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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 21 (1855) · p. Seite 82

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
21 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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82 diese arme Dirne, die kaum einen ganzen auf ihr m Leibe hat, als Schwiegertochter in mein aufneh renk . . rief die erhitzte Dame aus — Recht — nimmermehr!'' rief auch der Da» ,J3* l»a Dtod Hau« „nim nermehr „ V« hast ter a iS. £u bat Herz gestohi« alte Leise ge ßen, pnd fie mir meinen Sohn, meines ältesten Sohnes ffe hat ihn an sich gelockt, ihn sicher auf felt, und nun soll ich dies Alles gut heiwch obendrein in meine Arme schließen und als zärtliche *. Rntttt segnen und Thränen vergießen . . . iS darf nicht sein!" erwiederte er, „ich habe es ihm einür allen al untersagt, abgeschlagen . .. stber er dort nicht drauf, er ist ein uiVeborsamer Eohr. ibm i: die Dirne und ihre Sippschaft lieber als Vater und M itter." ,,$d) werd eS ihm zeigen, ich laste nicht mit mir spiele, .,!Lenn et der!!aier ei i n erne Mavl e ,, )a» war st und 1 ielt inne a. da» Hafter „aber arbeit t? 'und r mi», > nv mu un» ic half 3 gen T iril an da st hr -Di« fchwie; . und b „l nv Hab' Deine Mutter - hoch ü »er mich Hülfe 'kdurfter vorgen mmeu. noch ordentlicher Leute Kind märe,. aber Haustier, die Mutter eine Köchin, daS . . Putzmacherin Du freilich auch," wandte der Mann ein half 3 ir immer treultch und habe keinen gerinem Segen, den wir erworben haben.— Partie dock ander- — —" J'^fi Mann und begann seinen Spaziergang wieder. ich" es nicht bitter genug empfutzd'en, haben! Schwestern nicht die Nase wegqnragen, bi- — ja bis ste meine Damals, damals bab' ich mir fest o Was' nichtzu dulden in meinem Hause dä» sollte meine Rache sein! Und nach der Stellung. t ie wir j-tzt entnehmen! da würde die R. und die T. um die Ogehörig spötteln, daß ich enicht enragen könnte, über di große Partie, die Joseph mache, .und über das G ück und über die angesehenen Verwandten und über die'rei re AnSf euer .... kurz, ich sterbe lieber, als daß ich Da ..D gehen, ben & ste au eigeuen will I seph? •4 zuqebe." ir würv t es aus der Restourxe auch nicht bester fügte?err M... hinzu. „Und dann, wir ha-- »der gen lg. unser Vermögen muß herchalten, um -Ptsteuern um fie zu etabllren, da muß Zeder nach Restoui en in einer reichen Heiralh streben. WaS kr hat keinen Pfennig, den i^h. ihm nicht geben rßuß. ..A! o Du ^leibst standhaft, Du versprichst eS mir? e Dich auf mich, ich will dem^ Sohne ich Herr in meinem Hause bin! setzten ihr Gespräch noch eine Zeit laVg wurde immer giftiger, der Ranrr^strt» .,Zc, verla schon z« gen, oh Die Beiden fort, d e Krau wilder. Mdlich . Dn l großer stöckiges gegen wie geg n, sein niedrige i Zimm Haufe gegenüber stand ein kleine-, ein» velchenickt minder der Vi,d schlug, rächtiges Vis-»-via. Und da, in dem r zur Rechten der HauSthüre. stürmte eS auch zwischen zn ei Menschen,'aber andrer Art. Ein liebliches, wenn auch etwas bleiche- Mädchen faß auf einem ArbeitSstuble, ste hatte irgend einen jener flatternden Stoffe auf ihrem Schooße, aus welchem die Krauen ihren oft zierlichen, öfter nur glänzenden Putz bereiten; aber die Arbeit war niedergesunken, und dareizende, von Locken umwallte Antlitz mit dem Rosenschimmer eines bewegte^ Herzenerhoben. Erboben war es gegen einen Jüngling, der vor dem Mädchen stand und heftig zu ibr sprach — auch sein Angesicht war gerötbet, aber auS den Augen blickte neben mächtiger Liebe auch tiefer Gram und schwere Sorge. „Sie haben Dir verboten, meine Eltern'" rief er aus, „die Schwelle ihre» Hausezu betreten, ste haben Dir die aufgetragene Arbeit entzogen, ste haben Dich — — o mein Gon! . . beschimpft — " er hielt einige Au» qenbttcke inne. und bedeckte sein Gesicht mit seinen Händen .. . dann sudr er fort: „nun, wohlan, io will ich Dich in ein eigenes Haus führen, und da» soll Dein und mein sein, so sollst Du für Dich und mich arbeiten, so will ich Dich ehren, als mein treue», liebendes Weib...." „Hall ein, halt ein. Joseph!" unterbrach ihn daS Mädchen. „vaS kann Alle» nicht fein — vergißt Du, daß e» Deine Eltern sind, daß Du ihnen Gehorsam schuldest, nein! nicht Verwünschung von den Lippen, der Eltern soll der Gruß unsrer Verbindung sein . . ." „Meine Eltern haben nicht da» Recht von Gott, grau» sam gegen un< zu fein, sie haben eS auch von sich selbst nicht, denn ich weiß es wobl, daß meine Großmutter selig durchaus nicht auch in ihre Verheirathung willigen wollte; und Hab' ich nicht neu sieben Jahre schon mei» nem Datxr gedient, und Nacht und Tag. seinem Dienste gewidmet, und immer gehorsam gehandelt, und alle Vorrheile ausgeschlagen, alle Wünsche, nach dem AnSlande zu reifen, unterdrückt — jetzt segne ich eS. denn dadurch habe ich Dich gefunden und erkannt, Du Glück meines LebenS! . . Und der Jüngling-beugte sich nieder und umschlang daS Mädchen ... „Aber ich kann eS nicht annehmen." sprach vaS Mädchen zögernd, „Dein Pater wird Dir seine Mittel entziehen. und dann Haft Du »nichts. und ich habe Dich-arm gemacht, und Sorgen und Noch-über Dich heraufbeschwo» ren . . . ." Joseph trat einige Schritte zurück, und blickt, ängstlich auf das Mädchen. „So." sprach er, „daS ist e» vielleicht, Pu scheuest da» Schicksal de» armen Josephs zu theilen . . . nur der Svbn reicher . . . ." Das Mädchen sprang aut: „Sprich nicht weiter, Io» seph!" rief sie wie mit Entrüstung, „nicht weiter, oder Du zerreißest mir daS Herz und un» auseinander! wie kannst Du so Etwa» nur renken .... „O. vergieb, Mirjam, vergieb . . . „Ich." sprach da» Mädchen mir edler Würde, „ich bin der Annuth gewohnt, und habe neben ihrer liefen Bftterkeit die mancherlei Süßigkeiten gekostet, welche der Vater droben auch.in den Kelch der Armulh gemischt hat, wenn sie unverschuldet und willig getragen wird. Ich habe fie bekämpfen und besiegen gelernt — aber ein Andre» ist'», den geliebten Mann, welcher im Schooße der Fülle geboren und erzogen worden, dahinein fallen zu sehen, und ihm dazu noch selbst die Hand zu bieten . . . „Bergleb, Mirjam, eS war nur die Trübsal de»

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