Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 51 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4908862-5999336-6000707--0574-4909289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wer kann diese Worije lesen, »har hitiefste Ctzrfurchr zu empfinden 7, Da, ihr Mendelssohn», che KriedUnders, ihr Meyerbeer», ihr Ersmieur. ihr Kaust- — Pa habt ihr eia Beispiel, vor brm ihr stille st-hen könnet und Nachdenken — und fünvaor! e» war ein ebenbürtiger Beist — sein Herz freilich? üb-rragte Euch -lle! Ich übergehe auch eist andrewichtsgn» Karin», davon seiner Frömmigkeit zfigte, nicht — de. Medoro gab den Schülern derabbinischen Instituts zu PaduN unemgeldlichen Unterricht in d^r Beschnetdung, damit!die Rabbinen, mir genügendem nnaro«ischen Nissen ausgerüstet, jenen Acr ebenso sicher wie die Männer der Kunst ausüben könnten. Wie Or. Medoro ein wahrer Israelit, so war er stetein treuer, thäliger, inniger Freund; er übte hie häuslichen Tugenden, zu aller Zeit Eigenthu« de- -Israeliten, stets , aus. er war ein gurer Gatte, aber kein glücklicher, kenner hatte seit langer Zeit seine geliebte, stets betrauerte Lebensgefährtin verloren, ein zärtlicher und hin« gebender Dater. Er unterrichtete selbst seinen eiazkgen Sohn. Dr. Karl Medoro, in der Chirurgie; er hatte die Freude, in diesem in früher Jugend einen geschickten Operateur, einen ausgezeichneten Arzt zu sehen. Möchten seine Collegen die hartnäckige Krankheit jju bekämpfen vermögen, die ibm droht, damit er einst die große Lücke fülle, die her Tod seines großen Dakers gelassen. Seine Mitbürger lassen dem Dr. Mevoro ein große» Denkmal setzen — ein größeres steht in unsren Herzen, j schästigL. um Alles zu prüfen . . . geben Sie her, ich wils unterzeichnen. » (Er unterzeichnet, »ud Reicht den Bogen zehn bis zwölf Umstehenden, die ebenfalls unterschrieben). Fremder. Das freut mich sehr. (Rach einiger Zeit har sich der Fremd« entfernt und der Direktor ist allein). Direktor zum Diener. He. Karl, den Boge»-«och einmal der . . . So, gut ... . bist aufgehoben . . . (ste«F den Bogen tn^ eine Tasche). Sollt' mir fehlen, dafür 2 Thaler zu gebt«, wenn's noch eia Courszettel, eine Speisekarte oder Tanztour wäre .... Die Andren, die unterschrieben haben, «erden's auch nicht übel n«h»ea, wenn sie ihre zwei Thaler behalten! ... (Seht ab). Hier haben Sie eine Seene, eine Skizze, ein Lebensbild aus jüdischem Kreise in Berlin . . . Curiosa. -U Aus Berlin. Geehrter Herr Redakteur! Tie fordern Etwaaus dem Leben unsrer Glaubensgenossen eine Skizze aus der Wirkkichkert — Sie eine in SB erlin, irgend wohlan? hier haben Scene in einem Saüle des jüdischen B.vereins in Berlin. I (In der Tiefe des Saales viele Tische Mit Spielenden und Speisenden, Billards u. dgl.). Einer »er Direktoren kommt mit einem Fremden. Ein Diener, einen Bogen haltend, trinkt an den Direktor. ' Diener. Herr Direktor, da siegt ein Bogen aus dem Tische am Eingang, den ein andrer Herr Direktor hinge« legt haben muß. Direktor. WaS ist »aS? Eine Aufforderung zu ei« nem ..israelitischen Literaturverein" — nichts da, das ist nicht» für uns, weg damit! | Fremder. Ach. gestatten Sie einmal den Bog^n (schlägt ihn um). Ei. er ist Vom Dr. Philippson unrefschrieben .... Direktor. So. vom vr. Philippson, nun, dann ist eS eine andere Sache, zeigen Sie den Bogey.... Fremder. Ich bin zchar ein Derwaitdter de- Dr. Philippson, und freue mich, baß Sie auf seinen Namen etwas geben, allein eigentlich sollte es doch die gute Sache thun, von wem sie auch ausgehe. Direktor. Wohl recht, nun, man ist zu sehr be- Als di« Königin von England jüngst m Paris war, mußte dieses Ereigniß doch auch von jüdischer Seite go» feiert werden, und siehe va — der Ehasan brachte i« der Einleitung eine» brillanten Lechah dodi das God save the Queen ah." Die Engländer, die gerade i« Conststorialtempel — denn da geschah die»! — anwesend waren, klatschten Beifalls (Le bien d’lsr.) Die Aroh. isr. de Fr. erzählen: Jüngst wurde in Paris ein, Hochzeit unter sehr bizarren Umstände» ge», feiert. Ein Zuave. unser Glaubensgenosse, hatte »or et» . glichen zwanzig Jahren genauen Umgang mit einer Sanfiae. die er dann verlassen hatte, da sie Znfälligkeitea des Krieges und eine» nomadistrendeu Lebens ihn getrennt bauen. Neulichst wieder nach Parts gekommen, ttisst dieser Soldat auf einen jungen Zuaven, Israelit wie er, und erkennt in diesem jungen Wassengefährten. seinen Sobn. Das Ende dieser Erkennungsseene war — eine Hochzeit, ein wenig spät, in Betracht des Alters der Vermählten, aber genügend für die Moral und den Sohn. DieSmal also nicht nur aus dem Theater, sondern im wirklichen Leben. Das Jewi, Chron. erzählt folgende Anekdote aus de« Leben de» vor Kurzem verstorbenen Barons Salomon von Rothschild, der bekanntlich in Wien lebte. — Ja einem kleinen ungarischen Dorf« lebte «ine zahlreich« und arme israelitische Familie. Das Haupt derselben, der ebenfalls Salomon Rothschild hieß, entschloß sich, da sie dem Verhungern nahe war, nach Wien zu gehen. Da seine unglückliche Frau, die einem abermaligen Wochenbette nahe war, lange keine Nachricht von>1b» hatte, schrieb sie ihm einen langen Bttef. in welchem sie ihm ihre traurige Lage schilderte. % In ihrer Unschuld glaubte dre Frau, ibr Mann sei ebenso gekaunt in Wien wie in ihrem Dorfe, stellte dessen Namen auf den Brief und gab ihn zur nächsten Post. Der Brief kam — bei de« reichen Banquter unter der Menge seiner täglichen Corro< spoadenten an. Herr v. Rothschild errieth die Sache \tif und ließ den Mann aufsuchen. Er übersandte ihm