Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 15 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
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58 2n betu bei itfi, aber tief« Wann liu an einet« so aujfcrerfcpnt; lt±en Geize. tag vrr JJnabf bald rer £ne6re4}ientk, die er uu ras fär^licfcfte L cov tfcuit sollte, überdrüssig ward. ason Ne,', (n w mrre fl4., son Wissensdrang ge«; tnrbfi, nach ven S:£:i n, in welchen die bebeutencrien; Lebre jüen'cher t der damaligen Zen ibre Lebr- : stübl« batten, so faß :er-Jüngling zu den Füßen rer-! vor:: gkchsten Männer iftn^Zeir— aber wie? Er mußte, > wobi; er kam. um »er \ti Lebensunrerbaltes nullen, in; irgen > e:n Dirnstoerbält iß treten, «ad es , galt dw-^nur > immr: einige Stunden u erübtigen. um dann und tmtnn > an ken Borträgw der Meister rbnlnebmen zu können. | Bald war ec Erzieher. bald Hanlllungsdieiwr, ja wenn j es n bl anders ging, eriieditgte er sich bis rum Laufbur-! scben um nur an einen Platze atbmen zu können, wo es! Büch:r und Lehrer.gab Ost genug tammelte er sich weg» j gen. ftne Stückchen W cks. ausvmen "-tt sich eine £«;e form e, um die Nachte hindurch zu studiken. -Da erreichte . denn »sein Geist eine außerordentliche schärfe, , ein unge-! beuri i Wissen — aber es war vte Scharre, eines Auto» j ctda! :en iSelbstlebrerS) und ein bruchstückweues Wissen, über ll gesammelt und > irgenrs verbunden, rutammeabangenv, ganz. «' , - , l nser Me,r wurde iüch SLnttstelle^, ünv wer war wobl mebr geeignet h erzu als er mil dem glühenden Herz n,. mij dem schart ichtigen -Geiste, mir der unermeßlicher Willenskrast? z wanzig Jahre mar er alt, als er einen ..Führer vet Wa ikenden" berausgüb. in welchem er alle >ie Zweitel, welche in Glaubensfachen der Äugend sich zu b meistern pstegen. > arzustellen, sie zu entwaffnen und ein i eubegründetes 3» iem südlicher ResizionSkbilosopbie zu g ben suchte. Aber ack! ohne daß er-. eS wußte, war zwei )abre trüber der „Führer der Jrrfnoen" von Mose den Raimon erschienen eine Schrift, welche das unermeßl chste Aufsehn errett. Enthusiasten f^ir unv wider bervorg rufen und mit welcher uni'ers Meips Arbeir irr Zweck und Ausführung so o> l Aebnlichkeit haste. W-aß sse ein Dieb lahl an jenem ershien. und wiederum so viel Un» ähnl chkeiten durch die t artir herrschende Verwirrung. Sonverb rkeiten und mittln unter außerordentlichen Geistesfunk n doch wieder zuist Vorschein kommende Gewöhnlichkeite i, daß das ganze iWerk den Anstrich des Lächerlichen erhir lt, da man vorau^seyre, Daß Rabbi; Meir den Maimondes habe verdrängen wollen. Der > junge Welkweis, halt so viel Hohn ui d Mißhandlung lzu ertragen, setn Rar e wurde so geächi et und zum Sprichwort. daß er den beilizsten Schwur ablegte, nie wieder die Gedanken seines Geis tß schriftlich niel erzulegen. 'Rabbi Meir batte die Hefchigung. dann aut» die Würde eines Rabbinen unter auße wrventlichen Müh alen erlangt; damals war noch'zu dem Amte eines Rabb nen Berevtsämkeir nokhwendig. Unglüc licherweise besaß zwar Meireinen vortrefflichen Redefluß aber von Jugeuk auf wenig an Ordnung der Gedanken. zewöhnt. gerieth in der Fülle seiner Gedanken von verlor den Fadew der Entwicklung, ießen, ohne daß sneist seine Zuhörer Küßten, waS er gewollt und oft erifelbst nicht. Lange such! c er nach einer Stelle. Tr erhielt leine, aber welche? Ancora mir einer' weniger als miteinem zum-andern, und mußte endlich sch -er kleinen Stadt Die Männer rel« lßigen Judengem« iove fand er endlich seinen LebenSwaren arme HLnstler, welche mir ihren Daaren.^uf dem Rücken fast durch, ganz Spanien zogen und nur zu den Herbstfeierragen zu ihrer Heimath kamen. So war Rabb: Meir das ganze Jahr Rabbiner nur für Greife, Frauen und Binder. ' Wie er sich selbst He- Schrift, so hatte raS Geschick ihm auch vaS Wort genommen. und sein mächtiger Geist barte nichts zu lhun, als Streitigkeiten zu schlichten, Zänkereien auszugleiLen, schutzlose Menschen zu vertreten, Kranke zu trösten und Tovre ru begraben. Rabbi Meir war ein glücklicher Mann, renn er barte ein trautes, treues Weib gefunden. Liebilch von Amehn, hold an Gemütb. mit aller Kraft an ihm bangend — aber nach fünfjähriger Ehe storb ibm fern Weib an einer hitzigen Krankheit, unv sein Leben war öde und düsterer als vordem. < Er war auch ein glücklicher Vater, denn drei Söhne waren' ibm rn 'einer kurzen Ehe geboren. sKt^-aoihmete stch lediglich der Erziehung derselben. Alle drei verrlelhen trübzenig einen starken, schöpferischen Geist — gber die Flamme, die in ihnen brannte, war eine küble Licht« stamme, sie wärmte nicht. Von der glühenden Seele des Vaters, von rer einfältigen Herzenswärme der Mutter war in ihnen — unv dies Spiel der Natur istnicht so selten. wie' man glauben könnte — gar nichts vorhanden. Es war, als ob in jedem von ihnen der Geist nur stark war in^rinem Trieb, in einer Leidenschaft, vollständig wurzelnd in unbegrenzter Ielbsii'ucht.-viesem Einen diente alle ibre Kraft, und außer ihm kannten sie nichts weiter. Rabbi Meir erkannte dies frühzeitig. Er fühlte wohl, daß 'er mitten unter seinen Söhnen einsam sei, und daß sie ibn verlassen würden, sobald er nichts mehr für sie hätte. Sein Geist befriedigte sich noch, indem er den ihrigen rstegte. aber für sein Herz schlug nichts in. ihrem Herzen. Rabbi Meir liebte es. wie einst Rabbi Zochanan ben Saccai seinen Schülern, so seinen Knaben eine Frage rur Beantwortung vorzulegen. Als sie einst um seinen Tisch saßen, fragte er sie: ..Wer ist glücklich?" Da antwortete der Aelteste: ..wer die Menschen beherrscht." Der Vater antwortete: ..kennest Tu nicht den Spruch des weisen Königs: „Wer sein Gemükh beherrscht, ist stärker, als ein Stävrebezwinger?" Der zweite antwortete: „wer viel besitzt." Ter Vater erwiderte: „kennst Tu nicht den Spruch des weisen Königs: „Der Reichlbum schafft sich Flügel und fliegt davon wie rer Adler in der Luft?" Ter dritte lächelte über seine Vorgänger höhnisch und sprach: ..wer viel gemeßl." Der Vater sah ihn ernst an und sagte: „der weise Köniz spricht: „Ich sprach in meinem Herzen: auf denn, ich will's versuchen mit der Freude und des Gute» genießen — und siehe, auch das war eitel!" Wie er ste alle Drei vereint erzogen, so gingen sie auch zu einer Zeit von ihm. als der Jüngste das 14. Jabr erreicht, weil ste nicht länger in der kleinen Welt ihres Vaters sich befriedigt füblten. Ehe sie gingen, versammelte er sie um sich und bat sie um GolteS und seinetwillen, sich fest aneinander zu schließen, ihre Kräfte immer zu vereinigen, unv durch ihr verbundenes Streben gemeitrsame Erfolge zu erkämpfen. Alles was ein Daterher; finden kann., seine Söhne zu ihrem Heile zu beschwören. das sprach Rabbi Meir auS. Seine Söhne hörten ihm schweigend zu und nickten mit den Köpfen, und als er vollendet, und seine Hand die von ihr vereinten