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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 45 (1855) · p. Seite 178

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
45 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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178 anstatt r»t> ch hierauf Etwas zu erwieder». machte MoseS den Fremk m blos auf die Gefahr aufmerksam, in die jeder Unbekannt« gerathen könne, wenn er während de» morgigen Lage« in derjenigen Straße fick blicken kaffe, in welcher jener böswillige Staatsbeamter wobn^. Wird ein Jude daselbst h troffen, so verfallt er schonung los dem Feuertod auf rem rwelterbauren. und biete Ger br .ist dies Mal um so gr >ßer, als dachristliche Öfters st m:r dem Passabtest;u ammentreffe. webci rem blur ürstigcn FanansuruS Nick s erwünschter kommen kann. -- Elasar sprach kurzweg ./..schon gut!" und entfernte ff». In a»,r Fiüde ma»ie st» Elasar i uf, verrichtete das Morgcngbbet unk 'begab ft» geraden L eges nach .... Kn» vervömen Straße. Erbaschr unt jenem Tvtännen vorgemb k zu werden, war das Wei' von kaum einer Viertelst, nre. und in eben so kurzer Z/fit war dieses Ereigniß sc on ras Gespräch der ganzen Stadt. — Jener Beamte lrablt, vor Freute: befand ja sich ja auf dem höchsten sonnenpunkt feiner Wünsche.!daS heilige Osterfest durch einen ^ffeyerlod zu verherrlichen; das Fegefeuer werk mm vergeblich auf seine Seele . harten. S». Peter wir nur st» ick'ier beauemcn muffen, selbst die.Schlüffe! ihm zu reichen, und wer weiß. ob er^nichk ein Mal gar „heilig zc'prechen" werre! Die Freuds war zu ^roß. .alö' daß stt sich mäßigen konnte-, ibr die, Krone aufzusetzen, beschloß er. den Juden erst zur Mitlßgstün'de verbrennen zu l affe i. gerate;u rer Zeit, als bte. Juden auö der Svnagt;e kommen, damit auch ibneu ^as erbebende SchauspieN ke eittt werde. — Gönne, liebes weser. diesem frommen D anne seine Freude und begleite mi» auf einige Äugent licke nach rer Svnagoge. Hl» war keine Festesstlmmu ig. sondern die tiefste Trauert, und um» Moses konnte stch unmöglich zurückhalten, ttl^bst an rrm heiligen Festtag gu weinen, renn er machte stjh die. bittersten Vorwüi'e. ren Fremden nicht genug gssoarnt zu haben, es m geistigen Zustand cknk er haue demden geistesschwachen Orte sich selbst zu nrigt, man verließ »use. wobei eS aber Mündung derjenigen muffe dußerdem. dachte er sich dies«) ManneS nicht gut best nach e ne viel größere Pstichk qebabt^ Fremd n nicht in rem unbekannte» übnla stn. Der Gotreörienst war he die S magoge.unk begab sich nach H unveri leidlich war, gerate an dcrl Straß .erüber zu geben, wo das; erwähnte Schauspiel stansti den rollte. Man konnte vc»r rer Mündung auf einen brelien Platz unweit rerselbenj schauen. Hier stackerl len t e Flammen lustig in die Höbe, eine Unzabl oon Geist dvfc und Elorknaben schloffen leinen dreifach lebesrigrn KreiS um den Lcheiierdaufen, j rSuseizdüemmig erscholl der t; e^ang, begleilei von überwältigende« Tönen der Munk, tie z blloie Menge sprach in ardeml^sest Eile -ibr „Ate” und L',uf itdes Mal eine Kugel r«H Rosenkranzes in die lichlt lobe Flamme. — Der Gesang, verstummte, schauerliche Stille schien eiae Leichenstär»; uiplötzlich geschaffen zu k iben, nur das Knrstern des Fkffers wart feinen qeij sterk isten. unbeimlichen Ton nach jeder Richtung hin. wo j jeasi ilS der Mündung wimmernde- ^testöir und herzzerrei^ ßc«! 's Schluchten zum Himmel- ,»>j»orstiegen. — Jener Beg nke trat vor und verlas daS U»:beff keS Ketzers. — ' I» diesem Augenblicke wendete ff} Elasar . nach jener Mü vuag zu, erblickte Moses und lief fo laut, baß dieser bn hören konnte: ..Rabbi, wirket heute Abend mit : dem Kidusch (Segensspruck über den Dein) auf mich und vergeffet nicht meine Bitte an die Parnastmk"— MoseS eilte vorüber: Ach, der Unglückliche! sein Geist ist von der finstersten Macht des Irrsinnbesangen, er wsiß nicht, daß er in eiitige» Augenblicken in den Flammen verhauche» werde. Man warf Elasar iw die furchtbare Glutb und er ist .... verbrannt? DaS Wort ist geschrieben. Du hast eS, lieber Leser, schon ausgesprochen, Tu zwelselst keinen Augenblick daran, daß Elasar verbrannt sei. denn-hörst D» nicht daS unbeschreibliche, furchtbare AngKq,schrei. daS aus den schauerlichen Fugen des Ho'zstoßes hervsrdrmgt? Hörst Tu nicht den RenungSrus, der Steine bewegen und Thiere bezäbmen müßte? Horch, die Sttmmc wlLv schirä: »er. leiser, der Holzstoß fallt zusammen, die Flamme leckre nur noch die Blurspuren auf. ein Äschenbügel bedeckte die Hankvoll Asche eines Wesens, daö in der Sprache „Mensch" genannt wird. - — Aber, mein Lieber, sckau, doch unr Dich, sieb, suche nach allen Seiten, wo ist dsnn jener Beamte biugekommen? Hast Tu.ibn sich entfernen sehen? — Ich fürchte. Dick beleidigen zu muffen, wenn ich ein Won hierüber binzufügle —; aber svobl darsff Tu fragen: ..und wo blieb Elasar?" Ich weiß eS seflbst nicht, renn man sab ihn den ganzen Tag hindurch nitft; doch Abends, als die Schüler bei Moses zum Seder saßen, als dieser zwar gebeugt und voll tiefer Webmulh. roch in woblbekannrer GesangSweise daS Kidusch verrichtete. VaS letzte Dort sprach . . . öffnete sich die Tibüre und ein lautes px! erscholl; man sab bin unr erhlickte den Fremden, den Lamvan auS Medmokb AschkenaS! - Meine schwache, ebne dies schon etwas stumpfe Feder bittet Deine freundliche Famafie das Staunen der Anwesenden sich auözu« Äalen. — — Der Seder wurde schnell abgebalten, wobei freilich drei Mazokb auö jenem wohlbewabtten Päckchen für unfern Elasar nicht seblen durften. MoseS eilte zu den Parnastm; schon mit Tagesanbruch war die Svnagoge gemllt, Elasar bestieg den Ork vor' dem tn^r, 7"x (BunbsSlarri; er stellte sammtlicke Fragen aus. welche die Schüler früher an Moses gerichtet — man denke sich bierbei ras Erstaunen Mosts und seiner. Schüler.' — beantwortete sie aus dem Wege der Kabbala, und sprach zuletzt zur Gemeinde, fie merke nunmebr einen Menschlichgeffnnten. freundlichen Beamten bekommen, jener Unhold sei für immer unschädlich gemacht worden. Sein letztes Won war: Ich heiße Elasar ben Iehura und bin der Rokeach aus Germeise (Worms)i Er blieb noch einige Wochen in Sarageffa, lehrte unsern Moses die Kabbala und kebrte alsdann beim nach WornlS, worauf er bald nachbe? ,n seine ewige Heimatb zurückkehrte. Der Tod,!' nach der Lehre der Talmudistedr. Bo» Dr. 8. Hamburger. Rabbiurr in Neustadt Ibei Piuae.')! Schon in der Bibel wird unter' ..Tod" dje Trennung und das sichtbare Aufhören der gemeinschaftli!chen Leber,- tbatigkeit de-Geistes unr de» LeibeS verstanden Prob« aus einer zu erscheinende« ..Real-En Agada i» Talmud und Mitrasch/' I M. 35.^0. vclcvädie der

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