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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 37 (1855) · p. Seite 146

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
37 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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146 et tat *|e Ver vüstung gesehen in dem Hause seines Got lks. er }at M >rv. Plünderung. Brand durchlebt bei den Theuerstin. vi^ er besaß; Greise, die er verehrte, sah et schlachten^ Zunffrauen. die auf seinen Knieen saßen slS Kindlem, schan en. Edle und Helden, aus die er stolz war. knechten — ja . er batte das Elend gesehen! Und er batte es gesehen fdun Zabrzehenve lang in seinem Geiste, was nun mir Auger; er sab eS straucheln, wanken, erschüttern, endlich fallen; er batte gewarnt, gedroht, gemadnr, qeschmeichelt — vergebens. WaS er jetzt gelitten ln Wirklichkeit. batte r schon vorher durckllnen hundert Male; er sab es isiumt — und nun kam S. Unvi dies st es. Gäbe es keine wirklichen Leiden auf ErHen. be äupcn ste alle nur. irt den Gasblaften vergällter . Embil >ung. waren nicht so schwere, drückende Bürden Mir d e schultern der Erdensöhne aeladen l— man müßte Alle v rtachen. die sich welche schaffen, wo kerne sind, over wo ste mit Leichtigkeit zu ertragen. 4sber Nun ne am jFnve liabrbattig kommen, nun die StüEne nicht ausblet^en. de die Blüiben abreißen . ur»! den! Stamm krümmen, wer n nicht gar brechen — warum wgncr Ibr nicht b« dav i. unk'laßr es Euch wobt sein brs dadin unter dfm fre indlichen Zonnenschein? Darum :^uß man Euch bedauern. . 1 Wenn wk mit Mühe und Anstrengung eine Stellung uns erworben in r^r Menschenwelk, auf die wir unfern Herd aiufgesst agen und unsere Familie gegründet^ und wir »ahen di, je Stellung untergraben und untehwaÄen. und ein Ste n des ZunramenkS nach dem anviern ward losgerrFen. r ad der letzte wanket, und das Äe^äu stürzt ein. ußd beg äbk u»S mit seinen Trümmern; VSS ist ein Elend. Den: wir sind es ja nicht allein, sondern all' unsre Lieben, die unschuldigen kleinen, denen wit das Leben gegeben — nun zu Mangel und'EntbebrunU— das gelrebtll Weil. das wir gebunden an unser Schicksal — nun Sor, en und Bedrängniffen. oder auch!unsre betagten ^Elterr ''oder unsre unversorgten Getchivlnee. kiese und est. die itit uns rallen; eS :st ein Elend. -- Oder wir b^b.n u isereS Lebens Zweck.auf einen schoien. großen Gckanker gesetzt, in unsren Züchten sannen t *tr darob, an unsren T gen arbeiteten wir daran, müvevoll und rastlos' ffie. Tri vren des Schweißes raynen voll i tf Stirn um'reS Geist s unk unsres» Leck.s. mmmer gestattetest, wrr »nS Ruhe. i nsere Kräne.spannten wlr an und über. und die V rwirkl chung schien sonabe, die Erfolge «*£ sicher — nun a,er lö er sich AlleS in Zritbum und Täuswung aut. Alles verrgl k, AlleS wird zu verstiegenden Lopnenstäub» chen, fs bleibt NichrS; und Verkennung wird uns> statt »Hiffmltö, u d Wirre statt Verdienstes, wir bdben! einer Sachej gekiei t. die bob! ist; nun liegt das Lckfn vox uns :r>e rffre pfa »lose Wüste, in der kein Baum grünes kein Ouell riese! : daist ein Elend. — Oder wiriban^n um unS g samm lt viele der Lieben, an unS gekettet et.'e See. sei Gseist ist len. d>er Helt batte unfern Tisch umgeben mit eine Zanzie Schaar: nun aber kommen die Pfei keS. und g* den sich in die tbeuren Herren, in dem ändern und ste steigen binab, die geliebi en Gestalten. die Araber, eine nach der ankern, und Haus ist so öde. unbevökkert, die Sitze steber Raunte und wobnt: daS ist ein Elend. — 9» Geliebten. ■ des Toeinetz ngch das große leer, die r aber unrege und lebendig, bat noch daS gbnze heilige Feuer der Zugend, viele Pläne trägt er in seinem Schooße. große Ideen stnd geboren in seinem Innern; nun hat aber Siechthum seine- Leibesich bemächtigt, daß die Hand den Dienst verwerchert, wenn ste schaffen, die Zunge lahmt, wenn ste reden, das Auge blöde ist, wenn etz forschen soll; und er füblet daS Siechthum immer mehr, und doch langsam. beraufsteigen zum Herzen, daß er die Tage berechnen kann, nach denen auch dieses stille stehen und daS Uhrwerk abgelaufen sein wird; ack! so siebt er sich im Gewühlt der Schaffenden gum Rüben, in der Glut de- Wollens. im Gefühle ursprünglicher Kraft zur Trägheit verdammt; daS ist ern Elenh. — Oder weißt Du. was ein Elend ist? Eine schulvbelastete Seele, die das Bewußtsein des Vere.rbniffeS mit sich herum trägt, und doch die Kraft nicht besitzt, sich loSzureißen auö den Banden, die sie umfangen, aus den Stricken der Sünde, aus den Seilen der Leiden schan. Was ein Elend ist? Eine verlorene, vergeudete Zuzend. und das Gestanvniß derselben im alkernven Herzen. WaS auch ein Elend ist? Eltern, die ibre Kinder sich verirren seben. und vermögen sie nickt zurückzuhallen, sie seben sie am Rande des Abgrundes, sie sehen sie gleiten. stürzen, verschwinden. ' WaS stöbet Zhr nun. schwache Menschen, vor den Bildern solches wahren ..ElendeS", und sprechet noch von Euren kleinen Trübnlffen. von Euren nichtigen Sorgen und Kümmerniffen. und schämet Euch nicht Eurer Ohnmacht, die das Kleine für groß, das Leichte für schwer ball, und Euch und den Euren die schönen Stunden verbittert. die berrlicksn Tage vergällt, und das große, reiche Menschenleben vergiftet.... Schünelr's ab, schüttelk's ab. und werdet stark .... auch reffen giebt eS eine große Verantwortung!- Aber wie? Wenn Du sprichst. Jeremias; ..Zch bin der Mann, der das Elend gc'eben?" leben nickt noch andere Gedanken in Dik. als der. raß es ein wirklicke-, kein scheinbares gewesen? Wobt, und zwarzween. Ich bab' es geseben — das ist' leb bab' cs ertragen! Denn darauf kömmt eS an. Wie Du rie Bürden des Lebens ertragest, daß 'Du nicht darunter zusammenbrickst: wie Du den Stürmen stehest, daß Du aufrecht bleibest und gerade; wie Du den LeidenStelch leerest, raß er Dick doch nickt betäubet; ras ist der Werrb. das ist rie Würde. tieS rer Steg. So Du Dick ihn bingiebst, Lerzweistungsvoll.' und davor aufgiebst allen böbern Anhalt und alle Sicherheit: hast Du cs gesehen, aber nicht ertragen — wie ein Mann. So Du es über Dick ergehen läffest. obne Kampf, ebne Widerstreben, ebne Widerstand, den Sckilv wegwntst und auö der Schlacht entfleuchst: so warst Du dabei, aber hast es nicht getragen — wie ein Mann. Oeer Du knirschtest »m den Zähnen. Du murrtest wider die Vorsehung. Du stucktest dckt Geschick, Du gabst die Zuversicht auf, und darum reglest Du nicht die Hände zu retten auS dem llnrergang, waS noch zu retten, um wieder darauf zu bauen in der Zukunft ein neue- Werk — — borlest Du niemals, waS ZeremiaS spricht, einige Verse weiter, als unfern Spruch: „Dies fübr' ick mir zu Gemükbe. darum boffe ich: Gnade deS Ewigen ist's ja. daß wir nicht umerginqen, denn sein Erbarmen endet nie. neu ist etz an den Morgen, groß Derne Treue. Mein Tbest ist der Ewige, spricht meine Seele, darum hoff ich auf ihn. Güng ist der Ewige

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