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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 10 (1854) · p. Seite 39

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
10 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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39 Deiner Toä>« ünige Augenhast Du in ihn in einem Fremdstört, unter den Trümmern liegen Deine unl ter Leichen . . . „Schrecklich, entsetzlich! Mann de- Wesens! ist dieunwlderbringlich vom Schich'al beschlossen? „Nein! nein! Sultan ... laß mich blicke ... ja. jetzt Hab' ich'S> .... Herr diesem Serail einen Gefangenen? . . . „Einen Gefangenen?" frug der Sultan. „Za, einen Gefangenen^ einer freches That schuldig .. . ." ./ „Ja, einen solchen Hab' ich . . „Es ist kein Gefangener gewöhnlicher tyrt — Herr, seinen Namen weiß ich nicht, aber ich sehe liefen Kerker . . . ." „Allerdings, nun, was. soll emit ling?" , „Dieser Gefangene," sprach jetzt Benjaotin mit Nachdruck, „dieser Gefangene ist Dein Heil, in ihm beruht die einzige Möglichkeit Deiner Rettung . . . ."! „In ihm?" „3a, allein in ihm —.-r sprich, Sultan., wie heißt er roch, damit ich den Zusammenhang durchschaue,"- sprach Benjamin wie zögernd .... „Er ist einer der verruchten Ungläubigeil, ein 3ude, und die verdammten Leugner nennen ihn einen Enkel deS großen Propheten Taud." ..Ja. ja. so isteS." sprach jetzt Benjanin wie völlig sicher. „Wisse. Herr, der Kalis Mostandge, ist ein großer Freund dieser Juden; man weiß es auch, warum? Seine Mutter war eine geborne Jüdin, und wurde vom vorigen Kalifen in unüberwindlicher Liebe ihren Eltern geraubt. Diese erzog den-jetzigen Kalisei, und flößte ^hm eine außerordentliche Liebe für ihre E lammgenoffen ein . . . ."! „Und was soll ich nun thun?" fragte Zin-Äldin begierig. - Da trat Benjamin zurück, hob da l Haupt und den rechten Arm in die Höhe, und sprach mit gewaltigem Feuer- ' „Wie schwer es Dir auch werde, Du mußt diesen Ben Dauv auS seinem Kerker holen, ibm Deine Tochter — wenn auch^gqnz insgeheim — zur Frau geben, rhn als Abgesandten an den Kalifen Mostanvgev senden, daß er Dir Frieden, Leben und Thron erbbte! Du mußt ihn ausstatken mit Glanz und Ansehen?,- müßt ihm viele Geschenke mitgeken, daß er den Kalifen und seine Rathe gewinne — da er ein Sohn deS' großen Königs von Juda, so wirv ihn der Kalif gnädig aufnehchen, und seine Bitte gewahren . . . ." „Was?" rief der Sultan empört auS, ],t>en Ungläubigen, den Hund, dem ich mit dem Schwede Füße und Hände absibneiven lassen .will, den soll ich zu meinem Gesandten erheben, ihm meine Tochter, hie-Rose von 'Almozal, gebenihn reich und angesehen machen? . . . . nimmermehr — —" „Wie Du willst" — unterbrach ihn Bmjamin etwas zaghaft, „so lasse Dich lieber schmählich des Leben- und deS Thrones berauben, so übergieb Deine Tochter dem Tode in der Blüthe ibreS Lebens, laß die Feuer aufgeben mit all seinen Kostbarkeiten reiche Stadt zu einem öden Trümmerhaufen!, eine 'Stätte für Schakale und Straußen . . . >it Serail in mach' dies« t«-*77 „Halt' ein. Schr cklicher . . . „ „Und all Diethim? nur um einem arms^ den da- Leben nehm n zu können!" Benjamin schon«, , erschöpft. Da hob Zin „Aber, womit, bewei i Du denn, vaß Du di« sprichst? Sprich, wartntt soll ich Dir dennglauprn? 1 Da raffte' unser stilger^all seine Kraft zusoumen und sprach: „Wettn Au mir nicht glaubst,, ivaruv hast Du mich erwarten und', f-ngen lassen?' Doch ja, -ist will Dir Beweise geben. Sead^ hin nach Bagdad: laß auSkundfchasten, waS dort geschiehtZwar wtrt 4»anndie Zeit der Rettung votüber sein, aber Du wirst dann doB wissen, daß ich die Wahrheit'gesprochen. De werden nicht biS Bagdad kommen, sie werden bod die Vorposten^ sie werden in Carchemisch de- Kalifen treffen dann ist eS unwiderbr schloffen Der Sultan fchü! da- Haupt. / ,Und dann noch ttlte halb überzeugt, halb Eine-, Zin-Äkin. Ich, >ier Sohn de- Westens, der bixse, Stadt nie'betreten, igen Zuldin an: Wahrheit i« Boten n Roho- >aS Heer tglich bezweifelnd gestern den Du kann im Abend erst den Rauch der' großen Wüste erreicht fangen und einkerkem ließst, .ich will Dip den Kerker, den Du einen B«n!4>auv nennest, b schreiben, deS Niegesehenen "schlanke, erhäbkne GHalt, seir^ schwarzen Locken, seine blauen'Augen:, seinen dunkeln Lart über den schönen Lippen — ja, ich will Dir beschrnben den gelben Kaftan, in deN ^er geKekhez, die goldgestil^ten Sandalen an seinen- Füßen" .den .blaueij^Gürtel um. Üetn» Lenden -und damit Dü allen, . allen Zweim fahren lassest, so gewähre die grosse Narbe/ ßie; sich über seiner Unken Augenbraue nach-der SchlÄe^u erstrlstt, und "ft —";* „Halt ein, halt ein! Mann mit prophetischeussEchauen, er ist es, ich glaube 'Dir,, .ichm^ß Dir Dauben Der Sultan hatte sich wieder auf.deUT.broiifeffel nie dergelaffen; er krLüzta die Arme.' Und tzrrsank in ttefeS Nachdenken,' Nach einiger. Zetk^erhob er'sich, u d sprach: „Benjamin, habe'^ank. >Lass Dich jetzt zurnckfichren, wo Du übernachtetest. Ich werv^-mjch-wtt.^eren->l-PH,erec berathen, und meinen Entschluß fassen. Wir werden unS Wiedersehen."- _ , Benjamin machte eine .tiefe Reverenz, 'und erließ den Saal.mit seinen Begleitern, ia^r iyit ftvlhvm, tbelndem Herzen. Als er durch, die RtHeN.der Moßeü draußen ging, beugten sich Ällc rief'^or der-angesta^aten/Erscheinung. vT: .ir I -• Zin-Aldin berichtete seinem^.^strploAtn Ällesi waS der Pilger auS Westen ihm »nvertram j^Me, 'und jener bestärkte ihn natürlich in GlaMut^nnd-^Entfchluß. In der That trafen im Laufe,1>eS Tag'eS einigs-.Nachrh jten auS Bagdav ein, welche mir .denen Benjamins.' ziem ich über» einstimmten. 'Zin-Aldin sah sich io dtt^größte 1 Gefahr, bald erschienen jhm die- Dpf«, die Tvoa lihm gefordert wurden, nur Hering gegen die Rettung^ welche >er sehn» lichst herbeiwi-tnschte. Wir ha^en nur noch Folgendes hriizuzjifkge ± ' Einen Mdn,t später hielt eine stattÜch^ Sch: ar ihren Einzug in/Bagdad. Hundert MannPrachtig gekleideter Garde» zchge» vorav, ' ihnen folgte ^em' Herold mit dem weißen -Stabe, auSrufend:. „Machet HAtz unsetzr 1 Herrn,

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