Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 18 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 3)
- Language
- German
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71 auffuhr. „Jdse, diese» Testament muß verschwinden; dat Eremplar im Archiv übernehme ich, ich werde et erlan- ' gen; ,dat Eremplar in Samuel- Hause vernichtest Du; je eifriger Du mir dienest, desto größer wird Dein Lohn sein." Jose verbeugte ffch, fügte aber hinzu:- „Dies darf abet, Prinz, erst eine Stunde nach dem Tode det Königgeschehen, damit et nicht vermißt und ersetzt »ferde." — Der Prinz nickte, und Jose verließ ans dieselbe! Weise den Palast, wie er gekommen. | Zwei Tage darauf war der König verschieden. Et war Abendum zehn Uhr, alt da- Trauergeläutr der Glocken der Stadt und dem Lande den Verlust des weisen Eancho * anzeigte. Eine Stunde später langte die verrätherische Hand Zose'S in die Geheimtruhe feinet Herrn, nachdem er fie auf künstliche Weise geöffnet. Ein auf die Ekel, lung Don Samueleifersüchtiger Minister that denselben Dienst im Sraat-archiv; da- Testament det Königwar auf immer verschwunden, und in Folge dessen mußte Kastilien zwischen Don Pedro und Don Enrico getheilt werden. Ewar sowohl natürlich, alt lag e--auch-ln der Absicht Enrico'S, bei dieser Theilung Streit zu beginnen, so sehr auch der milde Don Pedro und sein weiser Rath- 'geber Samuel ihn zu vermeiden suchten., Aber vom ersten Augenblicke an hatte Enrico ffch auf Hader und Krieg vorgesehen und heimlich alle möglichen Rüstungen gehäuft. Er brach offen mit seinem Bruder und verließ voll Drohungen Valladolid. Alt da- Testament deS Königs nicht aufzufinden gewesen, wußte Don Samuel wohl, wo er die verbrecherische Hand zu suchen, welche alle Schlösser seiner Zimmer und Trüben zu öffnen die Kunst und die Treulosigkeit besessen. Dennoch durste .er sich nicht sofort äußern, sondern emzog nur nach unv nach dem Jose seine Arbeiten und dat Mitwissen' seiner Plane. , Diesem aber.kam et gar nicht mehr darauf an, sondern er nahm die erste Gelegenheit wahr, mir Don Samuel zu brechen, und begleitete Enrico, alt dieser die Residenz seine- Bruderverließ. Don Samuel batte evielfach zu bereuen, die Schlange in seinem Busen genährt zu haben, denn Jose kannte aus'- Genaueste alle vorhandenen Streitkräfte, Hülftmittel, Personen und Oerrlichkeiten. und wußte dieser Kenntniß sich so zu bedienen, daß Don Pedro da- Meiste bereitim Besitz seine- Bruderfand, wenn er ezum bevorstehend den Kampfe benutzen wollte. Die- und die Schnelligkeit, mit welcher Don Enrico im Felde erschien, bewirkte e-, daß die Anhänger Don Pedro'-, wo sie sich zeigten, über-, rascht und geschlagen wurden. Endlich hatte dieser unglückliche Prinz, aler voll Verzweiflung mit einem kleinen Heere dem Vordringen feine- Brudersich entgegenstellte, da- Schicksal, im Treffen tödtllch verwundet zu werden. Samuel, welcher seinen Herrn begleitet hatte, brachte den verwundeten Fürsten nach Valladolid zurück, und ließ die Thorr der Stadt schließen. Aber schon wenige Stunden daraus verschied Don Pedro, und Samuel begab sich .Dach seinem Hause, um mit Allem, was er zusammenraf- Hfen konnte, zu fliehen. Jetzt aber sah er mit Schr/cken, .L^vdaß namentlich wahrend der Aufregung der letzten Mo. Note so ztemlich alle flüssigen Summen in die Hände Menahem - gekommen. Er nahm daher alle Kostbarkeiten, die er besaß, zu sich, und in einen Mantel gehüllt begab er sich mitten in der Rächt nach dem kleinen Hause io der . Vorstadt, welche-' Menahem ben Mrrr gewohnte. Cr hätte darüber erstaunen können, daß in dkm Haufe Menahemt noch so spät Licht und Leute, waren, und daß er sofort zum Herrn de- Hauset geführt ward, alt ob dieser ihn erwarttt hätte. So wie er in dad-Zimmer getreten, eilte ihm Menahem entgegen, und rief «it erheuchelter Verwunderung: „Wie,,Don Samuel, Ihr noch hier? Unglücklicher, die Leute det König» Enrico find bereitin die Vorstadt eingedrungen, mtfrrrtt Euch schleunigst, denn weichet Schicksal Eurer wartet, wenn sie Euch fangen, könnet Ihr denken!" — „Ich weiß et." erwiederte Don Samuel, „und will nach Granada fliehen; gebet mir daher schnell eine Anweisung auf mindestens 10,000 Goldgulden, bit wir uns später berechnethaben. Ihr wißt, Ihr babt dat Zehnfache von mir in Händen." — Da gerieth Menahem scheinbar in fürchterliche Wuth, er kreischte: „Wat? Ich von Euch, ich habe Nicht-, ich gebe Nicht-, gar Nicht- und wenn Ihr Euch nicht sofort aut dem Staube machet, so lasse ich Euch selbst/estoehmen!" In der That vernahm man in diesem Augenblicke Trompetenstöße von ferne. Don Samuel i hüllte sich fester in seinen Mantel und verließ auf Schlupfwegen Hau» und Stadt.! Am andern Tage hielt Don Enrico seinen Einzug in Valladolid, ließ die Lekche sesnrt Brudermit große« Glanze bestatten, und bestieg den Thron. Jose. Sohn Meirt. trat ack bie Stelle Don Samsielt, al-erster Rarb geber det König». Ihm schenkte -er Letztere Alle-, was von der Habe Don Samuel» fich virrfand. Alt er in dat Haut de» Don» etnzog,' spracht er: „Jetzt habe ich die Macht Don Samuel», wie ich es gewollt." An demselben Morgen schrieb Menahem seine Bücher um. utid seinem Bestssd zu, wat er von Don Samuel in Händen gehabt. Er flüsterte dabet vor fich hin: „Jetzt habe ich die^Reichthümer Don Samuel», wie ich et gewollt." u Durch die Zwistigkeit mit Don Samuel und^seine Verwandtschaft mit Jose niurde Lopez' Geliebte, die Schwester Don Samuel», nicht mit in den Sturz -et Letzteren gerissen. Zur Sicherung -et Verhältnisseheiratbeten ste ' flch, und Lopez sprach behaglich: „Jetzt habe ich Alle», ' wat ich gewollt." —! (Jotrwdung folgt.) , ~~ Anfragen und Antworten. 61. 9f. 6c. ist S. Wat ist rathsamer, die Haphlora in deutscher Sprache in guter Übersetzung, nachdem großen Bibelwerke von Rabbiner vr). Pbillppson, von de« Cultutbeamtdn würdig vorgettagen, oder soll die alte Sitte beibehalren werden, haß die Reden der Prophete» von Jedem, in hebräischer Sprache unt singend, vorgvlesen werden? > Antwort. Et ist nicht unbekomnt, daß eine, wenft auch etwaspäte talmudifche Autorität den Borttag bist: Hapht-ra in der Muttersprache verlangt. Im Scati. D^eio Per. 18. Hal. Ü. heißt et: Wrb «ti yfn »pch r*r-tp “n«b ro® btt «ran' tto bd ' ypcfh '-tt:b tob