Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 23 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 2)
- Language
- German
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lien Deii ie Geschichte, o Jude!. IV. Zu einet cie Zch eibetunst noch nickt einmal dem-Namen nach find . Liv blüh l'endl bi« tut N'ch rt geben zu fi koirbebs von Volk T. Len jelder die l ngebeur und über chreiben ihr „keürsch Chummesch" und vergleichen. So waren ie Jubel stets ein Schriftvolk. und unterrichtet ohne Echulznang unv ebne Schulen auf. Staatskosten. Pabei ist zu erwägen, dag die- Ltteralur deS jüdischen s übera l auf eigenen Küßen stebr. daß ibre Erreug« allesamn r der Art und. baß ne mir den Werken Volk nrffe a»rr daß r Volke nan stch rubri vir - sters ui den qebliebe Jude u ginn br bat. en zU Psod nie - and blieb, n. Wa intme turwl ise gkw, rden. 4 loblän. SS Zeit, in welcher in Griechenland unv 3ta» bekannt rearJ tu einer Zeir, auS welcher, von Aegsvlen. Bersten unv Phönizien »ur bieroglvph:übe Zeichen übrig an der it Lösung nck vergeben« der Scharsnnn und nchtigsten Forscher übet — \n dieser Zeit te die Hkeratur Israels schon au« und brachte umsas« speisteorokucre zu Tage, ubd von dieser Zeir an heutigen Tag ist Israel ein Volk der Literae Die Tdorab. die Bücher Joschua unv viele Beweise, baß die Sckreibekunst schon Zeit sebr verbreitet war. ja. daß das' Lesen Geschri, :enem allgemeine Sache im israelitischen war. ,orüber man Nachlese unser Bibelwerk Bv. l. Ließ doch schon sehr frühzeitig eine Stadt in Jsraäl "rr r (Josch 15. 15.). kann doch Nicht. 8. 14. ein üiallig c ufgeranqner Knabe schreiben! Als die Ju- »och in i> re „Judenvierrel" eingeschloffen waren, konnte fd rede Jüdin mindestens hebräisch lei'en. und Mehrrabl die jüdisch - deutsche .Schrift lesen auch iaß das älteste Mütterchen gar steißig gar nickt »verglichen werden können, und Lader schon oft. aber immer vergebens abunfere Schriften in die qewöbnücken Schulbringen und tu ve«he»len.-. Nur kurz find eiten, ii welchen sich Juden in der , Nachahmung der er Völker gefielen. und aus ihnen sind es nur wer ige Ueberreste, die deS Aufibewahrens wertb Israel aus seinem Geiste geschaffen, ist - origi »al gewesen, Ursprung eins-ganzen. Literalieber Leser! so fplqe mir wie durch eine Reib von G nnächern, die einen Schatz dorr Kunstwerken entboten, di rch fine Ueberfichr der jüdischen Literatur. Wlk baden h er zuerst die biblische und die nachbiblischt Literal ir zu unterscheiden. ie bibl sche Literatur, wie ste unö m derheiligen Schri r.aufbei »ahn ist. umfaßt mehr als dreizehn Jahrh»n erte. »nv zeigt unS verschiedene Dlüth^eiteo, welche um e neu her »tragenden Geist einen ganzen KreiS von Auto en schissen. Zuerst die Zeir MoschebS (1500). dann die Zeii DavidS unv Schelomohs (1000), hieraus rie Zeit Zeschajabs (700), die Zeit JirmejahS (600 . die £ eit JeschajahS II. und der Wiederherstellung des Tev pels (540), endlich die Zeit Efra's Nechem.ja'S (440». Dies find Perioden, wo in ...» rasch« aber W ise eine größere Gruppe hochbegabter Geister zusar menrraf während in den dazwischen liegenden Zeiten dir stimme Zijons nur leise »Ich vernehmen ließ. 4 tchß de kwürdig, aber in der Natur der Sache lie> g«nd, ist eS, daß, so wie die ganze Religion und Religion-zeschichte deS JudenrhumS, von Beginn an bis auf die Ii |ce Anr oorr deS letztm Rabbinen, sich auf die Thorah Moscheb aufbaut. so auch die ganze Literatur deS JudenlhumS, rS ist nichts da. »vaS nicht seinen Grundstein in derThorah fände. Dieselbe ist eben so wohl Gesch ichtS - fchreibung. als Gesetz, als Prophetie, sowohl die einfach mahnende und allgemein weissagende (2 Mos. 23. 20—33. 3 Mos. 26. and ein großer Theil des 5. Buche-. namentlich St. 28 29 >, alS auch die gehobene propbensche Rede des höchsten Palboö <4 Mo»'. 23, 7—10. 18—24. 24. 3—9.' 5 Mos. Ä. 32.) — Die Tborab enthält aber auch die Uranfänge der hebräischen Lvrik. sowohl deS kleinen Liedes (1 Mo«. 4, 23. 24. 4Mos.21.17.18.27-^30.), alsauckkes großen Sanges, des Psalm- (2 Mos. K. 15. 1 Mos. K. 49. 5 Mo»'. K. 33.). So ist überhaupt Moscheb, wenn »vir auch nur den 90. Psalm von ihm baden, welchen ibm dir schärfste Kritik nicht absprechen konnte (s. unser Bibelw. lll. S. 239.), als der erste Psalmensänger zu feiern. Aus seiner Zeit haben wir nur noch prophetische Reden Bileams (4 Mos. 22—24.). Dahingegen gruppirte stch um Mosckeb schon eine ganze Literatur, die uns aber verloren gegangen. Wir erwähnen ..vaS Buck der Kriege des Ewigen," die „Mofchelim" (4 Mo»'. 2), 14 ff.), daS Buch der Redlichen" (Josch. 13. 13.) — . Dies ist die Grundlage: betrachten wir den Forlbau. Notizen des Tages. )n Hamburg in der Herold'scken Buchhandlung «in Commission» erscheinen jetzt juken-ckristliche Traktätchen von einem gewissen gerauften Israel Pick, die den-Unstnn zum Tbema haben: die wahren Christen und die wahren Juden find allein die getauften Juden. Die Traktätchen führen die Titel: „Wer ist ein Jude?" und „derWelhnachtSbaum in der jüdischen Familie" u. s. f. Wir warnen — nicht vor dem Inhalt, wohl aber vor dein Wegwerfen seine- Geldes, denn die Traktätchen find zugleich —• langweilig. — Der „Allgem. Ztg. veS Judentb." wird geschrieben, daß jetzt in Baiern Juden m,t Ruthenhieben mißhandelt werden, wenn »Ie auf einem Handel betroffen werben, zu dem ste nicht ausdrücklich patemmn find!!! In Paderjborn sucht eine Danie, Fräulein Fanny Nathan, ein israelitisches Waisenhaus für die Provinz Westphalen zu gründen; fie hat mehrere Reisen zu diesem Behuse gemacht, und bereit- 3000 Thlr. Beiträge erhallen. In der Pariser Weltausstellung wird das HauS Holphen einen Diamanten ausstellen, welcher mit dem berühmten Koh-i-Noor wetteifern soll, und den fie „l'stoils cku Zuck, Stern deS' Südens" genannt. Die preußische zweite Kammer hat mir 180 gegen 105 Stimmen daS Recht eines jüdischen Rittergutsbesitzer- ' auf die fogmannlen ..ständischen Rechte" anerkannt. Für Anhalt-Dessau unv Köthen ist ein neues Judeneid-Gesetz erschienen. daS sehr eigenthümliche Vorschriften enthält. In einem baierischen Städtchen starb jüngst ein jüdischer Greis von 105 Jahren mit mehr als 100 lebenden Nachkommen. In Leipzig hat die Stadt 200 Thlr. Zuschuß für