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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 4 (1855) · p. Seite 15

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
4 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 15 (sequence 3)
Language
German
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15 »ach Oft »nt» West zu schreiben, ka» er mehrmalt und brachte «ir bald ei» Stück vorzügliche- Haounelfietfch. bald frische Butter für «ein« Neine Hatz-Haltung; kurz, er suchte auf alle mögliche Art feine Dankbarkeit autzudrücken; und-dach mußte ich «ir gestehe»,! daß Schmerka, in seiner Art ein gelehrter Mann, der einzig« Mensch auf »er Barke war. mir dem ich mich gern uurerhielt. Seine kleine Frau besuchte ich später in Kratnojartk und unterstützte ste big zur Rückkehr ihre» Mannet mit 5 Rudeln. Sie sprach ein noch schlechtere- Deutsch alt Schmerka. Zhre Briefe an ihren Mann waren «st arabischen Buch» staben (wahrscheinlich jüdisch-deutschen) geschrieben; aber in welcher Sprache ste abgefaßt waren, weiß ich nicht. Don dem dortigen Prästdenten Iwan Jwanowitsch Kalkin bekam ich dat Versprechen, baß er die» ebrenwerthe Paar unter seinen Schutz nehmen wolle/' Später traf der Professor Hansteen noch Juden in anderen sibirischen Städten bit an die chinesische Grenze. R a ch r u f an I. Liffgett». Lehrer jU| Vlcxftn. So bist auch Du hinab int Grab gesunken. Dom Erdenleid, nicht vo» der Zeit gebeugt; Ach, viel zu früh hast Du den äkelch getrunken. Den Todeskelch btt auf den Grund geneigt. Dir fließen mild der Deinen stille Zähre», Don Herzen weint der Schüler Zahl Dir nach. Und auch der Freund kann seinem Schmerz nicht «wehren, Denkt er zurück an Deinen Todettag. Nur wen'ge Freuden waren Dir hienieden. Der Friede selbst Dir aut der Brust gebannt; Denn nicht bat beste Loot war Dir befchiedea —; Det Lehrers Müh n sind^a nicht anerkannt.— Du warft zu gut für eine Welt von Mängeln, Zu wandern hier in diesom Erdenthal, j Ein Geist wie Du sollt'.leben unter Engeln. Drum hat Dich Gott erlöset aut der Qual. So schlumm're sanft in Peiner Erdenhülft, Schlaf' ewig wohl in ruÜ'ger Grabetttacht! .Du bist schon da am All^ bestimmten Ziele. Dein Auge ist zum sel'gest Licht erwacht. Der Herr der Welt, Besatzer aller Fisoaimen, In jenen Höh'n läßt Er Dir - wohlergeh'»; Er läßt den Frieden über Dich auch komhien, D'rum Nag' ich nicht — denn Dir ist whhlgescheh'n. Krefeld. Asch. Gegen die MWorräre. II. Jedermann weiß, welch' ein Eckstein de« Judenthume gegenüber die „Erbsünde" ist. unter welcher nicht etwa dir jedem Menschen eingeborne Möglichkeit der Sünde zu verstehen ist — eine Lehre, welche die h. Schrift stetanerkennt, und ohne welche der Mensch ket» Wesen mit sittlich freiem Willen wäre — sonder» haß der Mensch bereits versündigt, von der Erbsünde durchdrungen, mit Sünden belastet geboren «erde. Diese Lehre wird »nrch aichtt in der h. Schrift erwiesen. Aber die Miffionaire! berufen flch auf Psalm 51,7. Der Psalm heißt in unfter Uebersetzung (unser Bibel«. III. S. 139.): ] 3. Begnad'ge mich, o Gott nach Deiner Gnade, nach Dktnet Erbarmens Größe tilge meine Missethat. 4. Don meiner Schuld wasch' ganz mich um, J Und rein'ge mich von meiner Sünde. 5. Denn ich erkenne meine Misselhaten, . Unv meine Sund' ist stets vor mir. 6. An Dir, an Dir allein hob' ich gesündigt, und wain Deinen Augen bös. gethan: daß Du gerecht in'Deinem Worte sei'st, 'in Deinem Richten lauter. 7. Sieh, in Schuld ward ich geboren. in Sund' empfing mich meine Mutter. 8. Sieh, an Wahrheit hast Du Lust im Inner», Und lehre mich im Herzen Weisheit. 9. Entsjind'ge mich mit Dsop, daß rein, wasch mich, daß reiner alt der Schnee, ich werde. 10. Verkünde Wenn' und-Freude mir, die Glieder, die Du schlugst, ste sollen jubeln. 11. Verbirg' Dein Angesicht^vor meiner Sünde, und alle meine Schulden tilge. 12. Ein reine- Herz schaff mir o Gott. und einen festen Geist erneu' in meiaer^Jnnern. re. ES kommt hier, wie überall, darauf an, nichts aut dem Zusammenhänge zu reißen. Nichtklarer, alS daß der Psalm eine Bitte um Sündenvergebung ist, von der allein dat Glück, die Freude de- Menschen chbhänge. Diese Sündenvergebung stützt »er Sänger zuerst "auf die Knabe und Barmherzigkeit Gotte- (D. 3.4.),. altdann auf .daklare, offne Sündenbef kenntniß (B. 5. 6.), als unerläßliche Bedingung der Der« j gebung 02), wobei der Sänger hervorhebt, daß jede Sünde - des Menschen gegen Gotzt gerichtet sei, indem, alle Sittlichkeit auf dem Berhältnrß zu Gott beruht — ein« Anschauung, die durch hie ganze Thorah geht"— wodurch auch Gott eben alt der Allgerechte erscheint (D. 6.) Alt - dritten Grund zur Vergebung der Sünde spricht nun » , der Sänger die zur Sündhaftigkeit geneigte Darur de» 1 Menschen aut (V. 7.), der um so stärker dat Verlange» Gottenach Wahrheit und Weisheit im Menschen gegenüberstehe (D. 8.). Nach der nachdrücklichen Hervorhebung dieser drei Gründe für die Vergebung seines Sünden, erneuet der Sänger seine Bitte und sühn ste aus. Betrachten wir nun D.7. näher, so > sehen wir leicht, daß der Psalmist, um die zur Sündhaftigkeit geneigte! . Natur de- Menschen recht stark zu schildern, ^sagl: ich bin in meiner Sündhaftigkeit um so mehr zu entschuldigen, da I ich nicht allein von Jugend auf dazu geneigt war (T»bVT»J V (vgl. 1. Mos. 8, 21.). sondern auch alle Menschen Sün. der sind, ja meine Eltern schon sündigten — ivat um so gewisser der Sinn. ist. da et nicht beißt: „ich wurde in Sünde empfangen," sondern >,meine Mutter empfing mich in Sünde." also die Mutter sündigte, alste ihn empfing,. nicht: die Mutter empfing ein sündigeäkind. Gegen die Erklärung von der Erbsünde spricht aber insonder-, da der länger bittet und hofft, bald wieder den festen Geist zu besitzen, den er gehabt («in D. 12 ), eia reine- Herz und einen ftrien Geist rm D. 14.) d. h. eine»

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