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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 25 (1855) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
25 (1855)
Date
1855-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Indisches VvllMatt. Zur Belehrung und Anlerhattung auf jüdischem Gebiete. > Herau»-«-ebeil »ou Rabbiner Vr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. 4 l«o. 85. 1855 ] Bon dieser 3eül|bttfi trldwin w«a><uU,<b eine «»mmer. Irrt« de« Aadr. «an,« 1 idlr. Bterieljtdri, 1'/, «*t. «ll,-»ua>dandi«»^n. »oSa«,kr »»» Z«r»n,««s»«d«tle«r» ntbara ke»»>»o«en a» [S. Ja(r|.'2. QsiitaL] Deine Geschichte, o Jude! VI. Wie die Geschichtschreibung, so nicht minder lehnte sich die Prophetie an die Thorah, wir «einen die schrift« liche, nachdem Gchemuel alr der eigentliche Schöpfer der prophetischen Wirksamkeit auf dem politisch-nationalen Gebiete aufgetreten. Al» den ältesten der Propheten, von denen wir prophetische Schriften erhalten haben, begrüßen wir Joel um 870; ihm folgte nach längerer Zeit Amo» 796; wenige Zähre darauf Hoschea 791—767, nach welchem Zeschaja I. seinen erhabenen Gang begann 760—700, gleichzeitig mit Michah 740 und Nachum 711. Fast ejn Jahrhundert schwieg jetzt die prophetische Stimme, bi» die erlauchte Gruppe, welche Jirmejah 626—568, Zephan'jad 620, Obadjah 608, Sechs rjah I. 608- 606^ Chabakkuk 600|, endlich Je» cheSkel 593—573 bilderen, die Zerstörung Zerufchala. jim » durch Rebuchadnezzar mit den ewigen Klängen ihrer Mahnung. Drohung, Beklagung und Weissagung umgab. Wie aber der Anfang» der babylonischen Verbannung, so ist da» Ende derselben durch eine mächtige prophetische Strömung merkwürdig in Jeschajab II. 540, an den sich 'im wieder erstandenen Zeruschalajim Chaggai 520. Secharjah II. 520—518 und endlich Maleacki 450 > reibete, mit dem die Prophetie verstummte. Dieser schnelle Urberblick zeigt schon, daß immer gewisse Veranlassungen einwirken mußten, um den Geist der Prophetie in ihren Jüngern zu wecken. (£» waren die! Sturmperioden Israel », welche diese mächtigen Männer j in da» Leben hineinriefen. Ihr Beruf und Inhalt war nicht» ander». alö dem Abfall de» Volke» »on Lehre und j Gesetz in allen gottesdienstlichen und sittlichen Beziehungen mit allen Waffen de» Geiste» entgegenzutreten, bald ernst verwarnend» bald gewaltig erschütternd, thell» die Lehre in allgemeinen Zügen einzuschärhn, »heildie furchtbaren Folgen de» Abfall», der Götzendienerei und Entsittlichung in immer näher und näher rückendem Verderben zu weissagen, darüber hinau» aber die > Ewigkeit der religiösen Idee, die Bestimmung derselben, die ganze Menschheit unter ihre« Schatten zu Krisen, Recht und Liebe zu'vereinen, zu verkünden. Die Bürgerkriege im '■ Zehnstämmereich und dessen Zerstörung durch Assyrien btlj reten die erste, der Zusammenstoß Assyrien» und Aegypten» um Zuda die zweite, endlich der Kampf der! Chaldäer mit Aegypten, welcher mit der Zerstörung |3mi||alnnt endete, die dritte dieser Sturmperiaden. Di^ Wiederherstellung weckte die letzte Gruppe. In jenen dyei Perioden erweiterte jtö die Aufgabe der Prophelea immer mehr, bald gegenüber den Königen, bald auf da» Volk einredend, galt e» in immer wiederholten Reden de» Stnrm zu beschwören. den rechten Weg vom Standpunkte der religiösen Idee anzuzeigen und die ererbte Lehre au» den Stür^! men und Trümmern zu retten. Wie da» Prophetenrhum an sich, so har auch die_i prophetische Red» nickt» Gleiche» in irgend einer Literatur. Die „Rede" bei Griechen und Römern war ein Werk der berechnenden Politik oder Justiz — aber di« | prophetische Rede *hat e» mit den höchsten, religiösen und sittlichen Momenten zu tbun; sie schöpft au» der erhabensten Quelle der Goue»begeisterung; sie ist dtr^Rede an da» Volk, um e» zu entflammen für da» höchste und lÄiterste Renfchenthum; sie blühete zu einer fo frühen Zeit der Menschheit, wo noch nicht der entwickelte Verstand ,de» Menschen jede» Bild der Phantasie und jede Zuckung de» Herzen» zersetzte, sondern wo jede» Won noch au» dem unmittelbaren Menschen in all' seiner ungeregelten, stürmischen, aber ries innerlichen Beweglichkeit quoll; sie sprühet, im Morgenlande auf. wo Regel und Gesetz noch nicht Gedank' und Form beherrschten, gestalteten. aber auch noch nicht erkaltend auf die Strömung de» Geiste» wirkten; dort und däuial» war e». wo. in der glühenden Begeisterung jede Grenzlinie zwischen Himmel und Erde schwinden Mußte, wo der Geist Gotte» den Geist de» Menschen anbauchte. durchdrang * Zwei mächtige jüdische Charaktere. Wenn wir die Geschichte durchmustern, so drängt sich immer wiederholt die Frage auf, welche Männer haben mehr gewirkt und Größere» vollbracht/ jene Feuerseelen^ welche die Sacke, der sie ihr Leben gewidmet, mit einem lodernden Enthusiaämu» ergriffen, und lieber eine Welt in Trümmer gehen ließen, ehe sie ein Jota ihrer Entwürfe ausgäben — oder »ene zähen Charaktere, denen die friedliche Ab- und Entwickelung der Angelegenheiten al» Aufgabe erschien, die niemalt ihrem Ziele entsagen, aber, in die Derhältniffe sich schickend, mit eiuem Theile zufrieden sind, wenn fit da» Ganze nicht zu er1ang«Nuermö-en — wie gesagt, diese Frage drängt sich immerfort auf, und — bleibt dennoch unbeantwortet, weil sehr, verschiedene Zeitümstände giebt, in denen da» Eine nützlich ist, wa». ein ander. Mal schädlich wäre, jvährend e» mir dem Andern sich eben so verhält. Wenn ein nachgiebiger

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