Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 12 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 2)
- Language
- German
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46 l Meguila Schosst, Gebetbücher und einen hundertjährigen AlmanaL: >ann ein Register einer Gesellschaft für gegenseitige Hülst, welche er zwischen allen Israeliten der Garnison gegrünter, hatte, j Da es Rosch-Hodesch war, sagte He r Marr! „Wir wollen beten." Sie banven beinahe '^ll? ihre 2 aletb unv Tephilin um, und brr Cbaran sagt! auf e ne sehr bsbeutende Weise' sind mit dem Ausdruck' eines cht religiösen Gefühls das Halle!, den Abschnitt des P« itateucb und das Muffaph.' Sv haben sie auch, mit Erlaubniß dev Generals der Division, die Gebete k>r hohe» Festtage trbgehalrcn, und um sich den Zerstrcm ngeu de - NicktisraLilen zu enterben, hingen sie Lemwani. um dir Seile des! SaaleS aus. Sie wünschten ihr Geb, l in ein nt befände-en Zimmer abzllhalten und dort ihr« Pentat, uche aufzub ^wahren, abgesondjert von dem, wo sie n ohne» r rd wo es ungeziemend ist, die-heiligen Gegensta .de aus! rsetzen. H rr Marr rheilte diesen Wunsch L" ^7" Mandantm mit, welcher ibm das Bedauern, ihn .ichl be rledt^cil ausdrückle. »weil! es Ihm an ^caltta en man. elke-uno na» ,et e^„ genöthsgi. in der »rchung zu baue,; aber er ermächtigte »r« c^errabbincr. m Saale Dispisinonen z. treuen, die er - s-». nützlich erachten-würde, um die ß c'genstande des OoNesLx^g geziemen) zu ste en. Er litß also einen Tischler kom.^ um eine Um^iur ung von wei Quadratmeter machen lasten, l »elchc da l Hechal u nD die Theba einschsießen sollte, unv die Berbern inv. welch auS zwei, großerj Thuren bestand, körnte wä >renv des ZottesdiensteS geöffnet werden. Der Her: Oberr ibbiner ba sich verpflichte!, diesen kleinen Bau., wilcher 50 Franken kosten sollte, zu bezahlen. Nack dem Götte unter?ieK sich Herr Marr drei Stunden mir ihnen, und er vernahm ihre-Antworten aus die verschied, neu Frozen, die e: an sie richtete, und dre den Zustand dbr Jsrc tbren in 9!ußland betrafen, und der Inhalt tsi olgenter: 1) 2 kan mm nt sie zu .8 oder 20 Jahren zu Soldaten uro sie die >en 25 Jalre: unter den Gestrngenen sind die. welr e die ki rzeste Zeit im Dienst stehen, seit 7 Jahren dari t. Drei oder vier unter ihnen haben -ibre .25 Dienstjal re zurüc gelegt, sin, aber wegen deS Krieges zurückgeha ren wor tu; auch ,esitzen sie zwei Medaillen, von denen sie eine au Ende vo> 20, die andere am Ende von 25 Dienijahrrn empfangen haben, als ver flieg ihr Kreiwerd, n verhi, derte. 2) io dürfet nicht Co porale werden, ausgenommen in dem k ukasifchr t Kriege, i?o sie Offikiere werden .können , 3) T as Syst m der R krutirung ist nicht dasselbe in allen Pr, vinzen; in denen eS eigentlichen Polens nimmt man gew ihnlich 10 aus.tau end Einwohner im Alter von 18 biS 2) Jahre 1, wie fchi n gesagt ist, Aber in einigen Provinzerwelche lange mit Rußland -verbunden sind, entreißt mai die Ki >der im?llter von 10 biS 12 Jahren den Elter >. um s ' -in die 3 Ulikaircolonien zu srnden, wo sie bis zr m 20. iahre rrzo zen werden», um darm in die Regiment r zu rrcien und 2 5 Jahre-zu dienen. Da sind die isr.ael tischen llinver al>n Dersührungen und sogar dem Zwa lge der Subaltern n auSgesetzt, welche sie zwingen, abzu chwören eine. gr sße Anzahl unterliegt diesem Zwange; andere iewahren, trotz chres zarten Alters, die traditionelen- Erst nerungen ihrer Kindheit, .widerstehen und bewa ren ihrer Culius rnd ihren religiösen Glauben. 4) AlS ein wirklicher Widerspruch gegen dieses Zwangs¬ und UnterrrückungSsystem. welches übrigens, wie sie sagen, mehr daS Thun der Subalternen, als des Czaaren ist. erscheint die religiöse Freiheit und die Erlaubniß, ihren Gottesdienst auszuüben, welche man den Soldaten in der Garnison zugesteht, eine Erlaubniß, welche natürlich jn Kriegszeiken und bei militärischen Unternehmungen aufhört. Die Israeliten haben in oen Garnisonen die Erlaubniß, dnn Cultus geweihte Locale zu haben; zum Beispiel in der Festung- Bomarsunv hatten sie im Thurm ein Zimmer, zu diesem Gebrauche besiimmk. unv in Petersburg hat der. Czaar selbst ihnen zwei Synagogen bauen laffen, welche vor einigen Jahren von Herrn Montesiore besucht wurden. Ehemals bezahlte die Regierung, den Rabbiner, aber seit einigen Jahren bezahlt sie ihn nicht mehr und überlaßt es den Soldaten, unter sich ihr religiöses Oberhaupt zu wählen, welches von dem activen Dienst befreit ist; so war es in Bomarsunv mit dem genannten Jacobson. Alle Sonnabend und Festtage bewilligt man ihnen zwei Stunden, um denr Gottesdienste beizuwobnen, und man dispensirl sie so j?iel als möglich von den.. und unterwirft sie nur ren niiliräriscken Uebungcn. Dies ist eine neue Probe von dem Schutze, den Gott unserer heiligen Religion, in den schwierigsten Lagen angedeihen läßt, unv auch da bestätigt sich die Erscheinung. welche die Geschichte der Menschheit dem Denk* und Moralisten darbielet, und welche dem menschlichen H"zn keine Ebre mache, daß nämlich das religiöse Gefühl m. aller Ergebenheit und Freudigkeit, welche es dem Menschen ^nhauchl, sich vicl nrehr im llnglücke entwickelt und nährt, aiz in den Genüssen, welche Freiheit Und Glück verschaff. Diese armen Leute haben die aufrichtigste Zuneigung für bif religiösen Ausübungen bewahrt. Alle verrichten tägjch ,hxe Gebete und legen ihre Tephilin an. Wie wir shon gesagt haben, haben sie alle heiligen Gegenstände, di» zum Gottesdienste netbwendig sind, mit sichln die Gefangnsckiufr genommen, nach der Erlaubnis des General Uruguay d'HillierS, seit der Einnabme der Festung, unds>Hz von ihnen, unter denen der Chazan, haben die Enksu^ng so weit getrieben, daß sie in den sieben Jahren, wo \t Soldaten sind, allem Verzehren des Fleisches entsagte, und sich nur von Kartoffeln nährten. Wie Daniel und K»,, Gefährten der Gefangenschaft haben sich diele treue. Israeliten deS besondern Schutzes Gottes zu erfreuen. Ih„ Gesundheit ist nicht schlechter als die ihrer Waffenb-üver. Diejenigen, welche verheiratbet sind, wenn sie ausg^oben werden, können ihre Frauen in die Garnisonen, die 1* bewobnen, mitnehmen, und wenn die Räumlichkeit die 2»,«,! dazu bietet, üben diese Frauen eine kleine Industrie »uS, welche sie uyd ihre Kinder-nährt. Unter den Gefangen in Air ist 'einer, welcher seine Frau mit sich hat. Man hat ihnen mit den griechischen Soldaten, die verherathet find, ein besonderes Haus auf der Insel angewis,n, und um diesen Unglücklichen ein Vergnügen zu beraten, hat der Herr Oberrabbiner in diesem Haufe -eine T,ffe oder vielmehr ein GlaS Kaffee angenommen, welches *2« ihm gutherzig anbot. Einer dieser Gefangenen wup.« im Augenblick der Einschiffung von seiner Frau getrennt, selche mit nach England geführt wurde mit den Gesang«»», die diesem Lande zugetheilt waren. Herr Marr w'öll an Herrn