sanft. Du köstliche Rebe, damit Du im Frühjahre wieder herrlicher erwachen kannst. Lebet wohl, ihr kahlen Hügel, ihr fruchtbaren Berge. Wenn da- Veilchen kommt und die Anemone blüht, werde ich mir meiner lieben Jugend wieder kommen und Tage lang mich an Deinem herrlichen Anblick weiden." Dawaren meine letzten Worte, als ich nach der Weinlese (welche bier erst Milte Npvemb er zu Ende geht) da- Gebirge besuchte unv am Abbange des Hügels einzelne Arbeiter fab, welche theil-