Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 29 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
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11B Waon wirst Da ruß rächen An dm wichtigen Frechen, Die Tag für Lag spicken: „Go ist er. Dein Volt? Kannst Du in Schlaf Dich betten? Meinst Du Dich schweigend zu retten. Dar Schwertern, vor unseren Keßten? Rufe ihn doch Deinen Äottl" (Isaak Seniri.) Da- „Worauf wartest.Du, Verstoßener?" wurde, angewandt, um die Juden in hrer Ueberzeugung wankend zu machen, und da- Elend, daman ihnen bereitet, in einen Grund der Anklage verwandelt. „Ihr muffet wohl wenig taugen, hieß e», da ihr ein niedrige- Dasein fristet und keiner von Euch etwabesitzt. Wo Druck und Ueberredung nichtfruchteten, griff man auch wobl ]ju Gewaltmitteln, riß Synagogen nieder, rterbot jüdische Relitzion-gebräuche, jagte Juden audem Lahde. und versuchte Zwang-taufen, wi, 694 in Spanien, ss22 in Konstantinopel. Auch die Anhänger de- Koran machten den Juden, namentlich seit dem neunten Jahrhundert, öfter ihre au-schließenden Grundsätze fühlbar. Dse gewaltthätige Bekehrung, schreibt Saadia ibn Daaan>(um I486), herrscht! nicht in den Ländern der Christen allein, sondern auch inden arabischen Staaten, welche den größten Theil der bewohnten Erde bilden und die Mehrzahl der Juden enthalten. Da- Bekehrung-schwer» hat leider viele Gemeinden im Khalifat, in Arabien. Afrika ind Spanien zur Zeit de- Ehiwi Balki (9. Jahrh.) und de- Maimonide- (1150) getroffen. .Don berühmten Israeliten, die gezwungen au-scheiden'wußten, wie von Dunasch ben $*• mim und Cha-dai ben Eha-dai. behaupten daher idie muhamedanischrn Schriftsteller, daß sie dem H-lam sich zu« gewandt. > Bei diesen und ähnlichen Berfolgunge^ waren ganz besonderdie Angeber und die Apostiren thatig. Auder Mitte dejüdischen VolkehervorglegangeN, auniedriger Rachsucht, »der durch Eitelkeit verführt und für Geld gekauft, brachten diese Menschen, meist algeraufte Juden, über die Ihrigen Leiden und Blut. Da- Au-spähen und Au-Horchen, um zu schaden, verbietet der Pen, tateuch, und der Midrasch zu den Sprüchen |(1, 6.) stellt den Denuncianten dem Mörder gleich. „Qu, Söhne meiner Mutter grollten mir." heißt eim hohen Liede (1s. 6.). „Diesind," meint der Erklärer Tobia ben Eliefer, „die verbrecherischen Israeliten, die unvermittelst de- Ehrft stenthum» wehe rhun, und unum Geld bringen." Aehnliche Klagen führen Simeon, Gerschow, Amifai, Elia ben Schemaja, Maimonide-, der Verfasser dealten Nizzachon, Binjamin ben Abraham unb1 unzählige Andere, und Binjamin halevi, der vor dreihundert Jahren dichtete, hört die Posaune der Erlösung: „wenn hoffnung-loeinher» gehen Uebermuth, Götzendienst und Angeberei." Dt« Verfolgung in Limogevom Jahr 992 war da- Werk eine- Apostaten. Don den getauften Juden gingen die ersten Enthüllungen au-, die nachher zu Entdeckungen anwuchsen. Sie halfen den Mönchen Schriften gegen Juden au-arbeiten, und zwangen die Rabbinen in Spanten, Frankreich und Deutschland zu öffentlichen Gl«ubeu--Di<- putationen. Al- Karl V. von Frankreich im Jahre 1378 ein Edlct gegen ihre Angebereien erließ, tharen Bereit« zahllose Schlachiopfer gefallen. Dieser Elaffe gebührt dir Erfindung der lügnerischen Beschaldignngeo de- KinverschlachtenS, Bluttrinkeu-, Brunn,nvergiftenun» Hostienkreuzigen-; ihr verdSnken wir die Angebereien, über jüdische Schriften und Gebete, und auihrer Ritte kamen die Tensoren und Revisoren, die sich ein Denkmal gestiftet in geschändeten Handschriften, verstümmelten Werken und völlig entstellten unbrauchbaren Ausgaben hebräischer Bücher. . x . Den Juden, die in Englands Frankreich und Deutschland, wie eine Waare, aueiner Hand in die andere gingen, wurde bald.von Priestern und Machthabern, baldin roherer Weise vom Volke zugemuthet-, sich taufen gu lassen, und im Weigerungsfälle floß oft Blut. Ein tausendfältige- Echo der Treue schallt unbei solchen Auftritten aus der synagogalen Poesie entgegen. „Behüte, den Einzigen zu verleugnen, den Glauben zu verlassen, die Treue zu brechen" u. m. dgl. Unter dem Drucke entlud daedler« Gemüth sich seiner schönsten Säfte, die gepreßte Blume gab ihren Duft, und der Gekettete erschien steier alsein Büttel. Diene lieber göttlichen Geboten. i,'t Eh' Du dienstbar wirst de« Todten; -' Freiheit den Seelen verkündet , Don der Knechtschaft? die fie an Leichen bindet. r (Jehuva halevr.>' , Weil ich fürchte nur den Einen, Furcht' ich >on den Dielen Keinen. (Abenesra.) Bleibst Du'meiner Lehre treu, Bist Du wie «in König frei; , Wer lüstern ist nach Stolzen, Schlechten, Wird ein Knecht von Knechten. (Derselbe.) Verachtet fein de- Einen Sklav, Und nicht bei Götzen Fürst und Graf. . (Ungenannter.^ Ihm in dem Druck. [ . Diene ich mit Lust. ■" . Mehr daß eineandern Schmuck Ich trüge auf der Brust. (Joseph Bonfos.) Diejenigen,, die um der Religion willen den Tod erlitten. hießen Heilige; Jeder war verpflichtet, um sie zu trauern und. wenn eavging, über 'ihn die Leichenrede zu halten; der Wittwe ve- Heiligen wurde empfohlen, „Gott und den Gefallenen zu ehren," keine neue^he «nzugehen. Ihrer Seelen wurde am sabbatlichen Gottesdienste gedacht.' Alim ersten Kreuzzuge die Pöbelschaa» ren die Juden in Mainz mit dem Tobe bedroheten, wenn sie sich nicht taufen ließen, haben die Männer sich versammelt. Frauen und Kinder und dann sich selbst getödtet. Sie drücken und bedrängen, Sie töbten und fi, hängen: Wir um so fester st»» an Dich gebunde«. Den Lebendigen zu vergeffen. Zu lernen ihre Messen. Sie schlagen und verbunden; _