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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 12 (1854) · p. Seite 47

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
12 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 47 (sequence 3)
Language
German
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47 Montefiore schreiben, damit die Frau nach Frankreich oder der Mann nach England geführt werde. ] Ter Herr Obberrabbinrr rrchtete auch jeinige Fragen über den materiellen und moralischen Zustand der Juden in Rußland an fie, und Folgendeerhellte huS ihren Ant- Worten: Die so ansehnliche israelitische Bevölkerustg, welche die« ses Land und besonders die polnischen Provinzen bewohnt, leidet allen Druck einer willkürlichen Regierung, die oft von dem religiösen Fanatismus beherrscht!wird. ES ist ihnen verboten, auf dem Lande zu wohnen, tn den Städten widmen sie fich dem Handel, wobei fie taujsend Kränkungen und außerordentlichen Steuern auSgesetzt sind, jede bürgerliche oder religiöse Handlung müssen! fie mit Gold aufwiegrn. Man ist so weit, gegangen, zu verbieten, das heißt schwer zu besteuern, die herkömmliche Kleidung der Männer und Frauen, und die Greise, welche jeden Wech« sel der alten Gewohnheiten beinahe wie einen religiösen Bruch ansehen, müssen mit großen Kosten hie Erlaubnis sich wie ihre Väter und Mütter zu kleiden.I erkausen. Je« dochchaben sich in der Mitte dieser Bedrückung in der Bevölkerung die reichlichen Hülfsquellen det merkwürdigsten Klugheit und der Tugenden deS Fami ienkreiseS und der Gemeinde erhalten, welche zu jeder Zer Israels Bestehen beschützen, und besonders blieb Su!ch die lebhafte und tiefe Neigung zu dem Gesetze und dem Gotkessdienste unserer Väter bestehen, welche mit den Histderniffea ®le man ihr entgegenstellk. nur wächst. ' , Alle Kinder empfangen frühzeitig eine l»1' religiöse Unterweisung, im Alter von 12 bis 12 Jahren kennen fie vollkommen die Gebete und die spwie di^ täglichen religiösen Uebungen. Zu Äahrirn lernen die armen Kinder ein Handwerk, ode widmen sich dem Kleinbandel. Die reichen Kinder fr™ das Studium der Religion. des Talmuds und Commentare fort bis zu ihrer Verheiralhung, die jung stattfindet. und die reichen Familien, welche Töchter zu verheirbthen haben, sehen es als eine Pstjet und einen echten. 'Vortheil an, ihnen jum Gemahl eir**« jungen unterrichteten Mann zu geben, und ihm die «ittel darzubieten. sich nur mildem Studium des Gesetze j» beschäftigen. Daher kommt eS, daß eine so große Anzahl von Männern eristirt, welche tief in die Theolajw ringedrungen sind, und welche einen hoben Grad d, Eifers und deS religiösen LebenS in dieser Bevölkeru-S »halten, so daß sie in Ihr,uz lebendigen Glauben d«- Kraft find««. alle Kränkungen zu ertragen. und dv ste sicherlich*di<je materielle Unterdrückung, versüßt durch'die Befriedigung', die aus der religiösen Treue fließt, einer freieren Stellung vorziehn, die eine Schwäche un Lauheit in den Uebungen des GorteSviensteS mit fick führt. Nachdem er alle diese interessanten Berichte über die israelitisch Bevölkerung Rußlandempfangen hatte, erkundigte 4 der Oberrabbiner, wie fie in Frankreich behandelt würden, «nd ob sie Einwürfe zu Machen hätten gegen '.e Behandlung, die sie erduldeten, und er hat sich überzagt, daß ihre Lage al- Gefangene deö EdelmutheS Fra-retchs würdig ist, welches sie durchaus gleich seinen be> im eignen Soldaten in Wohnuyg und "Rahrlung die, welche arbeiten können, dürfen. etwas für fich ben. Die Beaufsichtigung ist mild, und wohlwolle 1 die Officiere, welche die Festung befehligen, erwi len Bitten, welche durch Vermittlung der russisch« ciere an sie gerichtet werden^, davollkommenste verzüglichste Recht., Da Herr Marr den Platzcommandanien ni einmal vof seiner Abreise von der Insel sehen k wird er sich wo möglich bestreben, bewilligt zu daß den sieben Israeliten, die sschdeS Fleisches der Werth desselben in'Geld auSgezahlr »ird. fich durch dieses Mittel die armselige Nahru schaffen können, mit der zu begnügen, fie fich haben. Ehe er fie verließ, ließ der Herr Oberrabbin 'wissen,, daß da- Cönfistorium die Mittel zu feit. füguyg ^gestellt hatte, i.ed-m,nn»« »V»»-. Zeu wohlwollenden Jne.rrsses.'zu geben, Sie haben i den Wunsch ai'-Vd^nckr, daß er-die Summe, bii nen bestim"'^' *n die Hände ihres. Chazaa'.dem trauten legrn möchte^, und dieser würde fie zu dürf'»st®" eines Jeden verwenden. Herr Marr „ if.ien .ju diesem Geiste der Br'üverliihkeit und det Zeitigen Vertrauens.'.das.sie belebt, und er gab de^r Jacobson in ihrer Gegenwart 2-0. Franken, und ihn, den besten Gebrauch'davon zu'machen., und sprach ihnen, nach der^insendung der Re'chnüng. zäunung. dke er für^ihre Ge^etstelle^ bestellt hatte, zahlen. Sie haben ihm eiUmüthig ihre ganze 2 keit für seinen väterlzchen Besbch und sür die Zei neS WohlwollenaikSgedrückt, und haben ihn gebet« Confistorium von Byrdeaur ihre.tiefe Daykbarkeir' Edelmurh, der an r^ien" voll führt worden'war, bringen. WaS von den 500 Franks, die daS rium den russisch, israelltischen Gefangenen i bestimmt Übrig bleibt, wird ihnen im Lause des Winters zu Zeit gesandt werden, um denett ein kpemg verschaffen, die es nur coscher esskr^ sowie auch e zahl Gebetbücher, TephiUn'und'.Tsitsirh, nach den Wunsch gegen den Oberrabbiner^ ausigesproch: ten, weil ihnen eine gewisse Menge fehlt. Wem den Osterskierragen noch in Air .fein-sollten, so Eonsistorium sie ni$t vergessene Bei > seiner Abreise von - des Insel Air um wurde der Oberrabbiner von allen diesen braver begleitet, die ihn nicht mehr'verlassen wollten, folgten ihm mit ihren Segnnpgen und den wie Versicherungen de- -MückeS, welcheihnen sein ursacht hatte. ' Man wird zugeben, ^daß die» ein gute-Werk, deS Geisteder Wohlthätigkeit, Welcher die Seme! Bordeaur belebt, ist. ES ist ein Werk der Da keit, fremden und unglücklichen GlaubenSgeuoffen gefühl bezeigt zu haben, welthes ihre Glaubensder Gnade für sie empfinden, Vieren religiöses Haupt die schönen Traditiotien in dieser wichtige«, aufrecht erhält. ' ^" - anbei«; erwerd, und stsen aln Offiünd unicht noch vjnnte, so rhalten, eüthalren, \ amit sie ' g vergewöhnt r ihnen er Ver» gmßdeS nun er ihfie »erden Beg^atulirte gegen- Herrn er bat Fl SBcfi K' t on er »er» lie.Um« zu be. arckbari chtn fein, dem ^ür den u über- <?onfisto» e, noch Zeit' eisch zu ne Anhenen fie n hatsic zu wird daS 2 Uhr Leuten und fie lferholten üch verwürdig. nde von rimherzig- Mitüder in Ober- Kehila

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