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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 13 (1854) · p. Seite 51

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
13 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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sitz dieser Sreuerpacht verblieb er 32 Jahr, die fast bis zum Tode deS Philoparvr berabreichten. dessen Gunst er ebenfalls befaß. > AuL den Jahren 210—206 wird folgende Begebenheit erzählt. Joseph harze, Amber von zwei Krauen, von der einen 7 Söhne, Und von einer anderen, die seine Nichte war, einen Sohn Hyrkanus. Die seltsame Weise, wie diese Nichte seine Gattin wurde, mag hier eine kurze Erwähnung finden. Wenige Jahre nach Uebernahme feinet Pacht war einmal Joseph mit seinem Bruder Solymius nach Alerandrien gereist, und dieser hakte seine Lockrer milgenomnleu, um sie dort an einen angetehenen Juden zu verheirarheu. Als aber Joseph eines Tagebei dem Könige speiste, verliebte er sich in ei re schöne Tänzerin, welche während der Tafel eingetreten war. und entdeckte dieseinem Bruder, indem er ibn z» gleich bat. seinet Neigung dienen zu wollen, obwohl di< selbe gegen das jütische Gesetz sei. SolymiuS versprach ibm seine Unterstützung, führte ihm aber im Dunkeln statt der Tänzerin seine eigene Tochter zu. Joseph bemerkte diese Verwechselung weder doS erste Mal, noch bei wieverholten Besuchen; alS er jedoch einstisialS zu seinem I ©ruber sagte, daß er die Tänzerin noch immer liebe, ihretwegen aber nicht ohne Furcht vor dem Könige sei: entdeckte ihm SolymiuS die Wahrheit mit dem Hinzufügen, er habe'lieber die eigene Tochte^ preiSgeben, alS mii ansehen wol-' len, daß er sich so herabwürdige. Von di sei Großmuth gerührt, heirathete Joseph sogleich daS Mäd hen, und diese gebar ihm den genannten Hyrkan, derischor in dem Alter von 13 Jahren Proben von größer Grilesgewandtheit ablegte. Unter Anderm erzählt man: Joseph habe wissen wollen, welcher von seinen Söhnen der Tauglichste sei, und sie deöhalb jeden, besonders, zu Männern geschickt, welche damals für gute Erzieher galten; hiö auf Hyrkan seien sie aber inSgesamml unverständig und unbelehrt wieder heimgekommen. Hierauf babe er den jungen Hyrkan mit 300 Joch Ochsen zwei Tagereisen weit geschickt, ein Stück Landein der Wüste zu bestellet, um ihn zu prüfen, aber die Jochriemen zurückbehalteh. Als er am Ziele angelangt dies bemerkte, rielhen ihm Idie mitgenommenen Ochsenrreiber, Einige von ihnen zurückzuschicken, um die Riemen zu holen, er aber, um nicht hiermit die Zeit zu verderben, ließ 10' Joch schlachten und auS ihren Häuten die Riemen schneiden, verthe'ilte dabei daS Fleisch unter die Arbeiter, und vollsühne dann dm Auftrag sei, neS DaterS. '** Nach einiger Zeit aber ging die Nachricht ein. dem Könige sei ein Sohn geboren worden, weshalb alle Eve- Im von Cölesyrien, einem Herkommen gemäß, mit großer Zurüstung nach Alerandrien sich verfügtm, um dem Könige ihre Glückwünsche abzustatten. Auch Joseph hätte sich gern zu ihm begeben, doch da ihm seit Alter hiervon abhiell und alle seine älteren Söhne die Heise dahin im Bewußtsein ihrer Unfähigkeit ablehnlen, .so wagt n, den höchsten- 13jährigen, aber frühreifen Hyrkan an den Hof zu schicken.- Und in der Thät war dieser hicht bloS dem übernommenen Aufträge gewachsen, sonderü beabsichtigte auch noch, bei dieser Gelegenheit sich für die Zukunft in der Gunst be» Königs festzusetzen. Zu diesem Ende überredete er seinen Daker, nicht von Hause dehr Könige Geschenke mitzusenden, sondern seinem Geschäftsführer Arion ln Alerandrien de» schriftlichen Befehl zu enhetlen, ihm soviel Geld zu vetäbrrichen. um in Aegypten zrwaS recht Schöne» für.^en Kömg--1aufyr zu k-«nen. Jener Arion aber hatte gerade frtft große- Summen von Joseph in Händen, denn dieser pflegte die eölesyrischen Steuern an ihn zu seriden, vmsie-^rn-deu festgesetzten Zahltagen zu entrichten. Sobald non Hyrkan in Alerandrien! angekommen war, forderte tv dem Arion 1000 syrische Talente ab; über diese maßlose Forderung aufgebracht und in Furcht, daß Hyrkan diese- Geld.durchbringen m lle. macht ihm derselbe harte,Booyürfe, und will ihm n« 10. Talente verabreichen; dafür läßt ^hn der, Jüngling sogleich in Fesseln legen, abdr ArionS-Frä.», welche bei dyr Königin m Gunst war. .zeigk.ySes derselben an. Auf diesem Wege HSn auch der' König bapofrTfab läßtylßbald di m Hvrkan sagen: er wundere sich; daß dersekbe, ion seit em Vater an. ibn-gesendet, sich-ihm nicht vorge>stellt. un > überdies dessen Verwalter so behandelt'habe, er soll« erscheinen und von Beide« den Grund ihm »»geben. In feiner Wendung aber läßt Hyrkatt ihm zurückfagen, e< gebe bei ihnen ein Gesetz, nach welchem Niemand eher'>on einem Opfer kosten dürfe, alßbi» er zum ersten Male selbst im Tempel geopfert habz^ auj, demselben Grunde hätte er nicht können vor-dem Könige Erscheine», so lanc e er noch, nicht die Geschenke beisammen hätte> welche erlemWohl tbäter seines Vaters überreiche«» sollte; den Skl iven abeb, welcher seines Pater- GefchästSrührer fei^ habe er wegeft feines Ungehorsams fesseln lass,». 'Diese Antwort nah« den König für ihn ein. Arion aber kannte fich nun nicht länger weigern, dem Hyrkan die geforderten 10(0 Talente auszuzahlen. Davon fauste dieser kostbare Ges henke ein und erschien nun vor dem Könige, wurde auch von demselben zur Tafel eingeladen, hatte abpr hier von den Mitgeladenen beißende Worte über dieHabsüchtige Steuererhebung seine- Vateraßzuhören; nun fehlte e- ^uch Hyrkan nicht an treffenden Antworten. Alaber da» wegen der Geburt deköniglichen -Kindeang, setztt Fest kam7^ und ein Jeder dazu, ein Geschenk brat ite, hatte Hyrkan für 200 Talente von Sklavenhändlern 100 blühende und unterrichtete Knaben und eben so viel: Mädchen gekauft, jedem von ihnen gab er dann, ein Talent in die Hand und führte sie, dir,Knaben dein Könige^ die Mädchen der Königin zu.Nachdem er in solcher Weise alle Anderen überstrahlt hatte, beschenkt^.er auch fnigcbig'alle Freunde und Diener des König-, :um ste für fein Jy-, tereffe zu gewinnet^ Jetzt ersuchte ihn Philopator, sich Etwaauszubltten, aber der Jüngling begehrte nichtweiter. aldaß derselbe günstig von ihm' an seinen Vater und seine Brüder schreiben -ließet. Gleichwohl empfing er glänzende'Gaben. Und wurde^mir vielen Eh en, sowie mit schmeichelhaften Briefen awMätrt ußd Prüder, desgleichen an die benachbarten Anführer und höl eien Beamten in seine Heimatkr entlassen. -Hier empfin; ihn die Unzuftiedenhett seine- Daier-' und her Neid fe ner Brüder, zwischen welchen »nd ihm eS auch bald'zv blutigen Auftritten kam. Joseph scheint nämlich um 2< 5 gestorben zu sein, und d» seine Würdest!» zeitige- Überhaupt der Nachkommen David», seine »atze Verwandt den hohen Priestern und sein Amt 'ab» Pächter chast mit aller eölesyrischen Stenern vereint e» Ihm Möglich gem tcht hat ten, sich eine mächtige P-rtei zu'bilden. «elche r*- nach ihm

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