Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 24 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 2)
- Language
- German
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94 lene trn, hart Best dem verloren rjin^ die u mrnung Volke i Er ei >s Statzdpunkle ren 3H« schre ur v lehre höchste bnng dc sie klein um natu 'lichste E )i habe r wir ii die Aeschichkl i» 4 cgvpten, lrch ^i« ‘@'(4 und Epik Luch de schließt sten. und das und dar i vo; schein sttan batte «Kdin Ornate über den Markt daher kam. Ich inzwisch n, durch das Lauten der Schelle aufmerksam gemäht, noc Zeit genug. auS Achtung gegen AaderSglaul ende m, nen Hur zu rieben und weiter zu geben, anbewuf: hatte ein Kunde von mir diesesmit angeas ich desselben Tagein geschäftlicher Be Mir sehen ziehu g zu.ihn kam, frug er mich barsch: „Sogn'S mal. 1 Jhn'n bin?" Ueberrascht durch diesen Empfang. was dranc pfangfr mit sagte .ich zu und schrchbuuz irj den Büchern der heiligen Schrift. Wahrend gegangenen Geschichtswerke den Zweck batignisse zu beschreiben unH aüfzubewahren, überliefeNen Geschichtsbücher vielmehr die die Kenntniß der Hauptbegebeuhciten unter verbreiten und zwar von dem bestimmten auS: daS Verhalten Israel« zur. geoffenbardie Folgen diese- Verhaltens, zu. schildern. Entfaltung hat aber die hebräische Geschichtwo sie einfach erzählt, u« zu erzählen, wo hier selbst willen da ist. wo sie daher in die ik umschlägt. Solche epische Geschichtschreibung sonderin den fünf Dücbern Moscheh, und der Erzvater, der Sklaverei und Befreiung der Züge Israels durch di^ Wüste, namentchte Bileams, sind Erzeugnisse der natürlichm erbabensten^Kunst, wo Geschichtschreibung, innen heraus eines sind. Hieran reiht sich Richter, Ruth und die Sucher Schemuel. diese epische Geschichtschreibung mit den Erzählllngea übär Elijah undElischa in den Büchern derKvnize. Eine Miscelle. Boa einem Veinbändler. i» Jab e 1839 war ich in meinen Geschäftsreisen im < -ommer einst in E . . .einer österreichischen Stadt. Ich iag eines Morgen-, da sehr schönes wormeS Wetter war. auf ljcr Mitte »an spaziere, und. betrachtete mit großem Interesse eine :r Mitte deS Marktesiebende ObeliSke, deren Spitze, I er aufg hende» Sonn« befcheiut, wie ein Feuermeer wider lvablte. Zn diesen Anblick versunken.' merkte ich nichts daß aut einem engen Gäßchen, wo ein Kloster lag, ein Geistliche: in Begleitung von Chorknaben, wahr: inem Sterbenden gerufen,, mit der Menich in bn, mir zu sagen, warum er.mich so em- „Na>" sagte er. ,.i moag kaane Geschäfte mehr chn'n m chen und will Sie bezoahle»." 'Endlich aber er mir rach weiterem Drängen, daß er mich des MorcenS gesehen, wie ich vor der Monstranz nicht das Knie gebeugt Gesch ifte mac in ei er rein 1 habe, und mit Ketzern möge' er keine en. Ich reiste nämlich für ein Haus, daS ^protestantischen Stadt wohnte. Auf meine Bemerkung,, aß er sich irre, daß ich kehr,Ketzer, sonder e davost die U laubiger-Jude sei', und Nachdem ich ihm berzeugung gegeben, entschuldigte er sich, yrach«: neue -< ieschäfte mit mir, bezahlte mich und wurde der best« Fr« ad von mir. Wormser Sagen. Von vr. L. Lewysohn in WormS. lzottirtzimg., 6. (Die GanS.) Folge mir, lieber Leser, durch die Zudengaffe — wohin ich jedoch später noch ein Mal Dich zurückführen werde — nach dem freien, schönen Orte, der dem KriegSgolt geweiht, bald seinem Ernst, bald sei- .ne« Spiele seinen Schauplatz bietet, nach dem Paradeplatze, auf dem aber viel öfter der furchtbare Gebrauch der Kriegswaffe gelehrt und geübt wird. — Längs der Nordseite de- Platz» dehnt sich der mehr in hie Länge sich hinstreckende als ihrer gemäß in die proporiionirke Höhe hinaufragende Bau der katholischen MartinSkirche. Zweierlei erscheint als auffallend und trägt dazu bei. an diese- Kunstgebäude deS Mittelalters manche alte Sage zu knüpfen. Zuvörderst der stufenweise abwärt-sührende Eingang an der westlichen Seite der Kirche. Da eine solche Bauweise des Eingängebei israelitischen Gotteshäusern rft.uelle Vorschrift, bei christlichen hingegen äußerst selten ist, so war man einer vielfach verbrritelen, aber* nichtdesto weniger irrigen Meinung, daß jene Kirche ursprünglich eine Svnagoge gewesen sei. Auffallender ist der aus der östlichen Spitze des GicbelS angebrachte steinerne Vogel, der allcrvingS, obgleich er schon ziemlich verstümmelt ist, dennoch einer GanS ähnlich sieht. Die Sage hierüber lautet folgender Maßen: Zm Jahre' 1349*) -wüthete in Worms die furchtbare Seuche, die unter dem Namen ..schwarzer Tod" bekannt, von der christlichen Einwohnerschaft zahlreiche, von der jüdischen dagegen nur wenige (nach Mase Nisim gar keine) Opfer forderte. Die Anklage der Brunnenvergiftung gegen die Juden war die erste,'Mvrv und Raub der Schuldlosen die weiter« Folge jener Erscheinung. Die meisten jüdischen Einwohner wurden ermordet, die wenigsten flüchteten sich in die Häuser derjenigen Christen, die wohl die Ueberzeugung von ihrer Unschuld, nicht aber dieselbe offen zu vertheidigen den Muth batten. An diese geschichtliche Thatfache'^) reiht sich di« Sage, daß eine Gans seltsamer Weise alsdann von HauS zu HauS flog und jedesmal, auf dasjenige auf eine kurze Zeit sich.niederließ, in welchem jene Unglücklichen sich verborgen hielten; daS HauS wird durchsucht und Beschützer und Schützlinge in gleichcr Weise bestraft und gemartert.:' Da eilt rin Jude, der alsolcher unerkannt und mit dem Geistlichen der MartinSkirche befreundet war, gebullt inö Priestergewand auf die Kanzel dieser Kirche, predigte der versammelten Menge Liebe und Menschlichkeit und schloß mit den Worten: „Ihr wervet*doch sicherlich nicht glauben, daß hier in diesem Augenblicke ein Jude zugegen sei, und doch sebet nach, ob nicht die vermaledeiete Zaubcrgans auf dem Dache der Kirche steht." — Die Menge eilte hinaus, sah erstaunt das Wunder, und die finster« Macht des Zaubers verlor ihre blutige Gewalt. Die weitere Durchsuchung der Bürgerhäuser hörte auf utrd ein Theil der Unglücklichen erhielt da- ’) Nicht 4430, wie das in chronologischer Beziehung höchst nvzvverlSssige Mase-Rifim.Bvch (Gef. 40) angtebt. Der Fasttag am 40. Addar ist vielmehr wegen 2p nTTTi — 4349 ringeführt. *) Ausführlicher hierüber in «einer später za erscheinende» ..Geschichte der jüdischen Ge»etnd« zn Worms." —