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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 46 (1855) · p. Seite 182

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
46 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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182 nach Hollescha!», wo der Kupferschmied rasch den Kessel wieder herstellfn soll, um in der Fabrikation rstckt unlerbrochen zu sein. AIS er nach wohlverrschteier ^Lacke-bei frühem Morgen zurückfabren will, wirr der kräpjge Jüngling von Bewaffnelen feftgenommen und., ehe er zur klaren Anschauung seiner Situation kommen kan«, ist er beim k. k. 3. Dragoner-Regiment König Ludwig von Bavern affenärk und auf vier Wecken beurlaubt. DaS kam so: Die jüdlsHe Gemeinde von Holleichau batsls eine bestimmte Anzahl von Rekruten zu stellen unv als ist« dieselbe nicht voll aufbringen konnte, benützte sie die zuküllig« Anwesenheit dejungen Mannes, dessen Barer ..Yamilianr" von Holleschau, ein in früherer Zeit ergiebig btsirragendes Mitglied und, verarmt, mittlerweile gestorben war. Diese Handlungsweise der Gemeinde war um so weniger zu rechtfertigen, als ste bereitein Jabr früher e^new Sobn desselben HausrS „abgeftellr" haue. Doch inüstm wir hinzurügen, daß die Gemeinde die übereilte Handlung später wieder gut zu machen suchte, indem ste PolÜik 30t) fl. zusrndele, um sich loskaufen zu können. Hfr übergab daS Geld seinem Herrn in Dorsel, der nach einigen Wochen ConcurS ansagre. so da» die Möglichkeit, sich loSzukaufen, wenn sie auch in ,'eiiem Sinne gewesen wäre, verschwunden'war. 3m 3aHre 1841 rückt Pollak mit einem Transporte in Padua ein, wo der Regimenißstab lag. Au» dem Wege leistet er, da der den TranSpon führende Ofstzier nur der deutschen Sprache mackttg, der Zug aber aus Böhmen, Idolen, Uivgarn zusammengesetzt ist. als Dolmetsch vortreffliche Dienste und 'erheitert, des Abends die müden Eameraden msr heilerem BioKm'riele. Es sollte ihm dieses nicht zum Verderben, aber auch nicht zum Heile werden! - Der Oberst SckönbalS wünscht, daß der Rekrut in die Musikbanke irrte. Der kraftvolle Jüngling füblr aber .größere Lust den. Säbel, .alö ven Geigenbogen zu führen, j mehr Sehnsucht beim Klange der kriegerischen Instrument? , zu kämpfen. alS zu den Tharen Anderer —; aufzufpielen. und verweigerr den Eintritt. Er. fühlte sich hiezu noch mehr durch seinen EscavronSchef ermutbigt, der ibm rarh sich zu.ihm'zu melden unv verspricht, ihn schon.-in acht Tagen, seiner Sprachfähigkeiten wegen und da er des Schreibens 'vollkommen kundig und von starr ich.energischer Erscheinung', ist. zum Corporal zu besört wn. RichlS Lestowenizer bestimmte ihn fein tapferer, musikliebeneer Oberst zar Bande. Da er dennoch auf d m ibm zuste« benven Rrchre, als Krieger und nicht als Musikant zu dienen, besteht, läßt ihn der. Oberst unnillig von der Bande frei, theilt ihn aber einer andern, a S der von ihm gewünschten Escavron zu. Pollak dient nun mit strengstem Pflichtgefühle,, mit Eifer, -mit Fleiß in der Schule und, wenn er auch als Bester in derselben belobt wird, wenn er die Liebe seiner Eameraden, die Achtung seiner Ossiciere erwirbt: ..DaS unglückliche V i o l i n spiel" läßt ihn nicht vorwärts kommen. Mißmuthig über dieses sein unverschuldete- Geschick läßt er sich zur Infanterie, zum Regiment Kaiser Ferdinand übersetzen. Hier wird er schon nach einigen Tagen Bicegesreüer, gleich daraus Gefreiter und nach zwei Monaten Eorporal. . ES. war diein den Zähren 1846 und 1847. wo er während deS Ausstandein Galizien Gelegenheit hatte, sich auszuzeichnen, wofür er mehrere Belobungen vom hohen Armeecommando erhielt. Wir können nickt den Mann, den wir nur in seiner Bedeutung als Soldat zu schildern unternommen haben, auf Schrill und Tritt begleiten und werden nur jene Thatsachen bervorheben, die — unabhängig von einander und getrennt durch den Moment und den Ort, wo ste geschehen sind, aber auS einem Motive hervorgehen: treu und begeistert der Fahne zu dienen, der sich daS Herz und der Geist veS muthigen JünglingS zugeschworen hatte, dem der Ruf seines Vaterlandes, seines kaiserlichen Herrn, daS Höchste im Leben galt. Tie vom alten Marschatt so tapfer besiegte Empörung in Mailand war im Frühling deS verbangnißvollen Zah^ reS 1848 auSgebrochen. Wir beben eine kleine Episode auS dem großen Drama hervor, in welcher der Manch rem diese Zeilen gewidmet sind, die Hauptrolle spielt. Eine Compagnie befindet sich in einem ärarischen Gebäude von den Insurgenten, die hinter Barricabrn stehe», eingeschlossen. Der commandirende Ossicier weiß, daß er sich, wenn ibm nicht Hülse zukommt, nicht halten kann. GS gilt den Kejvmarschall. der sich aus daS Castell zurüchgezogen bat. hiervon in Kemuniß zu setzen. Unter d«n treuesten unv geistig' verlässigsten Männern wird Pollak »u dem gefahrvollen,(kaum möglich auszusührenden Ganue gewählt. Er vertttzsKt sein militärisches mit einem -Eivilkleide und tritt auS dem Thore des HauseS. Tie Insurgenten legen auf ihn an. In italienischer Sprache, die er sich nunmehr auch angeeigner batte, erklärt er ihnen rasch, daß er ein Soldat sei, der sich zu ibnen retten, unv ihnen Alles angeben wolle, wazur Erstürmung VeS mit Gütern gefüllten Hauses beitragen könne. Ein einstimmiges Evviva! begrüßt ifcn nun statt der lövtenden Kugeln und als er ihnen die Eassa veS MilikärcommandogebäudeS verspricht, wohin er ne vorerst führen will, wählen sie ihn zu ihrem Hauplmanne. Pollak weiß, daß daS Commandogebätzde stark besetzt ist. tt führt die Insurgenten einem lebhaften, ll-nen verderbenbringenden Feuer entgegen. Er hat!sich nickt geirrt unv bei den ersten Schüssen, die vom fj k. Militär abzeseuert werden, fällt er scheinbar tobt zu Hoden. Reben ihm liege» bald wirklich Tode, die Uebriüen sind versprengt. Er steht vorsichtig wieder auf und kommt durch Straßen und Plätze, wo Tod -und Berrath lautrn, glücklich inS Castell zum Feldmarschall. Pollak erstattet Bericht, er steht RachtS um 12 flhr vor dem alten bekümmerten Helden, der nicht helfen tymt. „3ch habe kein Geschütz, der Hauptmann muß | biS zum Morgen hallen, dann kann ich ihm einige Hülfe schicken. Geh Du zurück, und wenn Du so glücklich bist durchzukommen, so wende Dich an mich, Du bist Officier." ' 1 Die Möglichkeit durchzukommen nar aber eine völlig unwahrscheinliche und in die Contrada porta comjfina kommend, erinnert er sich eineS österreichisch gefisinten Glaubensgenossen, der als Kaufmann daselbst einen Ädea offen hält.! Er klopft an. eS wird ihm mit zögernder Vorsicht! aufgethan. Er holt Erkundigungen über etwa freie Strstßen, über den Stand der Dinge in der Stadt ein und etbittet

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