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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 20 (1855) · p. Seite 78

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
20 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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78 Ken erbe, it Amt an» •t«n» fach ncb niedrig. Vi» die schl> hristliche! Kaiser ste deS Bürgerrecht» beraubten, au» offen, die bewerbe verboten, o i jm Zahl e 1783 wurden wir cipn , 1791 ihre t strer et Geh' Bel« ien, 18i 8 in Dänemark so läßt -sich unsre Geschichte Main Abra um,ward zur Kami Egv rten zog \ dort ward ne;um Wü te an Liesen. Don 1490 x gew Lande Von da bis jetzt, untei den Völkern änfäfst Oie» äußerlich, aber wa» b n wir : u. s ne Tcene aus dem Leben. Der 2 ilrklichkeit nacherzäblt ton M. A. F. j. Dieder m em ndu llchen Hause. — rha geft tüch mit tet. in ein eml «it Sa Gehen r n ander«, keitl n verlässt -sich, nachdeo andern vert übt an ad wa» noch Alles. in Nordamerika rman* in Frankreich, 1795 in Holland, 1830 in leicht überseben. Der ie. mit der Jakob nach Volke an Zahl, in der or bis 70 nach rer selbstständige Nation in bereit» 1785. Zabre zerrt die» zu'bodeuten? . par Leben und vorstehmeS Treiben in dem tzeul chen, vr n »er Natur mit wahrer Verschwendung auSgess muckten Badeorte denn jdu» allen Weltgegenden war n berei s Gäste eingetroffen,! die Einen, zur Krästigu ig. die Indern zum Vergnügen. — 3" der ungeheuren Mensche woge konnte man einen Mann sehen, den nur seine, »enn auch sehr edle Haltung, wie sein mrrtiali'cher-.Bär, als einen dem Wehrstande Angehörenden erkennen ließn. Er schien eine Firma -zu suchen; denn auf« rerksam chaute er an der HÄrserreibe empor. Egd» blieb er vor einem Laden fielen, an dessen Tbüre er «oE Etwa« lesen mochte und perschwandgleich darauf r jenen Soldaten da» war er in der l — nc ch und wir sehen ihu nach einem kurzen Zwiedem Wirthe deS Hc useS, von diesem gelei» Zimmer der Belerag -steigen, daS, prächtig mel blirt, eb m von einem Badeg« ste verlassen chorden, um wieder aufzünehmen Nach einigen Förmlichder Wirth seinen! Viecher, und dieser steht er die Reifekleider »bgeworsen .und ste mir uscht, sein freundlich's Stübchenan. mit gern Kem erblicke die Meubeln desselben musternd. Die den Zia merwänden ausgehängten Bilder mik den altbiblischen Darstellungen: „die Prüfung Aboabam». Moses Den G srtzestafeln. Ahron in priesterlicher Kleidung, omon a » weiser Richter," ziehen den Gast, trotzdem dieselben wl it weniger schön ausgrfuhrk alb manch anderes am » tsten an, ja entlocken ihm sogar «in schwermü higeS L cheln. Doch was ergreift ihn denn go, daß er, stch plöj kch von denselben abwendend, ein,ia der Ken« stm ecke lieg udeS. einfaches, kleine» Beuttlches; aus dem schtiale Riepen hervorgocken, mit solchem Ungestüm erfaß , ' stch r»r mit de«selben beschäftigt,' das Innere desfeil tn ersp iht? Ist es etwa em vom eben abgereisten Go!e verg« sene» kostbere» Geschmeide? Nein! das kann ein ehrlich lav Gewüth nicht dermaßen aufregen. Oder ist es vtell« cht «in von seinen Eltern, seinen Ahnen ihm. der dos wi izige Beutelchen an die Lippen »rückt, als Erbschi ft gewo deaes'und darum rheures Kleinod, da», ihm 0$ äffen. ( »aubt, durch Zufnll hier vor seinen Auge» liegt? Za. daß pntz »och-mehr als daS muß eS fein, was ein Soldatenherz so erweichen, in lautes Schluchzen und „Stöhnen auSbrechen macht. — Hören wir ihn selbst, wie er den erschreckten, herbeigeeilten WirtbSleuten die Ursache seiner Auftegung erzählt: „Sohn russischer jüdischer Eltern ward ich von denselben in frühester Jugend schon mit aller Liebe zur Beobachtung selbst der geringsten jüdischen Ceremonien angebalten. Um keinen Preis hätte ich. schon au- Liebe zu meinen tbeuren Eltern, nur Einen aller jener Gebräuche außer Acht gelassen. Da nahte mein dreizehnter Geburtstag. mit ihm die unendliche Freude meiner Eltern und ihre- Sobnes Bar Mizjwah, ihn erlebt zu haben. Auch mein Herz war voll Wonne, bald meine Sünden allein tragen zu dürfen. daß ste den geliebten Eltern nicht mehr angerechnet werden. Mit heiligem Eifer legte ich schon jeden Morgen die Tephillin an und bankte dem Geber alles Guten dafür, daß er mich von so frommen Eltern erziehen und geliebt.fein ließ. Da ward in einer Nacht unser aller .Freude in Trauer, unsere Hoffnung in Kummer verwandelt, ich ward, nachdem ich auS meinem Belte und auS den Armen der schluchzenden und wehklagenden Mutter gerissen, in tiefster Finsterniß in einen Wagen gepackt und in ein der tbeuern Vaterstadt. ach! so ferne liegende- Kadetten« baugesteckt. AuS war nun unser schöner Plan des Talmud-Studiums, dahin all' unsre Hoffnung, zerrissen da» kostbare Band zwischen Eltern' und Sohn. Durfte ich aber auch nicht mehr Tephillin legen, ja wurde sogar jede Uebenretung des Befehls, mich von allen jüdischen Gebräuchen fern zu halten, auf- Härteste bestraft: keine Tyrannei konnte mein Herz meinen Eltern, meinem Glauben entfremden. Selbst als ich zur griechischen Kirche überzutreten gezwungen war und später alS im Kaukasus, wo 'ich mich durch Tapferkeit und Unerschrockenheit bis zum General emporschwang, die Kugeln rechts und links um mich her sapsten, gedachte ich stet» deS Gottes meiner Vater, des GotteS AbrahamS, Isaaks und Jakobs; ja schon dreimal war ich bei meiner Anwesenheit in Paris im Begriff, von da nach Amerika überzuschiffen. um da, wo keine Knuie dem Glauben Schranken setzt, meiner angebornen Religion getreu leben, zu können; doch die Liebe zu meiner Gattin, zu meinen Kindern zog mich immer wieder zu ihnen zurück, und nur diese war es im Stande, mich davon abzuhalten, daß ich mich m den SchooS deS Glauben» zurückbegab, in der allein dem Herrn getreu zu leben, ich mich beruhigt fühlte. Jeder Versuch, meine Gattin dazu zu bewegen, daß sie mit mir und den Kindekn nach 'Holland oder Amerika überstedele. daß ich dort wenigstens als Jude leben könnte, scheiterte an der jedem russischen Aristokraten angebornen Verachtung der Juden, und so lebe ich noch heute, zwar äußerst glücklich im Familienkreise, aber höchst beunruhigt durch die innere Stimme, die mir ewig dasselbe zuruft: Jude, lebe als Jude!! „ES wird 3 hum, Herr Wirth und Frau Wirthin," fuhr der tiefbewegte Erzähler fort, „nun einleuchtend fein, wie ich, abgeftmnpt durch da» lange Reisen, durch em, mir vor so 'vielen Jahren theuer gewesmes Gut — hier brachte er wieder die Tephillin nach dem Munde —

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