Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 10 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 3)
- Language
- German
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lst h> der feintgen insbesondere bekannt. ,,3<6 Hab' „die Unterstützung der franzöfischen Regierung sprachen, und würde sie nicht annehmen, sel mir angeboren würde. Einerseits halte ich Sünde, onzunebmen, waö mir nicht gehört, gesund an Geist und Körper bin. Gott starken Arme und Beine nicht umsonst herau sen auS dem Rumpfe, und rdenn ste kräftig daS Brot, bas Andere erernret, zum Munbi so müssen 'ste ,S auch ru verdienen vermögen will ich dieser sranzösilcken Regierung zu Nichlk ret sein; ste soll di« Entziehung der Unterst i wie ein Dan^oklesschweri über meinem Hat lassen, und soll auf meine Dankbarkeit zu daS Recht haben. Ich will zu aller Zeit mein sein, zu gehen und zu bandeln nach mein Darum bin ich, der polnische Graf, ein tüchtig geworden, der mit seinen derben Fäusten dir dient, wofür auch die Maschine sheist. Polen gangen, weil sein Adel sich zu hoch dünkte fangen wir «S am andern Ende an. fangen len an, .vielleicht baut eS fich auf festerm Grr Werden wir, was alle Menstden waren und Arbeiter. Noch ist ^S nicht verloren, sobald w verloren geben: hilf Dir selbst, und es ist Dir, Freund, steben nun dieselben Wege Fever, mir den Stuvren. if " sagte er. nicht angel wenn ste eS für eine so lange ich >t mir diese it wachsen lasgenug sind, zu führen, Andrerseits ls verpstlch-. itzung nicht lpte hängen echnen nicht eigner Herr Belieben. jtt Arbeiter Raschlne be» st unterge» — woblanl en zu erwerben; hang' sie an d,n Nagel, und n 9) offn bwr für den 9 chaffen. Oder bei nv sieb zu. wü rer. Arbeit kann ich'Dir ver franzöfischen Gouvernement, dann laß mich aber. . . ." ..Diese Worte meine-LteundeS ergriffen tig. DaS batte mir von je gefehlt. Ich hat' Idealen gelebt, und dl, Metstigen batten mist Hier war Wirklichkeit, hier wür Kraft, einen schen brauchte ich. Ich griff schnell zu. 3» Au; einen sei dieS Hie letzte LebenSa r dann will rck tv. verzehrenden allem Sehnen a > tO feine Arme, und sprach: ,Laiß mich ruhen, Bruder! ES sei die* i>* l-u, überschwellenven Gefühleder realen, der schaffenden u hören. 34 will abschwören will herauSreißen aus meiner, Herren alles Brüten, und will fortan arbnten. . . Mei» chelte. Sein Lächeln kühlte r»ich in EtwaS cheln sagte mir: ich wolle <r twaS, was ich und ttiebe gerade im Augenblicke daS, waö wolle. . „Znveß ging ich kräftig in's Werk. 3ch bei-meinem Freunde ^ein, n ir machten gen Menage; ich bekam Arbeit irj demselben Alelse stig. thälig. Man harte unH gern, und in gingen Monde, gingen Zabro bin. Die Arbei unS fast alle Zeit, wenn wsr das AuSkomnr wollten; dann und wann machten wir einen auf daS Land; dann und rstantt besähe» wi schätze von Pari-, um den G»ist nicht ganz si sen; vor Allem studirten wir!die Mechanik, un über die bloße Handarbeit zls erheben." „Sei »S nun, daß mein »reand hierfür hatte, fei eS, daß der Fabrikberr sein Auge w gerichtet hatte: nachdem drei Jahre verflossen SS vll von UN- »ve da auf. sein sollten, r unS nicht ir geholfen. mir der ölen Nichts erde Arbei» tle bei dem Du fährst; mich mäche stetvom angestaum. oichen Menarf mich in Anblick hier ßerung veS der Welt. Welt ange» und Hoffen, >Lühlen und Frepnd lä- . DaS Länicht könne, verbannen x 'lN richtete mich schaftlicke r. war rii; »Ort Weise beschäftigte n erwerben Spaziergang die Kunst» iken zu las» unS hierin v!thr Dl Geschick eh; auf ihn red, wurde mein Freund zu einem der Werkmeister gemilcht, wohingegen ich verblieb, was ich war — Arbeiter. Meinem Freunde wardie- Ereigniß ganz gleichgültig; aber eS trennte uns. Er mußte in dem Fabrikgebäude ftlbst eine Wohnung beziehen; mußte bessere Kleidung anleg,n und am Tische der Werkmeister Theil nebmen. Dies Var mir weder möglich, noch vergönnt; und ich behielr daher unsre frühere Wobnung allein zurück. Ueberhaupt tarnen wir nun weniger in Berührung, und daS gtmtinfame Leben nahm ein End». „Franz!" saFle er zu mir, wennjichmtch beklagte, „meine Gesinnung für Dich hleibt dieselbe, Du kannst allwege 'ans mich rechnen; aber Du bist nun mündig, und mußt ganz auf eigenen Füßen stehen leimen?' ,,An die Stelle meines Freundes trat als Arbeiter ein anderer Pole ein, mit dem ich mich bald zurecht fand; er zog bei »mir ein. Kurze Zelt darauf erhielt ich die Nachricht vom Tode meine- Vater-; meine.jüngeren Geschwister, mit denen ich wenig gelebt hatte, harten! fich> zerstreut So wußte ich mich ganz allein in der Welt." ...Aber die Jahre, die dahingegangen im schweiße meine- Angesichte-, hatten mein Inner,- beruhigt und ausgeglichen. Und flehe, gerahe mit der Ruhe, mit der ernsten Sicherheit traten die alten Gestalten, triassh» die alten Gedankenreihen wieder hervor. Polen, daünpergeßliche Vaterland, sein Sturz, seine Zertrümmerung-kamen aus der Tiefe meiner Einbildungskraft, auS her Tiefe meines GesüblrS allmälig wied/r zum Vorschein^ durch» drangen die Rinde, die sich uns sie gelegt, und tönten wie lang, Zeit vergessene Töne, wie Wiegenkl^nge der Kinbheit wieder rn mein Ohr. Man-finbe die- Natürlich. Der große Hchmerz die herzzerreißende'Trauer, die bittre Täuschung des JünglingSberzenS. der Verlust meirzeS Bruders, der Verlust meiner Mutter, die Trennung vom Barer und Vaterlande — alles dies hatte meinen icheist betäub^ hatte ihn niedergedonnert, und mit diesen sschkäge« waren alle meine Ideale zertrümmert. Aber dep Friede, die. Ruhe waren, wiedrrgekehrt, leise Vergessenheit hatte ihren Mantel iiktr mein, Wunden gebreitet. Gerahe darum mußte jetzt dev unverwüstliche l Inhalt meine- Lebtjn» wir» der heraufzudringen Raum haben und' den Herrscherstuhl wieder aufschlagen in dem, doch noch jugendlich elastischen Geiste. 3ch sing wieder an. daran zu denken; wieder begann mein Herz zw klopfen bei dem Gedanken, sjollte «6 nicht doch noch möglich sein? DaS Erste war. daßi ich mir die durchlebten Ereignisse zurecht zu legen suchte. Die verfehlte Revolution, fckid ich, war der letzte Verfluch deS polnischen AdelS/und als Solcher mußte er nichtig sein, mußte er vergeblich, sein und in sich sein Endej finden. Aber ist nicht-das V-olk noch da? 3m Alterthurp rottete man ein solche- Volk auS, oder versetzte eS vomchSuphrat nach dem JnduS, ober zerstreute «S wie die J^den in alle Welt. In unsrer Zeit züchtigt man eS, aber! läßt ,S bestehen; sucht man es umzugestalten, aber wrr^veit gelingt dirS? Rein, daS polnische Volk ist noch da, hnd auS diesem muß die Wiedergeburt PalenS hervvrgetzen! . . . So räsonnine ich, mehrere hundert Meilen > vom! Vaterlande entfernt, und Hielt eS bald nicht für unmöglich, über die weite Ferne hinweg an seiner Wiedergeburt zu arbeiten. Jetzt segnet« ich daS Geschick, dackich fern von den Resten depolnischen Adels in Parigehalten, -al- Arbeiter. Ja, bald fand ich den Fall der Revolution nicht z i