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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 10 (1854) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
10 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zur Belehrung und -AnterhaNung aus jüdischem gebietes Herau-gegeben vo« Rabbiner vr. Lvdwig Philippsou in Magdeburg. *r > r«K>«k 1A lOEl 1 ®OR Nrter »rlfcetij »Mkmih* *i»e Un**ri. Vr»il t»» Sa»rt , A Ä . L [Wo. 10. 1854.] ..."' 8S£Ä lS. Zahrg. 1. ©tuuM.] Erziehe Deine Kinder jüdisch! III. Bedenke eS wahl^ edwäge eS eifrig, prüfe eg mit dem tiefsten Ernste: zuerst: Du bist nicht verantwortlich für die Handlungen -Deine- Kinde-, Du kannst nicht einstehen für die Gesinnungen Deines Kinde- — wohl aber vist Du verantwortlich für den Theil, den die Erziehung an allem Diesem hat, und hast einzustehen für die Ein» Wirkung, welche eine Vernachlässigung in. derselben übt — ach! und daist sehr'viel! Dein Sohn kann einst vor Dich hintreten und fragen: Vater, mit welchem Rechte hast Du mich ohne Religion erzogen? Deine Tochter kann einst auf Deinem Grabe sprechen: Mutter, Du hast mich ohne Religion gelassen, und so mein höchste- Theil gefährdet! O nimm Dienicht al- Phrase, nimm eS in der ganzen Furchtbarkeit dieser Worte. Zweiten-: in einer Welt, die sich streog positivreligiöS gestaltet, in welcher mit aller Macht» die dä Ueberredung, Beispiel, Lehre, äußere Vorschrift und äußere Vortheste verleihen, auf Pofitivetät in der Religion gehalten wird, mitten in einer solchen Welt willst Du Dein Kind ohne positive Religion lassen? willst Du eherumflattern lassen in den Rrbelgebilven der eigenen Dernünfteleien? daß eS keinen Halt hat, den eS ergreife in den Gefahren de- Leben-, weil ihm die Religion fehlt,' und daß eS verachtet wird von Allen ring-um, weil eS keine Religion hat?! Drittens: gehörst Du keiner Gemeinschaft an? bist Du in keiner religiösen Genossenschaft gebpren, erzogen und erhalten worden? bist Du ihr Deine Kinder nicht schuldig, wie Deine Eltern ihr Dich schuldig waren? und wenn sie ihre Pflicht an Dir geth-n, warum Du nicht an Deinem Kinde? und wenn sie ihre Pflicht an Dir nicht getban, hast Du darum da- Recht, sie auch nickt zu thun? An sie trat vielleicht keine ernste Mahnung — wohl aber tritt sie an Dich! ... O bittrer Wandel, der Jude muß erst geftagt werden, ob er einer religiösen Gemeinde angrhört, er, der seit vier Jahrtausenden der festesten, geschlossensten, geprüstestea, bewährtesten angehört! » Dieerwäge, und^e?ziehe Deine Kinder jüdisch! .... Das Abenlxjrer eines Pilgers. Erzählung von irchluß LnFwig Lchragge. ,u« 8. vi 4. . ES ist nicht nothrpcuftg, .daß der' Leser Allemissj, ' wanun zwischen Sac, aj. dem letzten Sprößlin^ ' deköniglichen David-, dem Astrologen Deren.al-PH-ree und dem Pilger D^nsi/nin pi Tudela im tiefe«Kerker des Serailzu Almyzäl verabredet wurde. Eifle Stunde ungefähr waren sie'dasilbst gewesen'; dann-schien Benjamin alle Zweifel i ber die ,Rolle, die er zu srielf«, überwunden zu haben, ind er entfernte sich mit Photec auf demselben Wege,! nz er gekommen. Sie spräche» wenig auf diesem Ganze, nur äußerte Benjamin, bei« Abschiede zum Prinzen: „Seid gewiß) daß ich alle,nheine Geisteskräfte anwenden genügen, aber hoffen muj fchützer- David- und fe nicht vereitelt werden. verre,' um Eures Wünschen zu ich auf die Hülfe GotleS, d-AlDene- Geschlechtes, daß unsre Mine Allein tob UchMsolh bL mibtoach bindiwim („besser ist'-, auf den ,(Steigen j to gu verlassen, alauf Fürsten zu vertrauen -»-")» und *-+ auf den Kopf gefallen bin ich auch nicht. Also guten Muth, theurer Prinz, mit de- Gotte- Israel- Hülfe begrüßen wir Euch baldigst am Lichte des Tage-." V Und auf dem Gangs richtete Benjamin noch dteHragr an seinen Begleiter: ..Aber, Phttec, da Ihr doch hier überall Bescheid wisset^»- alle geheimen Gänge, vtittetcht besser alder Besitzer kennet waruikl habet Ihr ders Prinzen nicht längst befreit pnd eptfernt?/' ,;DaS q«e eia große- Wagstück, lieber Mann. wobei der Prinz _ffll noch sichrer dem Untergang auSgesetzl wäre, .und welche-- i!ch daher nur für den äußersten Fall aufsparen mußte. lDe»a seit der Gefangennehmuing Sakcai'S ist der ganze Serail von zwanzig zu zwanzig Sckrftt mit Wachen u» und außerdem umreite^ in der Nacht Schaaren von^Reilern immerfort die Mauern, und haben de» Befehl! Alleß niederzuhauen. was/ sie!antreffen. Ewäre kaum chßgllch, Jemanden hinau-zuscha^rn. Und dann . . . Ihr, wisset, ich wünsche für.den Prftizen noch mehr zu erlange«! aldie Freiheit I 1 «o kamen sie in da- Gefangmzimmer des Pil««- zurück. Pherec trat noch ja» die Thüre und lauschte, >ob die Wache draußen hin uns herwandl«. Al-er gewahr , daß Allei» Ordnzmg sek. sandte « sich z» venjam^r and

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