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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 12 (1854) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
12 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches BolMlatt. -Kdeöning uni) Anlerhattung auf jiü&tfcÖBiiufleßiete.; Herausgrgeben voa .^ Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Magdeburg. - -!*)„ ja iqsi 1 SJon Weftr 3|tiif&rift trfthtlat »ftfrtntll* rine Runmm Jods'», A , ■* ... , I9f0.12. i8o4.j .»*• < •isyÄM'.ÄSÄ’ 1. ©urtal] Erziehe Deine Kinder jüdisch! V. Tie nächste Frage aber, die Du. theurer Leser, welchen unsre 'Artikel unter obiger Aufschrist nicht gleichgültig gelassen haben, an mich richten wirst, wirv sein: wie erziehe ich aber meine Kinder jüdisch? . i. Ich will durchaus nicht mit allgemeinen Redensarten antworten, aber die Wege, die Du zu öeschreiten und die Mittel, die Du anzuwenden, sind mehrfach. Daher heute zuerst: Laß Deine Kinder in der Religion des Judenthums unterrichten! (Sine jede Gemeinde ist verpstichtet, einen gemeinsame» qebörig organisiNen Religionsunterricht! herzustellen ihn durch, tüchtige Lehrer versehen zu lassen. Gebö^ Du daher einer Gemeinde an. welche einen solchen besitzt, entziehe Deine Kinder demselben nicht;'//*" sie denselben noch nicht, so wirke dahin, daß siech" bekömmt; bat sie ihn unvollkommen-., strebe darn^ ihn verbessern zu helfen. Ein gemeinsamer Religion-^tterricht hat viele Vorzüge vor dem, den einzelnen Kind^ einzeln enheil» ten. Dennoch, wenn die Gemein? j^ner Psticht nicht nachgekommen, darfst Tu den Prdatunterricht nicht vernachlässigen. Wie rem aber auch sei. zwe Punkfe mußt Du vor Allem sestbalten: 1) daß Du d" Religionsunterricht nicht als nebensächlich, beiläufig, ao"rn Wissenschaften nächste, hcnd. fast nur wie geduldet gehest. softvern'DeinenKi,,. der« die höchste Achtung vo' demselben einflbßest, ihm die höchste Wichtigkeit beilegest/s» daß Du ihn allem Andern noch voranstellest;. 2) daß Du Teine Kinder zum pünkrlichsten Besuch, desselben und zur sorgfältigen Vorder«-" tung für ihn anhältst. lffMst Du diese beiden Punkte nicht, so ist eS fast best/, sie gar nicht unterrichten zu lassen, da sie nur MißMung der Religion daraus zieden werden. Der jüdische Religvniunlerricht muß bestehen: in der Kenntmß der^üdisch« Religionslehre, itr genauer Kennt- «iß der Bibes, in Vst hebräischen Sprache, um Bibel und Gebete zu verstehen, in der Geschichte des jüdischen Bolks uild Glauben-, in »er Liturgie, d. h. der Lehre von den hauptsächlichen Satzuugr" und ihrer Bedeutung. Ueber einige ytftt Unterrichtspunkte das nächste Mal — heute nur noß einmal hie Mahnung: laß Deine Kinder in der jüdisch^ Religion unterrichten,' sorgfältig, pünktlich, mit aller Ehrfurcht und alle« Nachdruck. Die russisch - israelitische« Hxfaug^uea au- Bomarfand auf der Insel Air.-.-- ,Gesuch tzev Her'"' Marx, Obrrrabbmerv dev Depar^-^^ J7*'v " der, '' [' Archiv^ i>r*eJ. dp Fr.) | (Sip^ui.imV Corresponlsnten. Wal Bordeo^ur bat unf übe^"sen Besuch des Oberrabbinervdn Boraeaur einige pressante Einzelheiten mngetbejlt. Rach den Schritten, welche Herr Marr bei dem Herrn Divisionsgeneral zu Gunsten der russischen JsraelürN, welche auf der Insel Air gefangen find, um Lie.Erlauhuiß,' ihren Gottesdienst zu halten, gethan hatte, wurden unverzüglich dem Edmmandanten der. Festung Befehle,hierüber ertheilt, dackit er den Gefangenen jede Erleichterung verschaffe; so Habeft sie unsere hohen Feste im vergangenen Monpt gefeisy. Sobald diese Feste den Herrn Marx, nicht meh^ in Bvrdeaur zu» rückhielssn, brachte er den Plan, seine^unglückÜchen Glau^ benSgenoffen zu besuchen, an Ausführung und reiste am Sonnlatz den 22.. Oktober, nach Rochefort, und am folgenden Tageum vier Ubr,!Üegab er sich nach, der Znftl Air, wo er sehr freundlich von dem Platzcochmandamen, welcher schon durch den Division-general von dem'Besuche wußte, empfangen wurde,'.'und dieser ließ ibft sogleich zu den israelitischen Gefangeaew führen und ermächtigte ibn, in dem Locale alle Anordnungen zu rem Götteödienstle, die er für nöthig erachten würde, zu treffe». Gr'trbf diese arme» Leute^sn'der^Zabl von einigen sfchzig in a: item großen Saak^wohnepd, und mit ihnen waren daselbst zehn griechifch-katholische Russen. Rur drei von ihnen, welche zu einer andern Compagnie gehört harten, wohnchr in eine« andern Dheile der Festung und wutdea sogleich gerufen, um hei dttn Besuch« deehrwürdigen Geistliches geaLnäCrtig zu,fein.- Alle haben ihn mir den lebhaftesten Freudenbezeugungen und mit der tKfffcnj Dankbarkeit empfangm. „Wir haben unfern Dater g^hen," riefen sie, unser Glück kann.nicht größer werden." ' ♦ — Der Gaal, wo fio'rpvhnen, hat auf drir beiden lä». geren Seiten Fesdbetten, wo uM 8 Uhr bei'der Ankunjr drS Oberrabiyerdib Lagerstätten schon gefallet und züsammengervllt. nuzren'p am>randerst Ende des Haales steyt an der Mauer ei»' kleines Hechal mit zwei Sepharim. ei» Pult für den Ehäzan und ein Tisch, der als Theba dient. Vei seiner Ankunft arbeitete» einige atr Schuhinachermb/It, andere »errichteten ihx^ Gebet am Hechal. >Zhr Ehazan Hai« Jacobfon zeigte dem Oberrabkchier ihre^Pentatsvchs,

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