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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 1 (1855) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
1 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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von dem frei zu erhalten, reafl man hineinzwingen will. Zweiten» daß wir nickt einmal eine regelmäßige Debatte «it den wandernden Zudenmisfionären beabsichtigen, sondern sie abweisen wollen, ohne sie selbst weiter zu berücksichtigen. Wir wählen heute 1 Mos. 18. 1. 2. Daselbst heißt e» -fHz, b-c:« ttstc nsr jrr: ttv Ntr? '77 r>V« re^ „und er 'erhob seine Augen und-^schHUte, und siehe, drei Männer standen ihm gegenüber." Hier „erschien Gon dem Abraham." und er „sah drei Männer/' wa» ein offenbarer Beweis für die Dreieinigkeit des gütlichen' We. sen» sei.—-ES könnte die» irgendwie nur vorausgesetzt werden, wenn an dieser Stelle die „drei Männer" und „der Ewige" alS'Daffelbe auSgegeben würden. Daß die» aber nicht der Fall iS, daß „der Ewige" und „die drei Männer't nicht Dasselbe sein sollen, geht am klarsten auS V. 22. hervor, wo eS heißt: „Da wandten sich die Männer von dannen und gingen nack Sedom. und Abraham stand noch vor dkm Ewigen." Während also „die Männer" forrgegangen, stand Abraham noch „vor d-m Ewigen." und nun beginnt die bekannte Litte ym Verschonung der Stadt. Wenn jemand, da - nur „zwei Männer" (19, 1.) nach Sedom kommen. anncbmen wollte, daß von den „Dreien" Einer als '77 gedacht wird: so thut-^drs zur Sache nichts, da jedenfalls nach D. 22. nicht alle drei als '77 gedacht sein können. Wir glauben indessen jenes nicht, da '77 und die „drei Männer" iouner auseinander gehalten worden. Denn V. 4. und 5. zeigen, daß die zweite Person Einheit, in V. 3. nur Redeweise ist. wie z. B. 1 Schem. 9, 19. auch. Ebenso wird Gesprsich D. 9. von den drei Männern begonnen, und doch fteht V. 10. "Wi. Dahingegen 93. 13. '77 indem nunmehr die göttliche Erscheinung auS Itnet ,bisherigen Verhüllung bervortritt und sich als göttlich erweist. Taber ist V. 15. uav 16. '77. von den 3^X77 genau umcmchieden. und so immer im Folgenden. Die Stelle kannalso mit Richten nur irgendeine Andeutung aus die Trinität enthalten, mag man nun dogmatisch entweder deN Bericht der heiligen Schrift galtz'wörtlich nehmen, oder symbolisch das «^7 alS' Ankündigung einer göttlichen Mittheilung, die „Männer" oder „Engel" als die Derifiitlichung deS göttlichen RatbeS erklären. Anfragen und Antworten. 92. B. in -R. Sie haben in einer früher» Nummer de» „jüdischen BolkSblatteS" die Form der Trauung, wie diese in Magdeburg seil 20 Jahren vollzogen wirv, genau geschildert, und diese gefiel, soviel ich weiß, außerordentlich. da sie. mir Entfernung alles Unnützen und Mißbräuchlichen, doch die sanclionirke Form, getreu ausgenommen und bewahrt hat. Sie sprachen dabei von der angemessnen deutschen Bearbeitung der 773YO, die Sie an der Stelle der üblichen ckaldaiichen. nach dem T37 r« *-177 Verlesen, da bekanntlich di« tc in jeder Sprache abgefaßt sein kann. Wollen Sie nicht dieselbe hier ebenfall» mittheilen, da dieS gerade.Dielen von Wichtigkeit ist? Antw. Recht gern. Die Form lautet: „Am Tatze der Woche, am .... Tage de» Monat» . . . im Jahre Fünftausend sechshundert und.nach Erschafft»« g der Welt, nach der Zahl/ die wir hier zählen in der Stabt Magdeburg im Königreich Preußen, erschienen vor uaS der Herr N. R., Sohn de- Herrn R. R. in N.. und die Jungftau N., Tochter de» Herrn R. R. in N., um nach dem Gesetze Moscheh'» und Israel'» getraut zu werden. Herr N. N. gelobet, die Jungftau N. SR. als feine Ehegattin in aller Liebe und Treue zu halten und zu ehren. Die Jungftau N. N. gelobet, den Herrn N.-N. als ihren Ehegatten in aller Liebe und Treue zu halten unv zu ehren. Sie empfingen hierauf den Segen der Religion. Wir haben dies nach den Vorschriften unserer Weifen ges. And. in Besitz genommen, vermittelst eineö Zeuge-, daS tüchtig ist damit in Besitz zu nehmen. Alle» soll auSgesührt und verwirklicht werden." Unterschrift de» R-bbmrn. Unt„f4rift bt, -Bräutigam«." Unterschrift deS Zeugen. Sie sehen hieraus, baß wir auch pp bnpn sind. E» geschieht diemit einer angemeffnen Ansprache im HochzeitSbause vor der Trauung, sowie die Unterschreibung der Eherhuba. Notizen des Tages. ■«- In der Moldau hatte der Sultan darauf angerragen, daß den Juden der Ankauf liegender Gründe gestattet werde, aber die Bojaren haben everweigert. So ist jetzt die Türkei die Beschützerin der Glaubensfreiheit geworden! Die Erben des verst. Salomon v. Rothschild haben den 17 Wohlthäligkeit-vereinen der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main je 2000 fl. au-zahlen lassen. ,. _• De» Königs ron Sachsen Majestät hat am 19. Sepl. I die neue Svnngoge in Leipzig mit einem Besuche beehrt, | obsckon er nur einen Tag in Leipzig verweilte.! Der Wahltermin in Preußen zur zweiten Kammer 1 ist gerade auf den 27. Sept. 9 Uhr Dorm., also auf da» Laubhüttenfest zur Zeit des Gottesdienstes verlegt worden. Der berühmte jüdische Schriftsteller Jsadk Reggio, - Rabbiner zu Görz, ist den 29.. August verstorben. Allgemeine Zeitung^de» Judeuthum». No. »8. 4865. 'Harfenklävge: Die Sendung Israel». Xl. — Leiteode Artikel: Ehrenvolle Anerkennung. — Aphorl»men — Zeirnugsnachrichlen: Deulschlrkv: Oldenburg, ans de« Houuoverschen, Fulda. Preußen: Berlin, Berlin. Oeßerreichi« scher Kaiserstaat: Wien, Stanislau. Frankreich: Part», Pari».! Dänemark: Kopenhagen. Kopenhagen. Norva»erika: Baltimore, New-Orlean». Magdeburg. — Literarische Nachrichten: Worm». XS“ SB beziehen durch jede» Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Tbaler. vierteljährig •/« THaler Veran.nvortllcher Redacleur: K. Räbe. Verlag »»» va>«girt»«r's 0»chha»dt»i>- t» Lrt»»ig. — Druck von Alekaater Siede io Vet»t>g.

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