Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 15 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. 1 Zur Nelehrnug uni) AnterhaNnng ans jüdischem Hebiele. Hrrausgegedeo voa Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Magdeburg. sNo. 13. 1856.1 Bon dies» 3«ii(d)Tift| rr«b«mt »fcfetniltdi rwr N«»m«r. tutt.tt* ^abr« gang* 1 Xblr. S(«ri«I)ibrig T/t 9igr. *0« ©u(M>~nMang«n. PoÜLmttr «ad 3<ttfngl(frrbitiORCB oedm«n (‘tdtDnniKn an. [ 3.4al?rg. 2, (ÄUjarftLJ Gegen die Misfionare. ' V» (*. f. 4. o.-*.'». ei.) I ES ist nichtS gewöhnlicher. als daß die iMiffionäre jede dunkle Stelle der -eiligen Schrift zu ihren Deutungen benutzen. Und wenn diese Stellen nhr dadurch deutlicher würden —^ aber im Gegentheil gerade durch daS willkürliche Aneinkragen! und daß willkürliche Her« auSreisten auS dem Zusammenhänge wird der wahrhafte Sinn der Worte ganz beseitigt. Eine solche Stelle ist 4 B. Mos. 24, 17. Bileam weissagt dem Baiak, König von Moab, der ihn berufen hatte, Israel zu verfluchen, aber der Geist trieb ihn an, e» zu s^nen. Bor Allem müssen wir die Worte Bileam» selbst feßbalten, er sagt D. 14. „Nun aber, stehe, ich gehe zu meinem Volke, komm, ich will Dir weissagen, wadieses Volk thun wird Deinem Volke in der Folge der Zeiten." Dies ist doch völlig klar.- Nun hebt er seinen Spruch an/und sagt: 17. ,.3ch seh' ihn. noch ist er nicht. ~ 1 3ch schau' ihn, ist noch nicht nah'? Ein Stern geht auf von Jakob, Ein Stab ersteht auS Jifrael, Durchstößt die Seiten Moab'S, > Vertilgt all' Söhne Scheth'S. 18. Da wird Eroberung Edom, Da wird Eroberung Seir fejnen Feinden, Und Zisrael fhut Mächtige-!" j So im Zusammenhang kann die Stelle keiue Schwie« rigkeit bieten. Die beiden starken Völkerstämi^e Moab und Edom werden vor Israel unterliegen. Zwar nicht jetzt, denn Israel vermied auf Moscheh's Anordnung den Kampf mit Beiden — aber dieser kann nicht aiuSbleiben. ES wird ein Herrscher, ein gewaltiger Heerführer in Israel erstehen, der Moab vertilgt und Edoy» erobert. So ist eS auch geworden. GS ist nun gar nicht nöthig, den „Stern" und „Stab" auf eine bestimmte Persönlich« keit zu deuten, denn sie bezeichnen eben dichtsrisch und prophetisch die Macht und die! Herrschaft, haben! aber ihre Erfüllung in David gefunden.» Hiermit stimmt auch Jirm. 48, 48.. der in der fpecielleü Weissagung gegjen Moab einige Worte dieser Verse «»wendet. Die schwierigen rw», welche Onk. übersetzt. Neuere ge« zwungen von m» „Sohne deö Fundament-, her festen Höben" (Herder), jetzt als corjtr. von rwo (Klgs. 3, 47) von „kriegerische» Geraus»," rra » „kriegerische Feinde," werden am besten so verstanden: wie in V. 18. auf Edom parallel daS Gebirge Gew folgt, auf welchem Edom wohnte, so war rto ein alter Name moabttischen Besitz,humS, der später vergessen worden, weshalb Jirm. (neun Jahrhunderte später) gesucht 7«v ^2 „Söhne de» Untergang»" dafür setzte. — Wie kann man aher nun so abgeschmackt sein, Ort und,, Zeit ganz bei Seite zu setzen, den deutlich ausgesprochenen Zweck Bileam», Moab und Edom und Amalek den Untergang durch Israel vorherzusagen (s. D. 14.), zu ignoriren,' und „den Stern," den „Stab" auf den Stifter der christlichen Religion j» beziehen? Moab und Edom auf dir ganze Menschheit zu deuten?, Einer besonder» Widerlegung bedarf dienicht, sie liegt in der obigen Auseinandersetzung. .1 Die drei Rationen. lSchln».» , Meine Erzählung sei von hier an kurz. Am andern Morgen begab ich mich in da» Hau» de» Rachbarn. Ä!» ich eintrat, kam eben der Sohn de» Oberamtwann» in .großer Gala heraus. Da» Hohnlachen wäre jetzt an mir geweseu, aber ich hatte keine». (St hatte förmlich um die reiche BäckerStochter angehslten, und einen eben so förmlichen Abschlag erhalten. Ich trat bei dem Meister ein. Sein Angesicht lächelte mir entgegen. „Der Tag hat lange gedauert. David, er ist-zu sieben Jahren geworden, wie Deinem Urvater Jakob, aber da Deine Rahel treu auSgehalren. so will ich auch Laban sein, und ein btßrer al» der in der Bibel." Er nahm mich in feine Arme. Frrudenthränen rollten von, unsrer Beider Wangen, und in diesen fand unS Elise t- Drei Glücklichei ES wurde Alle» im Stillen vorbereitet. Niemand erfuhr Etwa». - Nqch einigen Wochen reisten wir Drei nach Amsterdam. Hier trat meine Elise in gesetzmäßiger Weise zu meiner Religion über, wir wurden getraut, mein Schwiegervater zahlte mir ’ eine ansehnliche Mitgift mit, segnete unS, und reifete zur Heimath zurück. Wir waren glücklich. Die Otzftr und Kampfe, die.e» un» gekostet, drückten die Wageschale unsre» Glücke» um so tiefer. Ach, e» stand un» noch harte Prüfung bevor. '" Wir bestiegen ein Schiff, da» unS über den Orran tragen sollte. Damalsbefuhren noch nicht die windb^ siegenden Dampfer die WSllen de» Meere», wie jetzt, ftit einem Jahrzehend. Wir. hatten eine günstige Fahr»; schon entdeckte man al» einen grauen Nebelstretf die Küste .V