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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 11 (1855) · p. Seite 44

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
11 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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44 7. Die Sonne sprach: „Seh, frag' bei« Volke „Und &fte', wie trüglich nur mein Gcheiw: „Mit Rebelsttren bullt die Wolke „Za mich sa«mt meine« Stanze,ein!" 8. „Laß dich vom eitlen Stanz nicht blenden, ..Ein W-lkchen scheucht ibn ja vom Ort — „Willst du zur-Mächtigsten dich wenden. „Nicht' an die Wolf dein FreierSwort!" S. TS lenkte ihren Schritt bedächtig Die eilte MauS zur Woltze hin: ..Wie?'' sprach die Wolke „ich war' mächtig? * „Muß ich nicht vor dem Winve flieh'n?" 10. „Laß nur den Wind ein wenig toben. „So ist'ö um meine Macht gethan; ..Mein «ebelfior, er ist zerstoben — „©'rum-trag’ der Windesbrauk dich an!" 11. Und weiter lenkte ihre Schritte Zum Win de hin die eilte MauSr- Und .rieverholte ibre Bitte — Doch lächelnd rief der 'Wind da aus: 12. „Muß deinen Jrrldum sehr bedauern. - „Kann Nauch und Wolke ich verweb'n; „Vermag ich doch nichts gegen Mauern, „Die trotzend meinem Toben stehn!" 13. ' Wels macht'ger als des WindeS Wehen' „Ist jede festgehau're Wand; „D'rum mußt du hin zur Mauer gehen, „Ihr biete liebend Herz und Hand!" 14. So nahm denn, wie ihr angewiesen, Die MauS zur Mauer ihren Lauf: ,,O du alS Mächtigste gepriesen," Sprach sie — „nimm meine Werbung auf!" 15i Die Mauer'sprach — und?4 umspielte Ein böhnisch Lächeln ihren Mund — „Zch mächtig? Ei. und wer durchwühlre . ..Nicht oft genug schon meinen Grund?"; 16. ,Muß etwa ich eS dir erzählen^ „Daß mächtiger als ich. — die MauS? „Willst du die Mächtigste dir wählen, „So wähle deines Gleichen auS!" 17. Beschämt, gefallen aus dem Himmel, Trat ihren Rückweg an die MauS. Und kehrte, auS dem Welizetümmel, Zurück in ihr bescheidnes Haus. 18. D'rum Jüngling, willst ein. Weib du wählen. Po suche deines Gleichen auS!, . Du könntest sonst, chein Ziel verfehlen, Und dir ergeht'S. wie jener.MauS!'— Blumenlese. AnsjSge von Erzählungen. «leichM». Gedanken und Mrinnngen. wie Erklärungen von Schriftstellea auS hebräische» Werken, von Joseph Stawicz in Breslau. R. Nathan lehrt: Woher ist eS auS der Schrift zu erweisen, daß der Mensch weder einen scheuen, wilden Hund, noch eine morste Leiter in seinem Hause dulde, wie überhaupt jeder Lebensgefahr verbeuge? AuS der Stelle 5. B. M. 22, 8. „bringe nicht Blutschuld auf dein Haus." Heil Denen, welche baö Recht beobachten, und Dem. der MildthLtigkeit zu jeder Zeit übt. Psalm 106, 3. Ist eS renn möglich, fragt der Talmud, zu jeder Zeit milvihärig zu sein? Die Gelehrten in Jabneb und nach Anderen R. Elieser erläutern, daß damit Der gemeint ist, welcher den Lebensbedürfnissen seiner kleinen Kinder väterlich abbilft. welche Pflicht ihn, als eine MildthLrigkeir Tag uns Nacht obliegt; R. Samuel Bar Nachmani deutet diese Worte aus Den, der Waisenkinder in seiner Behausung erzieht, und selbst an deren Verbeiratbung thäkigen Ambril nimmt. * Rabba sagt: WaS ist der Grund, daß wir in einer Streitsache selbst von Dem kiit Geschenk annehmen dürfen, dem wir nach wahrhafter Ueberzeugung das Urtheil zu.seinen Gunsten fällen? weil das Geschenk bewirkt, daß wir unS mit dem Geber befreundet fühlen, wir betrachten ihn beinahe mit ddm Auge, mit welchem wir das liebe Ich betrachten, und es fällt dem Menschen schwer, sich mir vem^Gedanken zu befreunden, der ihn selbst verurtheilt. ' . R. Schemuel wollte einst über eine Brücke, da kam ihm ein Mann entgegen und «rboi ihm hiezu seinen Arm. Schemuel machte von seiner Güte Gebrauch uNd ließ sich hinüber führen. ..Worin kann ich mich Dir gefällig erweisen?" frug er den Dienstfertigen. „Ich habe eine Streitsache," erwieherte dieser. „Deine Gefälligkeit macht eS," enlgegnete Schemuel, „daß ich Dir nicht als Richter dieneu kann. Abbat bemerkt: Wenn die Einwohner einer Stadt von ihrem Gotteszelehrien mir Warme sprechen, beweist dieses durchaus nicht ihren hoben Grad von Bildung unv Tugend, sondern dieses Lob wurzelt in dem Umstande, -daß er ihnen nicht ihre Untugenden vvrhält. und in göttlichen Angelegenheiten nicht ermahnend auslritk. Man lehrte in Gegenwart deS Rab Nachman: „Wer seinen Nächsten öffentlich beschämt, wird alS fin mörderischer Blutvergießer betrachtet" „Richtig, richtig!" stimmte dieser bei. „wir nehmen es ja dadurch wahr, daß die rotbe frische. Lebensfarbe auf dem Gesichte einer trüben, tödtlichen Biaffe Platz macht." Allgemeine Zeitung deS Judentbume. No. 49. <856. Leitende Artikel: An alle Abonnenten de« Institutzur Förderung der tsraelir. Literatur. — Die Conferenz in Clevelaud (Nordamerika). — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig. Frankfurt a. M.. Hannover, Hannover. Preußen: Berlin. Berlin. Berlin. Berlin. Lesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Nachod. an» Ungarn, Pesth. . Italien: Bercelli. — Literarische Nachrichten: Breslau. X3T 3» beziehen durch jede» Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Tbaler. vierteljährig V« Thaler. Beravtwortttcher Redakteur: K. Rabe. B-rli- »vn 8a»»gLriner'« BuJtfcinWune ii^ Leipzig. — Druck reit Alexander Sie et in Lrinig. - c>

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