Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 20 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches VoWblatt. \ Zur Belehrung und AnlerhaNung auf jüdischem Hebiete. Herantgegebeu von Rabbiner vi. Ludwig Philippsou in Magdeburg. aa -» Con Hf(<r da* * tr«?rtt. riÄ «, . Ä __ . |yV0% (CU* IHaD. I *an®* * *b,t- “'/» >0* «*u<t*fltiNuttftrn. »eftdatcr I £a 'jAltf’Jt S BnMflftil 1 * *VJWW,J an» 8elmng«*mMftoii*n «ebnwii e«t*B«natn an. I CrH9*8» «*»■**«*♦ J Abermals vierzig Jahre, und der schö.nste Trau» Israels war au-g,rraumt—unter dem Joche EchelömohS und der Thorheit RechrbeamS. seines Sohne«, war Israel zerbrachen, und in-zwei-Reiche daS kleine Volk zerklüftet, zur Hälfte schon dem Tode geweiht. DaS Reich Iuda, mit David» Erben auf dem Throne, und da» Reich Israel mitWablkönigen, Bürgerkriegen und Götzendienst. Neunzehn Könige saßen auf Israels Throne, bi» Schomron 780 vor der gewöhnl. Zeitr. durch da» Schwert de- AfsyrerS fiel, dreißig Jahre nachdem Rom gebaut wvrden. 138 länger bestand Juda, und hatte doch nur 30 Könige gesehen, bi» «» 588 vor dem Zorne de» Chaldäer» in Trümmer sank, und Juda in die Gefangenschaft an dm „Bächen von Babel" wanderte. Doch nm bi», zum Jahre 538 vor der gewöhn!. Zeitr. blieb Iuda verödet. Al» der. erste Perserköntg Cyru» den Kerker geösftret, zogen zunächst ungefähr 200,000 Seelen durch die Wüste nach der verwüsteten Stadt, ander» Züge folgten^ bald stand der Tempel wieder (516), die Stadt, die Mauern (444). Iuda lebte ruhig unter Perfien« milder Oberhoheit. Da fiel der perstfche Koloß unter den Schwertschlägen Alerander» de» Großen, de» Macedonier» 332, und 'rNlch seinem Tode begann der lange Kampf zwischm Egypten und- Syrien — Palästina war bald diese», bald jene» Sieger» Prri». Endlich behielt Syrien die Oberhand,^ al» Antiochu» Epiphane» ein« Glaubensdruck bereitete, wir ihn Juda feit Pharao nicht erlium (175). Da zerbrachen die haSm onätfchen Helden. Judu Meckkabi an der Spitze, stegreich di« Fesseln und stelltm 164 vor der gewöhn!. Zeitr. den Tempel und feinen Dienst lauter wieder her. Frei wurde jetzt wieder da» Volk und machte dankbar feine Töpfern zu — Königen. Aber diese wußten die Freiheit nicht zu wahrm, und — der Römer zog (63) in Jerusalem rin. Der IdumärrH-- rode» setzte stch auf den Thron, römische Landpsseger erdrückten da» Volk, der Cäsar gebot seine goldene Bildsäule i» Tempel göttlichen verehren — unsere Bä rer erhoben stch gegen den De»poten der Welt — aber, innen zerrissen von todtsetndltchen Parteien, sanken ste vernichtet unter den Trümmern von Jerusalem — 70 in der gewöhnlichen Zeitrechnung ....; Zerstreut. Verfolgt. Heber die Welt geschleudert. Aber überall schon jüdische Colonien, vom Gange« btt zn« Rhein. Ueberall bald wieder «ufblühend. Ueberall glaub enttrvn. Ueberall von Däterßtte und Gesetz erhaltend, wa» stch erhalten ließ. Bald Wit de« römische» Deine Geschichte, o Jude! I. Kennest Du Deine Geschichte? Liebest Du sie? Bist Du stolz auf sie? Und wenn Dein Hetz schlägt und Deine Thräne rinnt, so Du die zohllofen Ülutigen Seiten derselben liesest, wünschtest Du sie doch um eine Welt nicht ander»? nicht ander», weil jeder BlutStropfe ein Zeuge für die Wahrheit, jeder Seufzer leine That der Treue, Alle». Alle» felsenfeste Beharrlichkeit,'unerschütterliche Mannhaftigkeit bekundet .... Laß mich Dir Einige» über Deine Geschichte sagen, mein Juda. Blick mit mir über die Zahttausende, und wa» sie zu bedeuten, wa» ihr Inhalt, wa» i-r Zweck . ... Eine» tönt daran» hervor.wie mit Vosauuenklang — Eine» kannst Dudarin lesen wie? lammenschrtft: dat Werk der göttlichen Waltrmg an Israel.. .. E» ist stannen»werth, wie klar hier die Lftge Gotte» zu schauen ... O. warum „habt Ihr Augtsn, und sehet nicht? warum Ohren, und höret nicht, warum Herzen, und verstehet nicht? "... I Um 2000 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung lebte Abraham; nach der Zeitrechnung der heiligen Schrift war e» da» Jahr 4948 der Welt, in welchem er geboren w^d. - i Jm Jahr« 1610 vor der gewöhnliches Zeitrechnung ward Moschth geboren, und au» den Klethen de» Nilgezogen; 1530 zog er siegreich an der Spitze der Heerschaarea Israel» au» Egypttn in die Wüste hinein; 1490 legte er auf dem Gipfel de» Rebo sein Happt zum Sterben — Niemand schaute sein Grab. j In selbigem Jahr, zog Joschua, ein tünfundachtzigjähriger Feldherr, durch den Jarden, um Eanaan in Besitz zu nehmen und an alle Glieder de» Hause» Jakob» zu vercheilen. Er starb 1465 vor der gew. Zeitr., und die Zeit der Richter begann. E» war im Jahre 1055 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung. al» Scha»l. der erste König Israel», auf de« Schlachtfelds von Gitboa sich in sein Schwert stufte, al» David, mit dreifacher Krone ans dem schönen Haupte, de» Helden, de» Sänger» und de» König», den Thron bestieg. Vierzig Jahre spät«,. »015, folgte ihm sein Sohn Hkchelvmsh, der Weife benannt, «er de» Tempel baute auf «orijoh — 480 Iah« nach de» MG^uge an» Egypten — und da« erleuchtetste Gebet hichlt.ü» der geweihten Stätte — — damal«, nachdem Hfr«l bereit« eine tausendjährig^ Geschichte durchlebt hatte, begann erst in