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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 11 (1855) · p. Seite 43

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
11 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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4L Thal ihre „Loksch" zu erreichen; wa» ihr a6i v begreiflicher Weise nicht gelingt. Eine Andere hält ganz verblüfft ein winzig Töpfchen in der Hand. „Wir haben undefchrien zwanzig Personen zu Tisch," ruft sie endlich, „und sollen mit dem satt werden." Klach, und da- Köpfchen, da- Mittagsmahl einer armen Familie, liegt zershmetten und zertreten in der Gaffe. Eine Dritte will ich durchau» tn den noch immer glühenden Ofen stürzen, um sich selbst ihr Essen zu holen, und wirb nur mit Mühe von dem wahnsinnigen Vorhaben abchehalten. Die w< chsenve Der» Wirrung benutzten einige kühne Freibeuter, wie sie bei jedem größeren oder kleinern'WvlkSauflause sie» rinzufinden pflegen, und tragen fort, w^S sie erhaschen kennen, kleine und große Töpfe, Kugel. Gamew, Erbsen? Reil und Graupen zu gleicher Zeit. Jetzt^ fangen auch hie mittlerweile hungrig gewordenen „Herrschaften" sich tbeilwrise «inzufinden an.'und helfen den Tumult vergrößern, t er aber bald seinen Eulminationspunkt erreicht bar und ei rer ruhigern Deginnung Platz macht, alt chungep sich die nunmehr herausstellt. ..Wo nichtif nach wiederhol en Unters»» vollkommene Leer^ deS Ofenhat Zeder seiy Recht verloren!" ruft jetzt ein Witzbt ld, und der unstreitig wahre AuSspruch wird mit allgeu und Scholerreste decken noch Notizen d Ter einzige Sohn de- V deffen Lebensskizze in Nr. 5 ser so warm interesstrte. der einem Gelächter, empfange». die Haufen zerstreuen sich al Malig, und nur Aopfscherben den Kampfplatz. '3 Tage ö. Sam. Medori» zu Padua, d. DolkSbl. v. Z. unsere Le- Dr. Carlo Mrdo^o, ist seiner Krankheit erlegen. Unsere Leser werden mit »ndaö Er löschen dieser herrlichen Fami ie betrauern. — | Daneue israelit. Waise,hauin Paderborn, ge gründet durch die Energie , ner Dame, de- Fräulein- Nathan, wird im Zanuar shon die ersten Zjöglinge auf» nehmen. — Auch in Hamburg wir! ein israel. Waisenhaus für Mädchen gegründet, und ein Mark dazu gespendet. — Bericht auS Vor einigen Jahren kam men- Ascher Salzmann austellung seiner angegriffenen Deutschlandconsultirt. und Unbekannter hat 30,000 Hannover. ein jüdischer Gelehrter, Na-! vamaskuS, welch r zur Her- Gesundheit mehrere Aerzre uch die Bäder i, Pyrmont gebraucht hatte, hier durch ünd gab vor, d >ß ihm an dem zuletzt genannten Orte ^ezen 400 Thalec abhanden gekommen seien, waS er auch zur Zeit in öffentlichen Blättern annonciren ließ, dem Finder eine Belohnung von 50 Thalern zusichernd. Man glaubte damals allgemein, daß diese Behauptung eine leere Erfindung ui^v nur eine Spekulation auf da- Mitleid> seiner Glaubensgenossen sei. Der Mann begab sich von hier au» nach Amerika, wo» selbst er in der Krankenanstalt devor zwei fahren »er* storbenen. und durch sein Testament so berühmt gewordenen Juda Touro in New.OrleanS die Apothekerku »st erlernte, mittelst welcher er sich bei einer sparsamen Leb'nSweise in wenigen Zähren eine Summe von 800 Thlrn. erwarb. Gesonnen, nunmehr zu seiner Familie nach DamaSkus zurückzukehren. wechselte er sich für jene Summe Preußisch« Kassenscheine ein, mir denen er auch die UebersahrtSkofteu bezahlte, worau» heryorgehr, daß zur Zeit weder er, noch daS Schiff-personal von einer Maßregel Kenntniß hatte,, welche er erst später zu seinem nicht geringen Schrecken erfahren sollte. Unlängst langte er glücklich mir seinen Er» sparniffen in Hamburg an. und vernahm daselbst zu seiner großen Freude, daß' sich daibm früher in Pyrmont abi Händen gekommene Gelb wieder eingefunven hahe, und I daß die dortigen Behörden bereit» vor zwei Zähren ein« Bekanntmachung in dieser Angelegenheit erlassen hätten. Er halte nun nicht» EUigere» zu thun, al» nach Pyrmont zu gehen, woselbst er nach Abziehung der Kosten und der von der Finderin bereit» verausgabten Summe kaum noch den dritten Theik seine» verlorenen Gelde» in Empfang nahm. Dorr aber erfuhr er auch, daß seine in Amerika etngelaufchten preußischen Kassenscheine bereitwerthlo» geworden, indem die preußische Regierung dieselben sängst etngezogen und ander, Schein, dafür in Umlauf gesetzt hätte. II» der größten Beforgniß kam der Mann vpr einigen Wochen Hierher^nach Hannover, wo er dem biestge» ^preußischen Gesandten, dem Prinzen Isenburg, eachsthlen wurde, welcher zwar, die Freundlichkeit hatte, die vom Hrn. Galzmann an St? Majestät den König von Preußin in dieser Angelegenheit gerichtet, Petition befürworten» an Se.- Ercellenz den Herrn v. Manteuffel zu schickes ihm jedoch bemerkte, daß er für den Erfolg seiner Verwindung nicht einstehen könne. - > I.! Die unzufriedene MauS. (Aach eiae» hebräischen Stoffe. Bon 9t E. Stertz.) 1. 3m Hoffart-wahn ward unzufrieden! Einst eine. Mauinihrem Loch. l Mit jenem LooS, da» ihr beschieden; j Trug grollend stet» ihr Eh'standSjoch. 2. Und weil da» Weib, da» ihre- Gleichen Sogar verächtlich ihr erschien,! Beschloss ste heimlich zu entweiche^ | Und in die Ferne hinzuzieh'n.! j 3. Sich höher» Kreisen anzuschfkeßen. '! War ihre- Stolze» Riesenplan; ’ I Und so betrat, auf Freier-füßen, Sie ibrer Brautschau Helvenbahn. 4. Und al» st« bei de» Morgen- Praue» Den Berg erklomm in ihrem Lauf; Da -lickt' am Himmelszelt, dem blauen,— Sie zur verklärten Sonne auf. — 5. Und wie gebannt an ihrer Stelle Stand ste. bezaubert von dem Strahl: ' „Ha, Born des Glanze-! Lichte-quelle! > ,t „Nur du, du bist mein Ideal." » 6. „O Fürstin du de» Licht» auf Ervett!" : Rief knieend ste, begeistert, laut — „Mein mußt, al- Mächtigste, du werden! „Zch liebe dich! Sei weine Braut!"

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