Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 25 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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98 der 3 woller D e Frag gelanj eS bei uren N bei der Charakter zu > iner Zeit rettet. wo der verzweifelnde Feuero kann er zu einer andern Alles in (5t* ng verstiiken lassen, auS welcher nur her weckende Geist Eni »ufiasten zu reißen im Stande ist. Z vei soll! er entgegengesetzter Charaktere «uS »er Zett rstörung Jerusalems durch die Römer und nach ihr wir jej t unserer geehrten Lesern vornibrrn. I. .Jochanan ben Sakkai. . ist immer eine höchst inkereffante: wodurch der zweiten Zerstörung Jerusalems, bei der edrrlage. wekche die jüdische Ration damals Zerstörung aller Institute, wie sie in jenem punkte k estanven, bei der Zerstreuung Aller, di? nun e. daS lubenthum so zu reuen, daß es mir diesem uaterzugehen, nur eine neue, große Aera ungeh erlitt. Mitte erst» lg Factu n. statt began i, dl« j tzt bereits stebzehn Jahrhunderte überdauert hat? . . E wäre überaus einseitig, diese große Erfcheini ng anS Einem Morive, ,a aus Einer Deriönlichkeik berle, en zu r ollen. Es war dies ein mächygeS Gewebe der g ittlichen Vorsehung, veffen Fäden schon Jahrhunderte vorhe angekn ivfk und sorrgesponaerr wareii». Eine genügende Erklär» >g könnte, nur die ganze Geschichte Juda s wihr nd des zweiten Bestandes in Verbindtmg mir der ganze l damal gen Weltlage geben. Der grüße Unterbau bestai d wesen lich in der Glaubenstreue, welche die jüdischen Colonie« x dieSseitS und jenseits des Äupbrak, am Nil, am Ti er. am Ebro und am Rbeiwe lange vor der Zerstörung bewahrt bauen, und-.welche sie befähigte, dem zerschlagnen und verbannten Jubentbuiie eine Zu» flucht statte zu bereiten. Daß aber nur in dem großen en, das qe- Proc ffe eiaze ne Persönlichkeiten berufen wa walti ze Werk nen! Ferkstein nun R. Jos ochanan zur zu handhaben und die, auseinanvergeworiezu einem neuen Gefüge zusammen zu rücken, ist i icht mi der eknfichtlich. Ihnen Allels voran trat anan ben Sakkai'». war ein Schüler Hillels. Er Han elSgeschc te getrieben baden. Während soll 40 Jabre des Bestand lehrte im des saß R Jochanan im Svnbedrion ur v Schiiten des Tempels: sein Lebrhaus in Jerusalem sollsehr bedeutet d gewesen sein. In ben Stürmen deö Freiheittkrieges cehöne er. in Folge seines trieiserrigen Cbarakt rS, zu der Krievenspartei; mehrere ssstaie hatte er Bol? und Z loten zur Uebergabe der Slavl Jerusalem und llnterwü stgkeit unter die Römer nachdrücklich ermahnt. ,,W rum «sllr ihr die Stadt zerstören und' den Tempel de« Feuer sreiSgeben?" sprach er zu de, Führern der Ari gSpartei Aber seine Ermahnungen wurden von jein ihr ja Unabhängigkeitsstnne verschmäht. Furcht dem wü henden Fanatismus der Zeloten, oder weise nen »or Bostficht, d r Lehre im Voraus eine Zufluchtsstätte zu siche:n. gabt r R. Jochanan den Gedanken ein, in Despasiak I Lager überzugehen. Aber die Entserstung auS der Stt dt war »ei dem lauernden Argwohn der Zeloten schwer aus ufuhren; R. Jochanan faßte daher den Entschluß, im Eis »erstand« »ffe mit einem Zelotensührer, Ben Batiach, der fein Verwandter war. sich als Leiche aus der Stadt ) Die f« lgead« Darftellauz ist nach Srätz. Gesch. d. J,d. Be. i». <SS2 r 1 bringen zu läffen. In einen Sarg gelegt, trugen ihn seine Schüler Eliesar und Josua in der DämmerungSstunde bis zum Sradtthore. Ein Stück faule- Fleisch hatten sie noch dazu biaeingelegt, um durch den Leichengeruch die Tbor* wache vollendru täuschen. Die Wache trug jevoch Bedenken. den Sarg hindurch zu lassen, und machte schon Anstalten, ibn zu stffneir. Nur die dringende Warnung ihres Führers Ben BariaL. sich nicht an der Leiche des hochverehrten LebrerS zu vergeben, brachte sie von ibrem Vorhaben ab Vespasian nahm den Flüchtling freundlich auf uno stellte ibm eine Bitte frei. R. Jochanan hatte bescheiden nur um die Erlaubnis gebeten, in Jabneh ein LebrhauS eröffnen zu dürfen. Gegen, diesen unverfänglichen Wunsch batte Vespasian nichts einruwendew. da er nicht abneo konnte, daß durch diesen geringfügigen Art dag schwache Juvenrbum in den Stand gesetzt sein würde, das kraftstrotzende, eherne Römerthum um Jahrtausende zu überleben. De-vasians gnädiges Entgegenkommen wird von der jüdischen Quelle noch dem Umstande beigelegt, daß R. Jochanan ihm seine Erhebung zur Kaiserwürve vorder verkünd,! habe. Bei R. Jochanan war diese Voraussage nicht die Folge einer Prophetengabe, sondern beruhte aui einer, auS ven Propherenworten genommenen Ueberzeugung. daß „der Libanon (Tempel) nur durch einen Gekrönten »allen werde." mit Anspielung auf die Pro» pber'enstelle iZesaiaS 35.) R. Jochanan ließ sich mit seinen Schülern in Jahneh oder Jamrtta nieder, einer Stadt unweit des mittelländischen Meeres, zwischen d'er Hafenstadt Joppe und der.ehemaligen Pbllisterstadt Asdov gelegen. * Auch nach R. Jochanan- Niederlassung war sticht so. bald an irgend eine Thäkigkrir zu denken, so lstnge der erbitterte äkamps vor den Mauern Jerusalem-, in seinen Straßen und um den Tempel wütbeke. — Als die Nachricht ^emlief. daß die Srabr gefallen und der Tempel in Flammen aufgeloden war. zerriß R. Jochanan und seine Jünger ihre ökleider, trauerten und jammerten wie um den Tov eines Rahverwrndten. Aber der Meister verzweifelte nicht wie die Jünger: denn er erkannte es. daß das Wesen des Juventbums nicht unauflöslich an Tempel und Alrar gebunden sei, um mit ihm unrerzugeben. Er tröstete vielmehr seine trauernden Schüler über den Verlust rer Sühnstätte mit der treffenden Bemerkung, daß ..Wohltbätigkeit das Opfer ersetze, wie ein der Schrift beißt: denn ich babe an Milvthatigkeit Gefallen und nicht am Opr'er." Dh/e freie Ansicht über den Wertb der Opfer ließ ibn klar erkennen, daß vor Allem nölhig sei. einen neuen Mitthlpunkl anstatt des Tempels hinzustellen. Er ließ in Iabneö ein Synhevrion zusammentreten, für' dessen Präsidenten er um so eher anerkannt wurde, als er der einzige übriggebliebene Schüler HillelS gewesen sein mochte und Gamaliel, der Sohn des in dem Freiheit-, kriege lhatigen Patriarchen Simon, ebne Zweifel noch unmündig war. Daneue zusammengeraffte Svnhedrion war sicherlich nicht vollzählig mit 70 Mitgliedern besetzt und sollte wohl einen ganz anderen Wirkungskreis haben. als das jerufalemische während des ätrieges. dem die Gewalt der Verhältnisse die wichtigsten politijchen Angele, genheiten zugewiesen hatte. De« jamnestschen Synhedrion übertrug dessen Gründer vor Allem die religiöse Machtvollkommenheit,, welche eS in Jerusalem besessen hatte, mit