Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 10 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 2)
- Language
- German
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-. *8 -- sprttch : ,.N» i legt Euch w eder auf den Diva» und schlummer noch e n wenig, die Ungeduld des Sultans wird die grofe SrunI e bald anbrech n lassen." Hiermitverfchwand er I inler de n Steine, der daS Zimmer wieder -verschloß, und Benjau in, erfüllt von den Erlebnissen; der letzten Stu iben ur v von dem, was ihm bevorstehf, warf sich auf dem Dir an nieder, ab r obne Schlaf zu finden : war doch vor der Unruhe des (leistes alle Ermüdung des Körpers entflöhe >. — I kaum n aren die erst n Strahlen der Morgensonne scher die Eb ne von Älmo al gefahren,, al-^eine große Bew gung io Serail des vultanS stall fand.. Der große Auv enjfaal var geöffnet; die Beamten und Würdenträger es Ser. ils, welche n.cht um die Persers ves Herr^ scher sein m rßten, bezaber sich nach denl Saa!le und stellten ich ihren Range ge näß auf-, aber ar!ch auö. der Stad selbst kamen Züge von Großen im Hrunkendsten Staat und frllten die Haie an. Plötzlich erh^b'stch mach-' tiges Pauken, ewirbel, Tr-mpeken schmettertest dazwischen d >r Sulrc r Hane sein l gemach verlassen üyd zog nach dem ludienzsi al, voran Mu lk uns eine Rone stiner Janüschar« ix, dann die Mitglied?: seiner Psorre, neost den Gesandt n einigem naben Herr cher, endlich er selbst in blauem Kastai, den Turbak mit unschätzbarer Diamflnrenagraffe verzie r und k ie kostbarsten Dassen im Gürsel; ^eine Bande Rubi r mit g ren d rch die Sultc rs die zogenen Schwertern schlossen,"den Zug. Mir- Großen des »keiches, welche besmi Nahen des kirn bis an den Staub des Badens neig-. ren. chrin Dt' König nad seinem Tbrone; er ließ sich nieder die Rc che des Divans stellten sich Gebrauch auf, l nv die versammelten erhüben ihre Hästprer. Zin» Aldin winkte, ind Aga M astapha trat vor. ^' st der-g sangene Mann wohl bewacht- ^worden in dem im ange oiesenen Zinnie^?" srug er Lest Aga. D r Aga verbeugte sib und sprach: ..Sonne des Welta ts, groß nächtigster i au. ich selbst,^ demükbiger K recht, ne st dreien Diner treuen Kueger.I.wtr. haben dis eirzlge L'üre» des Zimmers bewacht b^s zu dieser Stund , wo i: die Bewacurng dem Aga Beky übergeben habe al Olitn and mit der i Manne gesprochen!? ,2 on dem Augenblicke. da ich das Zimmer! Himer ibm versLlcß, bis jetzt, hat ter Mann ras Angesicht keines Menschrn g^eb m. das Wirt kesn'es Menschen gehört. Ich bürge nit meireru Kopfe.' ,Gut. So laß ihn klimmen, und auch deß Himmels kundiger Berrn - as- Pher c, meinen weisen ui d getreuen Affrolo sen. De Aga k euzte die Arme, beugte sich b s an den Boden und rra. ab. Nach kurzer Zeit öffneten sich^rvieder die Tb' ren des Audienzsa^Ies, und. geführt vom Aga. begleite von '*;net Anzahl Krieger, trat Bei jamin, ben Jonah in: ball darauf erschien auch Phettc. Benjamin trat voi den T! ron, verbeugte sich, ohrze aber stch nieder: zuwerrei . Dieso wie d» hohe Gestalt von iinnehmendem u» ' doch , lajestätischeb Cbarakrer. das sst öne, ausdruckSvl lle" Ang« sicht, und die zum Theil fremdartige Gewanvun. machtet bei alle» Anwesenden einen^oßen Eindruck. Xller Ar gen wäre» auf ihn und den (kultan gerichtet. I Nachdem die tt den Pilger noch lange betrachtet hatte, hob er an: „So wardst Du mir im Voraus geschildert, Fremdling, und ich bin dem weisen Beren-al-Pherec von Neuem dankbar, daß er mich mit Dir bekannt gemacht, bevor mein Auge Dich erblickte. Wer bist Du, Fremdling?" „Herrscher von Almozal, ich bin ein Sohn des weit, weit entlegenen Westens; Jahre muß man pilgern, bis man die Ufer meines -Vaterlandes erreicht; man ist dort der, unsergehenden Sonne sehr nahe — meinen Namen, Herr, kennst Du." „Warst Du jemals schon in unseren Landen?" „Niemals, niemals, Herr! eine Pilgerung, wie ich fie vollbracht, vermag man nur einmal im Leben zu machen — ich bin bereits zehn Jahre von dem Herde meiner Brüder entfernt . . . „Wohlan, sprich, weshalb hast Du sie gemacht?" ,.O König, frage den Vogel, warum er sein Nest verläßt. und unwiderstehlich nach Mittag zieht, über die Berge und das Meer und die Lander! Ich pilgerte und pilgerte, und es ließ mich 'nicht ruhen, immer dem Aufgang der Sonne zu — jetzt aber weiß ich, warum mich, der Herr alles Lebens -also durch die Länder gestachelt bis hieber-- „Du weißt es? Nun, so sag' es . . „Zu Dir, Sultan, zu Dir hqt'S mich getrieben. -" „Und warum zu mir, Fremdling?" „Dir zu ratben in einem großen Augenblicke Deines Lebens. Dich zu retten auS drängender Gefahr, vom tiefen Abgrund, inden Du zu stürzen im Begriff bist, Dich zurückzureißcn ...."" „Ich in Hefabr," fubr Zin-AIvin erschrocken ans. ,,»vas meinst Du?" ♦ Benjamin sah sich im Saale lange um. dann sprach er:' „Herr, die hier im Saale sind nicht Ällesammt Dir treu, so treu, daß fie der Versuchung widerstehen, die Gefahr an Deiner Se-ire bestehen wurden . . . laß sie darum abrreren, und ich will Dir kund rbun. was Dir bevorsteht . . _Der Sultan erhob fick voll Aufregung von seinem SeNel, And gebot Allen sich zu entfernen, nur seine bewährtesten Rälhe blieben zurück. Als der Saal leer war. trat Benjamin noch näher an den Thron, und sprach dumpf, aber betonend: „Sultan von Almozal, in diesem Augenblick bietet der Kalis in Bagdad, sein mächtiges Heer auf. um Dich zu vernichten.. Ein neuer, kräftiger Mann, Sultan Mostandgev, hat den Thron der Kalifen bestiegen, und seine erste Thar soll sein, Dich zu rödten und Dein Reich sich zu unterwerfen, wie es vor Zeiten gewesen. Seine Krieger sind zahllos wie Sand am Meere, und seine Führer tapfer und kriegserfahren ..." , „Der Kalif von Bagdad . . . rief Zin-Aldin entsetzt aus. „Nun, und was gewahrfb Du in der Zukunft?" fügte er voll BangenS hinzu. „Was ich schaue? . . Ich.sehe Dich an der Spitze Deines Heeres muthig dem Kalifen enlgegengehen, tapfer streiten — aber waS Hilst dies gegen die übermächtige Zahl Du strauchelst. Dein Roß wird gttödtet, jetzt raffst Du Dich auf, aber Dein Schwert ist zerbrochen, Du ststhst, schließest Dich in Almozal ein, eS wird zer-