Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 18 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
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70 Don S imukl hatte Anfang- Zos« zu einzelnen Ar- Vei en benu t, wie fi, sich ihm auf dem großen Gebiete seü er Tbätgkeit darbooen.. Und überall .bewahr» fick der ftl. — hl« / (ft/fisirf ff nn!ln>i hi* limMSffltbf Fle boj nie na«) Ge fad nen 6a ni Diep Di au« f« lou Fan i M Sa Uff ges > So i der ft6 bis dies! der den Mer Do vpe Mit Ug«^n «uv gen Me i >ra i Doi leg« i an( terg zuw fern zwi ster «ine jug biqk stolz lid Lieb st- »ue Jüntl SchP ling üvpiü Dece p. die < ftwandrheit,! der Scharfsinn und die umfassende Hajbkennrni i Jose'S. ^o mach» et sich wie von selbst, obglet h das Vertrauen de» Ton auf Jose » Treue aal» rin vollständiges war, dieser dennoch nach und in all« Geschäfte Samuels eingeweihet und tbäliger ülfe wo:d. Ja, Jijse bemeisterte sich unvermerkt vielde» G istes seine»:Beschützer», ev ttieb ihn zu küb- und gleichen Schritten gn, welche aber stetvon uels r« inem Charakter innerhalb de» Recht- und der strreue »halten wurden. Don*Sa«ueb belohn» seine «aste nich nur auf'»'Cdelmütbigste. sondern fübr» ibn am <$i fe seine- Herrn und Königs al» den Derfas- und Ur eber vieler wichtigen Arbeiten ein. und so de Jose vortheilhasj selbst den höchsten Personen bet. Merkwürdiger Weiße ging die Weissagung res leichtgen Lo »z in Erfillung, und so wie einerseits Don nuel in politischen Dingen von Jose nicht wieder -vern ward so klettett sich Menabem an dir Hanbel»- äsre de! Don. Nachdem Don Somüel dem zweiten ne -de» Rabbi Mnh bei pünktlicher Rückzahlung wie« olt imi er bedeutendere Summen gejl'eben und dieser sein vol e» Vertrauen erworben hafte. ging er mit ibm eilen g meinsame ^Handel-Unternehmungen ein, und waren stets von so günstigem Erfolge gekrönt, daß Don so bst mit der, Hälfte de- Gewinns sehr zufrie» sein ko nte und vorher nicht anstand, die größten Sumin die Hände Medabems zu geben. Freilich wußte Samu l nicht, daß Menahem, indem er sebr geschickt irte, di« 'elben Summen mich zu o^lerband Geschäften den Gr >ßen und Edlen de- Land--, welche in Verben w ren, verwandte, und daß diese Geschäfte zwar er relNt r und üttlicher Art waren, aber das Ver'mödeS geiz gen Menapem ungeheuer steigerten. So hatte abem, > idem er sesne eigne Habe ' stets in Sicherheit ». nach einigen Jhbren fast daS ganze Vermögen des immer in seiner Gewalt, obne daß er jemals, in Verben kau, oder Mißtrauen zu geb<n die geringste Der- «ffung h tte. MenZbem blieb der unterwürstge, unordnete Agent, welcher blös durch, »inen Rath einrten sch en. j Demunz achter bliet auch Lope; dem'Don nicht ganz obgleid niemals fvieder eine.persönliche Berührung sitzen ihn n stattfandz Don Samuel harre eine Schwewelche eir Jabrene Wlttwe, kinderlos, aber Herrin großen Vermögevl» war. Noch war der^iffone Ändes lieb nswürdigeh Lopez, welchen ^itzZe^me Freigeit des! )on verliehen hatte, nicht ganz verschossen, er m noch täglich damit auf der Alameda in Valladoal» ihn die Donna Peira erblick», ihr Herz in enrbra, nt fühlte Und trotz den 15 Jahren, welche t «ehr zäf ». ibn an! sich zu fesseln beschloß. Don Sa. war h »über fürchterlich ergrimmt, »md ließ dem ing Li oße Sumcken bieten, wenn er von seiner ester ab stände: abin Donna Peira hat» dm Jungbereits ^zu sehr pnU den Reizen einer sorgenlosen, en Leb« »Urt umgaben und e» standen ihm so viele von l »nlzssen ist unbekümmertester 'Weise zu Ge- I bo», daß er alle Anerbietungen.de» Don auSschlug, und eS sich im prächtigen Hause seinn Gebieterin wohl fein ließ. — Wieder waren Jahre verflossen. Da erkrankte der König Sancho. Derselbe hatte zwei Söhne Don Pedro und Don Enrico. Obgleich der Va»r beide mit glrtcher Liebe umfaßte, so hatten sse doch stetsehr verschiedene Charaktere gezeigt. Während der Aeltere mild, besonnen und friedliebend, verrietb Enricoin allen seinen Handlungen .einen unbegrenzten Ehrgeiz, Leidenschaftlichkeit. ja Bosheit. Wir besinvm uns in einem wohl auSgestatteten. hohen Gemach deS HausrS Don SamuelS. Eine auSgewählte Bibliothek ist an den Münden aufgestellt; ein großer Schreibtisch, mit Papieren, Pergamenten und Büchern beladen. nimmt die Mir» de- Zimmerein. ES ist Mitternacht, aber ein kräftiger Mann schreitet unermüdlich und noch in der feinen Gesellschaftskleivung deS Tageauf und ab. Er scheint'in tiefe» Grübeln versunken, aber e» war wobt weniger ein sorgenvolle», alein berechnende» Sinnen, welcheihn beschäftigte. Aldie Glocke der nahen Kathedrale 12 Ubr au-gefchlagen. ward ein leise» Klopfen an einer Seitenthür de» Gemach» hörbar. Jose eil» zu der Pfor». und öffnete ne, welche auf einen völlig dunklen Gang führte. Mlt-leiser Stimme trug er: ..Wa» giebr'S?" Eine Summe antwortete: ..Lieber Nichts, old Etwas, in der Höbe oder gar nicht"... Obne zu antworten. löschte Jose bas Licht und schritt in den Ganz hinaus. Er verließ mit seinem vermummten Führer das Hau» seines Gönners, durcheilte einige dunkle Straßen und angelangt an der Hinterseire eines großen Palastes, ward er durch, heimliche Gänge endlich in ein entlegenes Zimmer geführt, in welchem ein junger Mann seiner zu harren schien. ES war eine hohe Gestalt, wenn auch noch nicht männlich auszebilvet, die Gesickrszüge schön, .aber von ungebändigrer Wildheit zeugend, welche insbesondere durch zwei große, weiße' über die Unterlippe ragende Zäbne für den Beschauer erschreckend ward. ES war der Prinz Enrico, der mit scharfein Blick Jose zu durchdtingen suchte, und jetzt die Frage an ihn richtete: „Bist Du unterrichtet, Jose?" — Fest und ohne Schwanken erwiederte der Angeredete: ..Ich bin eS, Prinz, obschon ich nicht binzugezogen worden." — „WaS ist geschehen? " — „Der König, unser Herr, bat ein Testament gemacht-, zwischen ihm und Don Samuel allein wurde eS beratben und vollzogen, die Minister de» König» mußte» daS StaakSfiegel dem Don Samuel hierzu übergeben; eine Abschrift wurde im geheimen Archiv nie- .dergele.gr, eine andere den Händen Don Samuels übergeben." — „Nun," sagte der Prinz, „kennest Du den Inhalt desselben?" — „Ich kenne ihn; ich habe die Abschrift in Händen gehabt und gelesen. Der König, Euer Vater, hat es nicht für gut befunden, der früheren Sitte Eures erlauchten Hauses gemäß, das Reich zwischea sein« zwei Söhne zu tbeilen, sondern seinem eignen Vater folgend, har er die Regierung Eurem älteren Bruder zuge« . sprechen. Euch aber ein ungeheures Jahrgelv bestimmt, daS jedoch mit dem Augenblicke aufhören soll, in wAchem Ihr gegen diese Verfügung handelt." — Ein grimmiger Zorn hatte sich de- Prinzen bemächtigt, aber bald ging dieser in tiefe» Nachdenken über, auS welchem er plötzlich