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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 1 (1855) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
1 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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feef inner« Leben-, wo Buß»/ Gebet un» Wohlrhätigkeit unmittelbar eiugrtffen in. da- Leben, und es soll mir Vergnügen machen, Euch die nächsten Abende mit dreien solcher Fälle zu unterhalten, die ich mir ganz besondergemerkt habe." Die Familie war inj Laufe de- Gesprächeum de» Bater und den Knaben zstfammengerückt.; Die letzte Aeußerung brachte allgemeinen Jubel-hervor, und der Bater verhieß, schon den nächsten Abend mit der ersten Erzäh» lung zu beginnen. <goriff|uni folgt.) Ein Brief auS Jamfalem aus dem Jahre Pt). Der berühmte „Rachban", d. i. R. Mose ben Nachman, geboren 1194 zu Gerona in Latalonien, der den ganzen Kreis damaliger Wissenschaft umfaßte, Arzt, philosophischer Denker, großer Talmudist, l »ebrätscher Dichter, Verfasser dehöchst geschätzten Commeatarzur Thora und zu» Jjob und anderer Schriften, der 1263 mit Fra Paolo öffentlich vor dem Könige Jakob von Aragopien di-putirte, ging 1267, also 73 Jahre alt, nach Jeru» sal« m. Außerdem daß er am Schluffe jeine- Commentarzur Thora mit glühenden Worten seineg Schmerz über die Derwüstung der heiligen Stadt ai .-sprach, ist unauch noch ein Brief übrig, dern er a i seinen Sohn, R. Nachman, von Jerusalem auschrieb. iQUr gebm denselben hier in der Uehersetzung, aleia höchst Interessante- Zeugniß für die damaligen Zu linde ut/v den Rann selbst. Man erinnere sich, daß da malgerade die sogenannten Kreuzzüge zu Ende, also faß zwei Jahrhunderte der fürchterNchsten Drangsale Jeru 'alemvvrangcgangen waren. Ramban schreibt: „Esegne der Herr! Mein kkom Nachman. o daß Du schai^^ va- Heil Jerusalem- und sähest die Kinder Deiner Kinder (Pf. 123.) und Dein Tisch möge sein wie der unsre- Aha- Abraham! I» Jerusalem, der heilige» Stadt, schreibe ich diesen Brief; denn, Dank und Preidem Horte meine- Heil-! war ich so glücklich, hier wohlbehalten anzulangen am neunten det Monat- Ellul, und blieb dort bizum Tage nach dem? Zersöhnung-feste. Run ist mein Plan nach Ehebron zu gl hen, der Grabstätte unserer Väter, um mich daselbst niel erzuwerfen, und mir dott mein Grab zu bestellen. Waaber soll ich in Betreff de- Landeeuch sagen? Groß i l die Oede und Verlassenheit, und um ekurz zu bezeiß nen, je heiliger die Stelle», desto wüster! Jerusalem st zerstörter al- Alle-, da- Lund Juda mehr al- Galiläa. Aber auch, in dieser Verwüstung ist eeia gesegnete- 8 and. Ehat an zweitausend Einwohner, an 300 Christ» wohnen dort, die dem Schwerte de- Sultanentronnen stnd. Juden find nicht darin; den» seit der Ankunft der! Lartaren find ste entflohen. Manche fielen durch da- Schwert. Rur zwei Brüder, Färber von Handwerk, welche Farben von dem Lande-herrn kaufen, find darbet denen hie zu einer götze-dienstlichen Versammlung erforderliche Zahl (von 10 •) S. Sach», die relig. Porste der Jude» t» Svaote». S. 333. Männern) zusammenkommt, uno ste halten an Sabbate« da- Gebet in ihre» Haufe ab. Wir aber haben fie aageeifert, und egelang un-, ei» öde stehende- Hauzu ermitteln; daauf Marmorsäulen gebaut ist, mit eine» schönen Gewölbe. Dahaben wir zur Synagoge genommen. Denn die Stadt ist herrenlo-, und wer stch der verödeten Stätte» bemächtigen will, kann ethun. Wir haben unsre Spenden gegeben zur Einrichtung de- Hause-. Bereitist nach Sichem geschickt worden, um einige Gesetze-rollen von dort zu holen,, die man von Jerusalem bei dem Einfalle der Tartaren dahin geflüchtet. So werden ste nun eine Synagoge einrichten und doü bete». Denn beständig kommen Mehrere nach Jerusalem', Min» ner un» Frauen au- Dama-ku-, Zobah (Aleppo) und allen Theilcn de- Landfl-, < um da» Heiligthum zu sehen und darüber zu ttauern. Der un» vergönnt, Jerusalem in feiner Verwüstung zw sehen,. der beglücke unauch, egebaut und wieder hergestellt zu schauen, wenn der Votte-glanz dahin zurückkehrt. Du aber, mein Sohn, und Deine Zugehörigen, möget ihr Alle da» Heil Jerusalem« und die Tröstung Zion» erleben.^ — Zum Schluß «erden Grüße an Jünger und seiner Frau Brudersohn, R. Mose ben Salomo, aufgetrazen, dessen ihm mitgrgebene Verse, wahrscheinlich eine Elegie auf die Zerstörung Jerusalem-, er auf dom Oelberge, dem Tempel gegenüber, mit bittren Thränen gelesen habe, wie eihm dieser voransgesagt habe. Er starb kurz nach seiner Ankunft in Acre. Man zeigt seit; Grab in Kaifa, nach Anderen ist er in der Nähe'von Jerusalem beerdigt. Gegen die Missionäre. I. Don den Ufern de- Rheine- (Coblenz) und denen der Ostsee (Treptow) ist unzu gleicher Zeit die Aufforderung zugekommen, doch eine populäre Schrift abzufaffe», in welcher diejenigen Stellen der heil. Schrift, welche am häufigsten von den Miffionären den Iuden gegenüber aufg,tischt werden, um auunserer^. Schrift die christlichkirchlichen Slauben-sLtze zu erweisen, in ihrem wahren und klaren Sinne erläutert würden. Nicht, alob von jene» Gebrauche irgend Etwa» für die Sache de» Judenthmue» ernstlich zu fürchten sei. Allein oft wären einfache Juden doch nicht im Stande, den blendenden Schein zu zerstreuen, und müßten sich hinter ihre Unwissenheit zurückziehen. Diesen ein Mittel in die Hände zu geben, auf welche» fie stch beziehen könnten/ wäre sehr erwünscht, noch dazu, da hierdurch die Sache überhaupt einmal wieder zvr Sprache käme, und jedenfalls der Sinn vieler dunkeler Schristftellea einmal wieder erörtert werde. Dir find sehr geneigt, auf diesen Wunsch einzugehen, und werden sich darbietende Muße dazu benutzen. Einstweilen wollen wir diese Blätter wählen, dann unv wann eine dieser Stellen zu besprechen, .ohne unat» eine bestimmte Reihenfolge z.» halten. Zweifaches müssen wir aber im Dorauerklären. Zuerst, daß wir nicht im Geringsten hiermit eine Polemik gegen da- Christenchum und feine Glaubenssätze unternehmen, wir lassen diese völlig unangefochten aude» Spiele —rrl gilt vielmehr allein die richtige ErklLrnng und Deuküng (Interpretation) von Schriftstellen, und ste

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